• vom 07.08.2017, 09:46 Uhr

Österreich

Update: 07.08.2017, 09:54 Uhr

Arbeit

Aversion gegen das Homeoffice




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Von WZ Online, APA

  • Heimische Firmen tun sich noch schwer mit flexiblen Arbeitsweisen.

Vom Homeoffice könnten Firmen und Mitarbeiter profitieren, wenn es klare Regeln gibt. - © fotolia.de/Stocksy

Vom Homeoffice könnten Firmen und Mitarbeiter profitieren, wenn es klare Regeln gibt. © fotolia.de/Stocksy

Wien. Auch wenn die Vorteile von Home-Office und Desk-Sharing viel beschworen werden, bei flexiblen Arbeitszeitmodellen sind heimische Firmen eher konservativ. Das Gros setzt auf den Klassiker Gleitzeit mit Kernzeit - Modelle ohne Kernarbeitszeiten oder Vertrauensarbeitszeit sind selten, so eine Deloitte-Studie. Präsenz gilt noch immer als Leistungsindikator, klare Regeln zur Abgrenzung von Beruf und Privatleben gibt es kaum.

Zwei Drittel der Unternehmen wollen ihre Führungsetage aber auch außerhalb der Arbeitszeiten erreichen können. Knapp ein Viertel erwartet das sogar von den meisten Mitarbeitern ohne Führungsfunktion, so eine am Montag veröffentlichte Studie, die Deloitte Österreich gemeinsam mit der Universität Wien und der FH Oberösterreich durchgeführt hat.

Arbeit und Freizeit sollten abgegrenzt werden

"Arbeitszeit und Freizeit müssen aber klar abgegrenzt werden. Das ist für Wohlbefinden und langfristige Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter wesentlich", so Bettina Kubicek, Professorin für Organisationsentwicklung an der FH Oberösterreich.

Mobiles Arbeiten sei immer noch Einzelphänomen, die meisten Unternehmen wollen ihre Angestellten in der Firma wissen. Die physische Anwesenheit im Büro wird von 77 Prozent der Befragten als wichtig erachtet. Fast jedes zweite Unternehmen bietet Home-Office nur für wenige Personen an. In rund 50 Prozent jener Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Home-Office anbieten, wird diese Möglichkeit dann nur vereinzelt auch tatsächlich in Anspruch genommen.

Zu wenig Augenmerk auf "Ergebniskultur"

Präsenz werde noch immer mit guter Leistung in Verbindung gebracht. "Deshalb wird Home-Office oft nur eingeschränkt genutzt. Es braucht dringend die Etablierung einer Ergebnis- statt einer Anwesenheitskultur", so Barbara Kellner, Managerin bei Deloitte Österreich.

"Unternehmen haben beim Verzicht auf Kernzeiten oft noch Bedenken, da flexiblere Arbeitszeitmodelle nur als Vorteil für Mitarbeiter gesehen werden. Bei klaren Regelungen profitieren aber beide Seiten von der gesteigerten Flexibilität", erklärt Kellner. Auffallend sei, dass kleinere Firmen eher flexiblere Modelle anbieten würden als große. Bei ihnen hapere es aber oft an klaren Spielregeln.

An der Befragung haben 412 Unternehmensvertreter, darunter vorwiegend Personaler und Führungskräfte über alle Branchen und Größen hinweg, teilgenommen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-07 09:47:10
Letzte Änderung am 2017-08-07 09:54:08



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