• vom 24.07.2017, 16:35 Uhr

Österreich

Update: 24.07.2017, 17:11 Uhr

Innovationen

Auf den Spuren von Daniel Düsentrieb




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  • Ein neues Forschungszentrum soll Österreich in der Mikroelektronik an die Spitze bringen.

Bundeskanzler Kern (r.) und Infrastrukturminister Leichtfried schwebt ein österreichisches "Silicon Valley" vor. - © apa/Georg Hochmuth

Bundeskanzler Kern (r.) und Infrastrukturminister Leichtfried schwebt ein österreichisches "Silicon Valley" vor. © apa/Georg Hochmuth

Wien. (kle) In den USA ist es das Silicon Valley, ein Tal in Kalifornien, das weltweit als einer der bedeutendsten Standorte der IT- und Hightech-Industrie gilt. Mit "Silicon Austria" soll in Österreich in Zukunft etwas Ähnliches etabliert werden, konkret ein Forschungszentrum für Mikroelektronik. Ab Herbst sollen an drei Standorten - in Graz, Villach und Linz - Labors eingerichtet werden. Ziel sei es, die heimischen Kompetenzen in der Mikroelektronik zu bündeln und Österreich in dieser zukunftsträchtigen Sparte international an die Spitze zu bringen, wie es am Montag bei der Präsentation des Projekts hieß. Durch "Silicon Austria" sollen in den nächsten Jahren bis zu 500 neue Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung (F&E) entstehen.

Die Investitionen in das neue Forschungszentrum sind mit insgesamt 280 Millionen Euro veranschlagt. Der Bund macht dabei 70 Millionen Euro flüssig, die drei beteiligten Länder Steiermark, Kärnten und Oberösterreich zusammen ebenfalls 70 Millionen. Von der Industrie kommen über den Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) mit 140 Millionen Euro ebenso viel wie von der öffentlichen Hand.

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"Weltmarke" im Visier
"Wenn wir auch in Zukunft ein erfolgreicher Standort sein wollen, müssen wir uns ganz besonders auf unsere Stärken konzentrieren", sagte Bundeskanzler Christian Kern vor Journalisten. "Eine davon ist Mikroelektronik, und mit diesem Spitzenforschungszentrum stellen wir in diesem Bereich auch in Zukunft den Führungsanspruch." Da Mikroelektronik mittlerweile zur "absolut wesentlichen Ressource" für fast alle Technologien - vom Smartphone bis zum selbstfahrenden Auto - geworden sei, gelte es hier, die reichlich vorhandene, aber "fragmentierte Forschungslandschaft zu bündeln", erklärte Kern weiter. International sei Österreich in vielen Forschungsbereichen zwar "bereits sehr sichtbar". Laut Kern soll es in den nächsten 15 Jahren aber auch gelingen, in weiteren Teilbereichen in der Welt der Schaltkreise und der Datenübertragung international die Spitze zu erklimmen.

"Mit dem neuen Forschungszentrum ,Silicon Austria‘ sorgen wir dafür, dass ,Mikroelektronik Made in Austria‘ eine Weltmarke wird", betonte Kerns SPÖ-Kollege, Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. "Was die Schweizer bei den Uhren sind, wird Österreich für Elektronik und Mikroelektronik."

Dass man sich mit "Silicon Austria" auf Standorte in der Steiermark, Kärnten und Oberösterreich konzentriere, mache wegen der bisherigen Expertise der dortigen Universitäten, außeruniversitären Einrichtungen und Unternehmen Sinn, so Leichtfried. Bei dem Zusammenschluss handle es sich jedenfalls um die drei in der Mikroelektronik führenden Forschungsregionen des Landes.

Graz koordiniert
Die Koordination des Clusters und die Geschäftsführung obliegen dem "Silicon Austria"-Standort Graz. Die dortigen Labors am "Campus Inffeld" der Technischen Universität werden sich mit dem Zusammenführen von Systemen beschäftigen, die etwa für sicheres autonomes Autofahren nötig sind. Beim "High Tech Campus Villach" wird der Fokus auf der Entwicklung mikroelektronischer Sensoren und auf Leistungselektronik liegen, wobei es um die Verkleinerung wichtiger Bauteile und die Erhöhung ihrer Energieeffizienz geht. Im "Science Park Linz" wiederum wird vor allem zur sicheren Übertragung großer Datenmengen im Hochfrequenz-Bereich geforscht werden. Ohne diese Technologien ist etwa ein Austausch zwischen selbstfahrenden Fahrzeugen - und damit autonomer Verkehr - nicht möglich.

Elektronik und Mikroelektronik bilden die Grundlage der Digitalisierung. Erste vergangene Woche hat die OECD Österreich hier Defizite bescheinigt. Ein aktueller Indikator, den das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung sowie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erstellt und am Montag veröffentlicht haben, bestätigt das. Demnach liegt Österreich international nur auf Platz 19 und hinkt somit deutlich nach. Vorreiter in Sachen Digitalisierung sind die skandinavischen Länder, die USA, Großbritannien und Australien. Was Innovationsstärke generell betrifft, belegt Österreich international jedoch Platz neun. Jahrelanger Spitzenreiter ist hier die Schweiz.




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Dokument erstellt am 2017-07-24 16:39:08
Letzte nderung am 2017-07-24 17:11:36



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