• vom 16.06.2017, 16:42 Uhr

Österreich

Update: 16.06.2017, 21:12 Uhr

Konjunktur

Wirtschaft wächst auf breiter Basis




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Von Reinhard Göweil

  • Klein- und Großbetriebe investieren gleichermaßen. Gefahr droht aus Deutschland.




© Franz Gruber/Kurier/picturedesk.com © Franz Gruber/Kurier/picturedesk.com

Wien. Nach der Bilanzsumme ist die Oberbank die siebtgrößte Bank Österreichs, mit einer Bilanzsumme von 20 Milliarden Euro. Bei der Vergabe von ERP-Krediten, das sind geförderte Investitionskredite und ein ganz guter Indikator für die Stimmung in der mittelständischen Wirtschaft, ist das Finanzinstitut Marktführer in Österreich. "Da waren wir im ersten Quartal 2017 die Nummer 1 in Österreich", sagte Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger der "Wiener Zeitung". Die Bank, mit Sitz in Linz, liegt damit noch vor den Marktgrößen Erste/Sparkassen, Bank Austria und Raiffeisen, die vom Volumen bis zu zehnmal so groß sind.

Gasselsberger stellt aber auch eine seit Jahren vermisste Entwicklung wieder fest. "40 Prozent unseres Kreditwachstums spielt sich im Bereich bis drei Millionen Euro aus, jeweils 30 Prozent bis zehn Millionen Euro und darüber." Sein Fazit: In der heimischen Wirtschaft ist die Investitionslust in der gesamten Breite wieder da. "Die aktuellen Verwerfungen in der heimischen Politik (die vorgezogene Neuwahl, Anm.) spielen kaum eine Rolle, es hat sich eine positive Grundstimmung durchgesetzt", sagte Gasselsberger.

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Der Oberbank-Chef erklärt sich das mit einem "re-bound" der europäischen Wirtschaft und der Konsumenten. "Bisher waren die USA ein Vorbild. Nun suchen die Menschen Stabilität, und Europa kann das bieten." Die Oberbank, eingebettet in die sogenannte Drei-Banken-Gruppe, zu der regional aufgeteilt die BKS (Kärnten, Steiermark) und die BTV (Tirol, Vorarlberg) gehören, richtet ihren Blick dabei eher nach Westen.


In Süddeutschland hat die Oberbank mittlerweile 30 Filialen, in Wien 26, wohl eine Folge des oberösterreichischen und Salzburger Heimatmarktes. "Das Wachstum dort ist großartig, der Blick Österreichs dorthin ist zu unscharf. München wächst bei den Einwohnern so stark wie Wien."

Digitalisierung stellt Firmen vor Existenzfragen
Gasselsberger vermisst in Österreich allerdings eine stärkere wirtschaftspolitische Ausrichtung. "Die Digitalisierung der Wirtschaft stellt uns alle vor große Herausforderungen. Wir haben im Bildungssystem insgesamt zuwenige Absolventen in den sogenannten Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)." Die Digitalisierung stellt allerdings die bestehenden industriellen Modelle in Frage. "Wir haben bei Nokia und Kodak gesehen, wie schnell es zur abrupten Unterbrechung von gut laufenden Unternehmen kommen kann. Als Bank müssten wir mittlerweile die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle unserer Kunden prüfen", sagte Gasselsberger.

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Dokument erstellt am 2017-06-16 16:47:09
Letzte nderung am 2017-06-16 21:12:36



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