• vom 28.07.2017, 17:12 Uhr

Österreich


Übernahme

"Drei" kauft Tele2 und fordert die Nummer 1 heraus




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Von Rosa Eder-Kornfeld

  • Mit der Übernahme entsteht Österreichs größter alternativer Telekom-Betreiber.



Wien. Mit der Übernahme von Tele2, der Nummer 2 bei Festnetz-Businesskunden, durch den Mobilfunker Hutchison Drei Austria entsteht Österreichs größter alternativer Telekom-Betreiber. "Alternativ" sind alle Anbieter neben dem ehemaligen Monopolisten und Marktführer A1 Telekom Austria, der nun mit härterer Konkurrenz rechnen muss.

Drei kämpft gemeinsam mit T-Mobile Austria um den zweiten Platz am heimischen Mobilfunkmarkt. Nun strebe man die Marktführerschaft an, sagte Drei-CEO Jan Trionow am Freitag in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, nachdem am Morgen die Verträge unterzeichnet worden waren. Sein Unternehmen hat durch den Zukauf nun über 1500 Mitarbeiter (1300 eigene plus 235 von Tele2), die einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro - 772 Millionen kommen von Drei, 122 Millionen von Tele2 - erzielen. Über vier Millionen Anschlüsse würden nach dem Merger gemeinsam betreut. Mit einer Abdeckung von 98 Prozent hat Drei nach Eigenangaben das dichteste LTE-Netz in Österreich.


Der Anteil der Geschäftskundenumsätze am Gesamtumsatz von Drei steigt durch die Übernahme von 12 auf 22 Prozent, rechnete Trionow vor. Mittelfristig wolle das Unternehmen mehr als ein Viertel der Umsätze im Business-Segment erzielen, sagte er.

Der Weg von One
zu Drei

Hutchison Drei Austria hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie beginnt am 26. Oktober 1998, als Handybetreiber One in Österreich an den Start ging. "Wir wollen dafür sorgen, dass das Handy zum Massenprodukt wird", sagte damals Lars Reichelt, Sales-Manager von Connect Austria, dem dritten heimischen Mobilfunkbetreiber neben A1, Tochter der staatlichen Post & Telekom Austria AG und dem Anbieter max.mobil (vormals "Ö Call", später T-Mobile Austria), hinter dem anfänglich ein Konsortium um Siemens Österreich, die Deutsche Telekom-Tochter DeTeMobil und die Bawag stand.

Den Zuschlag für die vierte Mobilfunkkonzession erhielt 1999 Tele.ring ("Weg mit dem Speck!"), ein Gemeinschaftsunternehmen aus Mannesmann, Citykom, Verbund und ÖBB, das 2005 von T-Mobile übernommen wurde. Im Jahr 2003 stieg schließlich der internationale Mischkonzern Hutchison Whampoa (Hongkong) mit "Drei" in den Markt ein. One wurde 2008 von der France Telekom gekauft und in Orange umbenannt. Mit der Übernahme durch Hutchison Drei Austria im Jahr 2013 war Orange auch schnell wieder Geschichte.

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Dokument erstellt am 2017-07-28 17:18:14



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