• vom 15.06.2017, 17:37 Uhr

Österreich


Roaminggebühren

Neue Freiheit für Handynutzer




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  • Mit den Roaming-Aufschlägen in der EU ist es vorbei - Bei Missbrauch drohen Zusatzkosten.

Selfie vorm Schiefen Turm: Ohne Handy geht im Urlaub schon lange nichts mehr. - © Maridav - stock.adobe.com

Selfie vorm Schiefen Turm: Ohne Handy geht im Urlaub schon lange nichts mehr. © Maridav - stock.adobe.com

Wien. (ede) Maturareise: Am Athener Flughafen angekommen, zücken ein paar Pflichtbewusste ihr Handy, um die Eltern über die sichere Landung zu informieren. Das kostet seit gestern, Freitag, nichts zusätzlich, denn mit den Roaming-Aufschlägen in der EU ist es seit 15. Juni 2017 vorbei. Das Telefonieren, SMS-Versenden und Surfen mit dem Handy innerhalb der EU (sowie in Liechtenstein, Island und Norwegen) kostet jetzt gleich viel wie zuhause in Österreich. Doch vom Prinzip "Roam like at Home" gibt es auch Ausnahmen.

Gleich vorweg: Das Telefonieren von Österreich ins Ausland gilt nicht als Roaming, es kostet daher gleich viel wie vorher. Auch auf Kreuzfahrtschiffen und Fähren und in Flugzeugen gilt die neue Regelung nicht.

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Missbrauch soll
verhindert werden

Reisende können auch nicht einfach ihr gesamtes Datenvolumen im EU-Ausland nutzen, sie müssen "Fair Use"-Limits beachten. Die Limits sehen vor, dass nur ein bestimmter Teil des inländischen Datenvolumens auch im Ausland genutzt werden kann. Allerdings mit der Auflage, dass man nur vier Monate pro Jahr einen Inlandstarif im Ausland nutzen darf. So soll Missbrauch verhindert werden, da man befürchtet, dass Kunden aus Ländern mit hohen Tarifen zu günstigeren Anbietern im Ausland wechseln. Kunden heimischer Anbieter, die innerhalb von vier Monaten mehr als 50 Prozent der Zeit in Mobilfunknetzen außerhalb Österreichs eingebucht waren, drohen daher Aufschläge.

Weiters sind nicht alle Tarife roamingtauglich. Das heißt: Mit manchen Tarifen sind Auslandstelefonate gar nicht möglich. Hintergrund: Da die EU die Netzpreise, die sich die Netzbetreiber untereinander verrechnen, eher hoch angesetzt hat, fürchten die Betreiber, dass sie Roaming bei kostengünstigen Tarifen nicht mehr kostendeckend anbieten können.

Mit dem Wegfall der höchst umstrittenen Gebühren geht ein jahrelanger Kampf um überhöhte Mobilfunkpreise in der EU zu Ende. Bisher fielen Roaming-Kosten im Ausland bei jedem Gespräch oder jeder Nachricht an, die durch ein fremdes Netze weitergeleitet werden müssen und dort Kosten verursachen.

Für die großen Betreiber war das über viele Jahre eine lukrative Einnahmequelle, aus der Milliarden-Beträge flossen. Allerdings waren die Gebühren in den vergangenen Jahren bereits deutlich abgesenkt worden. Auch bieten verschiedene Betreiber seit längerem roamingfreie Tarife für ihre Kunden an.




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Dokument erstellt am 2017-06-15 17:41:06



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