• vom 29.08.2017, 16:06 Uhr

Österreich

Update: 30.08.2017, 11:51 Uhr

Finanzbranche

Geld zurück für Raiffeisen-Kreditkunden




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  • Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich will 170.000 Kunden gut 18 Millionen Euro für zu viel bezahlte Zinsen rückerstatten.

Heinrich Schaller, Chef der RLB Oberösterreich, setzt im Zuge der Digitalisierung künftig auch auf Online-Kredite. - © apa/Herbert Pfarrhofer

Heinrich Schaller, Chef der RLB Oberösterreich, setzt im Zuge der Digitalisierung künftig auch auf Online-Kredite. © apa/Herbert Pfarrhofer

Wien. (kle/apa) Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) bereitet sich darauf vor, insgesamt rund 170.000 Kunden Kreditzinsen zurückzuerstatten. Dafür seien im ersten Halbjahr 18,2 Millionen Euro zurückgestellt worden, sagte Bankchef Heinrich Schaller am Montagabend vor Journalisten. Vor der Auszahlung warte die RLB aber noch auf ein weiteres ausständiges Urteil des Obersten Gerichtshofes (OGH).

Der Hintergrund sind bisherige Entscheidungen des OGH, wonach Banken Negativzinsen bei variabel verzinsten Krediten zugunsten der Kunden berücksichtigen müssen, was sie bisher nicht getan haben. An der OGH-Entscheidung sei nicht zu rütteln, die RLB bereite alles für die Auszahlung vor, betonte Schaller. Trotzdem sei für Banker schwer nachvollziehbar, dass bei Krediten Negativzinsen an die Kunden weiterzugeben sind, bei Spareinlagen aber keine Negativverzinsung erlaubt ist.

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Leisten kann sich die RLB die Rückstellung derzeit problemlos. Im ersten Halbjahr sind die Geschäfte jedenfalls sehr gut gelaufen. So sprang das Betriebsergebnis von 101,4 Millionen auf 222,8 Millionen Euro. Auch der Gewinn vor Steuern legte kräftig zu - von 67,9 Millionen auf 234,9 Millionen Euro. Nach Steuern weist das Linzer Geldinstitut mit 215,3 Millionen Euro einen Gewinn aus, der viermal so hoch ausfiel wie in der ersten Hälfte des Vorjahres.

Kapitalquote gesunken
Geschrumpft ist indes die Kernkapitalquote. Sie lag per Ende Juni bei 13,9 Prozent, nachdem sie ein Jahr zuvor noch 14,6 Prozent betragen hatte. Den Rückgang begründete die Bank vor allem damit, dass sie die Gewinne des ersten Halbjahres nicht auf das Kernkapital anrechnen durfte.

Mit Blick auf das Thema Digitalisierung sagte Schaller, dass inzwischen 94 Prozent aller Zahlungen von Privatkunden selbst via Internet abgewickelt würden. Nun bereite sich die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich auf Online-Kreditvergaben vor. Noch im heurigen Jahr sollen Kredite von bis zu 4000 Euro online möglich sein, in Zukunft dann Kredite in einer Höhe von bis zu 30.000 Euro.

Außerdem wird die Bank ab 21. November und damit zum erstmöglichen Termin an der europaweiten Handy-zu-Handy-Zahlung teilnehmen - als eine von 40 Banken. Für Kunden würden Überweisungen damit schneller, für die Bank sei es neutral, so Schaller. Trotz Digitalisierung bleibe aber die Präsenz von Filialen wichtig, hob der Banker hervor, denn Menschen brauchten und nutzten persönliche Beratung. Die Zahl der Filialen werde allerdings sinken, auch würden Filialen flexibler. Angedacht ist, dass ein Mitarbeiter künftig mehr als eine Filiale betreuen könnte, die dann eben nur stundenweise oder einzelne Tage offen haben werde.

Fusionen bei Raikas
Zum Personalstand hielt Schaller fest, dieser werde weiter sinken, allerdings über natürliche Abgänge und nicht über Kündigungen. Weiter gehen auch die Fusionen von Raiffeisenbanken. Aktuell gebe es in Oberösterreich nun 82 (Vorjahr: 85) Raikas. Eine Zielgröße für den künftigen Filialstand nannte Schaller jedoch nicht.

Bei der Schaffung einer Kooperationsplattform der Raiffeisenlandesbanken nach der Fusion von RZB und RBI sei man "sehr weit", sagte der RLB-Chef. In den nächsten ein bis zwei Monaten werde es dazu Ankündigungen geben.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-29 16:12:06
Letzte nderung am 2017-08-30 11:51:06



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