• vom 13.09.2017, 16:18 Uhr

Österreich

Update: 13.09.2017, 16:49 Uhr

Stahlindustrie

Voestalpine unter Kartellverdacht




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  • Wettbewerbshüter führten am Hauptsitz in Linz Razzia durch. Vermutet werden verbotene Preisabsprachen mit anderen Stahlkonzernen.

Linz/Wien. (kle/reu) Nach Stahlunternehmen in Deutschland haben Wettbewerbshüter nun auch den oberösterreichischen Voestalpine-Konzern ins Visier genommen. Wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen bei Grobblechen hat die BWB, die Bundeswettbewerbshörde, auf Ersuchen des Bonner Kartellamts am Dienstag und auch am Mittwoch zusammen mit dem Landeskriminalamt Geschäftsräume am Firmensitz in Linz durchsucht, wie die in Wien ansässige Behörde mitteilte.

Ein Voestalpine-Sprecher sagte, man nehme die Vorwürfe ernst und unterstütze die Arbeit der Behörden. Weitergehende Informationen seien "zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich".

Im August Razzien bei
sieben Firmen in Deutschland

Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den Razzien in Deutschland, die das dortige Bundeskartellamt am 22., 23. und 24. August im Bereich Flachstahl bei sieben Unternehmen und drei Privatwohnungen durchgeführt hat. Namen nannte das Kartellamt keine. Der deutsche Salzgitter-Konzern und der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal hatten aber zugegeben, von den Untersuchungen betroffen zu sein.

Das Kartellamt hat seit längerem die Stahlunternehmen im Visier. Seit Ende 2015 läuft ein Verfahren im Bereich Edelstahlproduktion und -vertrieb. Im Sommer 2016 wurden sechs Autobauer und Zulieferer wegen des Verdachts auf Preisabsprachen beim Stahleinkauf durchsucht. Im heurigen Juni durchleuchtete die Behörde drei Autozulieferer aus der Schmiedebranche.

Durchsuchungsbeschlüsse setzen einen Anfangsverdacht für einen Kartellrechtsverstoß voraus, bis zum Abschluss des Verfahrens gilt aber die Unschuldsvermutung. Bestätigt sich der Verdacht der Wettbewerbshüter, können sie empfindliche Geldstrafen verhängen. Theoretisch kann das Kartellamt Unternehmen mit bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes belangen - in der Praxis schöpft die Behörde diesen Rahmen aber nicht aus. Die Voestalpine hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 11,3 Milliarden Euro.

Die konkrete Höhe des Bußgeldes ist abhängig von der Schwere und der Dauer der Tat. Rekordbußgelder in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro verhängte die Behörde etwa 2003 gegen die Mitglieder eines Zement-Kartells. Gerichte reduzierten die Strafsumme später aber deutlich auf rund 400 Millionen Euro.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-13 16:24:03
Letzte nderung am 2017-09-13 16:49:46



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