• vom 08.09.2017, 20:49 Uhr

Österreich

Update: 08.09.2017, 21:09 Uhr

Wahlkampf

Regierungsansage bei Neos-Auftakt




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  • Strolz ist für das Amt des Vizekanzlers und Bildungsministers "bereit" - Start in den Wahlkampf als Uni-Party mit 800 Besuchern.

Wien. (apa/red) Mit einer Regierungsansage sind die Neos in den Wahlkampf gestartet. "Ich bin bereit", sagte Spitzenkandidat Matthias Strolz am Freitag zur Frage, ob er Vizekanzler werden wolle. Auch den Bildungsminister würde er gerne stellen, sagte er vor rund 800 Besuchern beim Wahlkampfauftakt in einem Gebäude der neuen Wirtschaftsuniversität. Zudem warnte er vor einem "Orbanismus" unter Schwarz-Blau.

"Wollt ihr den Vizekanzler Strache oder den Vizekanzler Strolz?", lautete die Frage, die sich der Neos-Gründer selbst vor seinen Anhängern stellte. Letzteres sah er bereits in Griffweite. Aber auch einen anderen Job würde er übernehmen: "Ich bin bereit, nächster Bildungsminister in Österreich zu sein." Nun gelte es, die kommenden 37 Tage anzupacken, dann sei dieses Ziel nicht weit entfernt.


Strolz warnt vor Schwarz-Blau
Beängstigender schauen für Strolz freilich andere Koalitionsvarianten nach der Wahl aus. So könnte sich eine schwarz-blaue Regierung ihr Vorbild etwa bei Ungarns Premier Viktor Orbán suchen, warnte der Neos-Spitzenkandidat. Nicht besser sehe es unter Rot-Blau aus: eine "dumpfe völkische Folklore", kombiniert mit Schuldenpolitik. "Wenn sich die Chance auf eine neue Regierung ergibt, dann werden wir das sehr entschlossen verhandeln", meinte Strolz. Ansonsten beschwörte Strolz abermals pinke Werte wie Europafreundlichkeit, Weltoffenheit, Eigenverantwortung, Freiheitswille und Nachhaltigkeit. Vor allem mit dem derzeitigen Bildungssystem in Österreich ging er ins Gericht. So sei das Prinzip von 50-Minuten-Stunden 300 Jahre alt. "Mit dem muss man abfahren", so Strolz.

Zuvor hatte es ermutigende Worte des Alde-Vorsitzenden Guy Verhofstadt gegeben, der eigens für den Neos-Auftakt angereist war. Er verglich die Erfolgsgeschichte der Oppositionspartei sogar mit jener des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. "Neos ist auf der richtigen Seite der Geschichte", sprach er Schlappen mehrerer rechtspopulistischer Parteien in Europa an. Grußworte gab es zudem von anderen bekannten Liberalen Europas, etwa von FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner per Video.

Griss: Inhaltliche Allianz
Auch Kandidatin Irmgard Griss bekräftigte in einer kurzen Ansprache ihre inhaltliche Allianz mit den Neos. Vor allem die positive Einstellung zu Europa sowie verantwortungsvolle Politik würden diese auszeichnen. Angriffig hatte sich zuvor Wiens Parteiobfrau Beate Meinl-Reisiniger gegeben. Sie warnte vor allem vor dem "Geschäft mit der Angst" im Wahlkampf. Eine offene Gesellschaft brauche weder Zäune noch Mauern, sprach sie auch die vor dem Bundeskanzleramt nun gestoppte Anti-Terror-Barrikade an.

Der Neos-Auftakt auf dem Wiener WU-Gelände hatte sich bereits zuvor wie eine Uni-Party gestaltet. Vor dem offiziellen Teil machte die Mitarbeiter-Combo "Wahlfreiheit" Stimmung und spielte beim Einzug von Strolz einen Song seiner Lieblingsband U2, "Beautiful Day". Nach dem offiziellen Teil gab es Queens "Don’t stop me now" vom Band. Der Abend endete in hipper Manier mit Klängen von Elektronik-Pionier Christopher Just.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-08 20:54:02
Letzte nderung am 2017-09-08 21:09:44



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