• vom 25.08.2017, 20:01 Uhr

Österreich


Digitalisierung

Im Online-Handel fehlen faire Spielregeln




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  • Österreich braucht den regionalen Online-Handel.

Amazon-Verteilzentrum in Pforzheim: Der Online-Versandriese verkauft fast alles, was in ein Paket passt. - © APA/dpa/Uli Deck

Amazon-Verteilzentrum in Pforzheim: Der Online-Versandriese verkauft fast alles, was in ein Paket passt. © APA/dpa/Uli Deck

Wien. (ede) Irgendwann tut es jeder einmal: Bücher, Schuhe, Bekleidung oder sonstige Dinge, die in ein Paket passen, im Internet bestellen. Und es geht stetig nach oben. Werden derzeit hierzulande rund zehn Prozent der Einzelhandelsumsätze online erzielt, so wird dieser Anteil in zehn Jahren voraussichtlich bei etwa 15 Prozent liegen.

Leider kommt dies nicht nur der heimischen Wirtschaft zugute. Derzeit fließt mehr als die Hälfte des Umsatzes im Distanzhandel (Internet, klassischer Versandhandel und Teleshopping) in Höhe von 6,8 Milliarden Euro ins Ausland, vor allem nach Deutschland. Sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmervertreter sehen darin eine große Herausforderung - in mehrfacher Hinsicht.


Chancen der Digitalisierung stärker wahrnehmen
Der stationäre Handel - und hier vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) - müsse die Chancen der Digitalisierung stärker wahrnehmen. Es gelte, das Beste aus beiden Welten (online und offline) zu vereinen, so die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Die Arbeitnehmervertreter fordern verstärkte Weiterbildungsmaßnahmen für Handelsangestellte, um sie fit für beide Bereiche zu machen.

Im neuen Gehaltssystem, das die Sozialpartner für den Handel ausgearbeitet haben, seien bereits erste Schritte in diese Richtung gesetzt worden. Die Unternehmen seien nun gefordert, Ausbildungsplätze für den neuen Einzelhandels-Lehrberuf "Medienfachfrau/-mann" anzubieten.

Aufbau regionaler Online-Handelsplattformen
Notwendig seien auch ein flächendeckender Ausbau der IKT-Infrastruktur und ein Aufbau von regionalen Online-Handelsplattformen. Mittelfristig werde kaum ein Geschäft ohne die Nutzung neuer Technologien auskommen. Außerdem brauche es faire und klare Spielregeln zwischen stationärem und Online-Handel. AK und GPA forderten daher am Freitag, dass international tätige Anbieter wie Amazon, Zalando & Co. in Österreich künftig Gewinnsteuern entrichten.

Dieser Forderung schließt sich auch der Handelsverband an, der die Interessen von rund 100 großen Handelsunternehmen vertritt: "Wenn global agierende Onlinehändler Waren an österreichische Konsumenten verkaufen und daraus Gewinne erzielen, sollten sie auch in Österreich Gewinnsteuern abführen - das machen sie aktuell leider nicht", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Er fordert unter anderem eine "Versteuerung ab dem erstem Euro bei Einzelpaketversand in die EU". Die bis 2021 bestehende Mehrwertsteuerbefreiung bei Paketen aus Drittstaaten bis 22 Euro sollte beendet werden, um den europäischen Händler konkurrenzfähig zu machen und die Einfuhr von Billigware in die EU zu erschweren. Dies könnte zu einem Anstieg der Mehrwertsteuereinnahmen der Mitgliedstaaten von 7 Milliarden Euro jährlich führen.

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Dokument erstellt am 2017-08-25 16:45:06
Letzte nderung am 2017-08-25 17:57:13



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