• vom 23.08.2017, 17:00 Uhr

Österreich


Textilindustrie

Lenzing treibt Expansion voran




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  • Investitionen von weit mehr als einer halben Milliarde Euro geplant - kräftiges Gewinnplus im Halbjahr.

Konzernchef Stefan Doboczky.

Konzernchef Stefan Doboczky.

Wien. (kle) Unter den Aktienwerten der Wiener Börse war der Textilfaserhersteller Lenzing am Mittwoch der Highflyer. In der Spitze ging es mit dem Kurs des ATX-Titels um 9,3 Prozent auf 158,60 Euro nach oben. Grund für den Höhenflug waren die in der Früh gemeldeten Halbjahresergebnisse, die deutlich über den Erwartungen der Analysten lagen.

Unterm Strich fuhr Lenzing in den ersten sechs Monaten ein Gewinnplus von fast 59 Prozent auf 150,3 Millionen Euro ein (siehe Grafik). Dank guter Nachfrage und höherer Faserpreise wuchsen auch die Umsätze kräftig - um elf Prozent auf 1,15 Milliarden Euro.

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Nach der Halbzeit rechnet Konzernchef Stefan Doboczky für das Gesamtjahr nun ebenfalls mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. "Wir haben guten Rückenwind vom Markt", so der Manager vor Journalisten.

Gut im Geschäft sieht sich Lenzing als Zulieferer für die Bekleidungsindustrie vor allem bei Spezialfasern, an denen das oberösterreichische Traditionsunternehmen besser verdient als an Viskosefasern. Bis 2020 will der Konzern daher den Anteil der Spezialfasern am Gesamtumsatz auf 50 Prozent steigern. Aktuell liegt dieser bei knapp 42 Prozent.

"Wir sind schuldenfrei"
Seit 2015 geht es bei Lenzing sukzessive bergauf. Davor, konkret in den Jahren 2013 und 2014, hatte das Unternehmen unter dem damaligen Preisverfall bei Viskosefasern massiv zu leiden - was es zwang, einen harten Sparkurs zu fahren und dabei auch Jobs abzubauen. Diese schwierigen Zeiten sind jedoch längst Vergangenheit. Deutlich wird das auch dadurch, dass bei Lenzing wieder Geld in die Hand genommen wird, um zu investieren.

In den kommenden Jahren soll jedenfalls in Summe weit mehr als eine halbe Milliarde Euro für den Ausbau bestehender Werke beziehungsweise den Bau neuer Fabriken flüssig gemacht werden. "Wir sind schuldenfrei, wir können das stemmen", betont Finanzchef Thomas Obendrauf.

Zirka 200 Millionen Euro investiert der Konzern in seine Werke am Stammsitz Lenzing und im burgenländischen Heiligenkreuz. Außerdem fließen umgerechnet rund 250 Millionen Euro in den Ausbau des US-Standorts Mobile (Alabama). In dieser Größenordnung sollen sich auch die Investitionen für das geplante Lyocellfaser-Werk in Thailand (in der Nähe von Bangkok) bewegen.

100 neue Jobs bis Jahresende
Zur Jahresmitte hatte der Konzern weltweit mehr als 6300 Mitarbeiter, wovon etwas weniger als die Hälfte auf Österreich entfiel. Bis Jahresende möchte das Unternehmen rund 100 zusätzliche Mitarbeiter einstellen - in all jenen Ländern, in denen es derzeit expandiert.

Mehrheitsaktionärin der Lenzing AG ist die B&C Privatstiftung mit 50 Prozent plus einer Aktie. Die Oberbank in Linz hält 3,97 Prozent der Anteile, die restlichen 46,03 Prozent sind breit im Börsenpublikum gestreut.




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Dokument erstellt am 2017-08-23 17:06:05



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