• vom 19.06.2017, 17:17 Uhr

Österreich

Update: 19.06.2017, 17:32 Uhr

Handel

Große Modehäuser verlieren an Boden




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Von Thomas Pressberger

  • H&M, C&A und Peek&Cloppenburg haben 2016 an Marktanteilen verloren. Schuld daran ist der Online-Handel.

Große Modehändler müssen immer öfter zusehen, wie sie Kunden an ausländische Online-Händler verlieren. Im vergangenen Jahr sind ihre Marktanteile besonders stark gesunken.

Große Modehändler müssen immer öfter zusehen, wie sie Kunden an ausländische Online-Händler verlieren. Im vergangenen Jahr sind ihre Marktanteile besonders stark gesunken.© Fotolia/Gina Sanders Große Modehändler müssen immer öfter zusehen, wie sie Kunden an ausländische Online-Händler verlieren. Im vergangenen Jahr sind ihre Marktanteile besonders stark gesunken.© Fotolia/Gina Sanders

Wien. Die drei größten Marktteilnehmer im österreichischen Bekleidungshandel haben 2016 deutlich an Boden verloren. "Sieht man sich H&M, C&A und Peek&Cloppenburg an, so haben alle drei von 2015 auf 2016 an Marktanteilen und Quadratmeter-Umsatz verloren", sagt Hania Bomba, Geschäftsführerin des Standortberatungsunternehmens Regioplan. Die Marktanteile der Nummer zwei und drei, C&A und Peek&Cloppenburg, seien sogar von einem niedrig zweistelligen auf einen hohen einstelligen Prozentbereich abgerutscht, H&M sei noch zweistellig, habe aber im vergangenen Jahr deutlicher als in den Jahren davor verloren. Dabei hätten H&M fünf Standorte und Peek&Cloppenburg einen Standort zusätzlich aufgesperrt, lediglich C&A habe sein Filialnetz um fünf Standorte verringert.

Der Grund für das Abschmelzen der Marktanteile der großen Player ist der wachsende Online-Handel. "Der Anteil des Online-Handels liegt in der Bekleidungsbranche bei 25 Prozent, das müssen große Marktteilnehmer wie H&M spüren", sagt Bomba. Die Konsumenten hätten heute eine unglaubliche Vielfalt an Angeboten. Wer einkaufen wolle, sei nicht auf Wien oder Österreich limitiert, sondern könne das auf der ganzen Welt tun. Der Online-Handel biete Zugang zu allen Marken, auch jenen, die es in Österreich nicht gebe.

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Bomba vergleicht die großen Handelsketten mit Schlachtschiffen, die ihre Richtung nicht rasch ändern können. Nun seien viele kleine Speedboote dazugekommen, die die Branche mit neuen Konzepten und Handelsformaten aufwirbelten.

Dabei hätten manche großen, wie etwa H&M, früh mit dem Online-Handel begonnen und ein gutes Multichannelkonzept gefahren, sagt Bomba. H&M habe nicht bloß ein Online-Store gestartet, sondern verkaufe dort die Ware mit Storytelling. Allerdings funktioniere die Integration mit dem stationären Handel nicht reibungslos. Online würden Waren verkauft, die in Läden nicht geführt würden, dort aber zurückgegeben werden könnten. Oft gebe es in den Läden Einzelstücke in einer Größe, die nicht leicht anzubringen seien.

Opfer des eigenen Erfolgs
Ein weiteres Problem sei der Fluch der eigenen Größe. Ein H&M-Geschäft gebe es "fast an jeder Ecke", weshalb die Begehrlichkeit mangels Exklusivität sinke, sagt Bomba. Zara sei dagegen im österreichischen Bekleidungshandel die stärkste Marke, sie gelte als jung und exklusiv. Zara verfügt hierzulande über 16 Standorte, H&M über 78, C&A gar über 133. Peek&Cloppenburg hat "nur" 13 Standorte, dafür aber mit sehr großer Fläche. "Das eigene Wachstum schadet, wenn man zu groß wird und die Quadratmeter-Umsätze nach unten gehen", sagt Bomba. Ab einer bestimmten Größe müsse man mit neuen Konzepten arbeiten.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-19 17:20:05
Letzte nderung am 2017-06-19 17:32:36



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