• vom 21.09.2017, 15:36 Uhr

Österreich

Update: 22.09.2017, 13:39 Uhr

Finanzbranche

Europas Vorreiter im Iran-Geschäft




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Von Arian Faal

  • Die Oberbank hat als erste europäische Bank ein Rahmenkreditabkommen mit den Persern unterzeichnet.

Bankchef Gasselsberger ist stolz auf das Iran-Geschäft.

Bankchef Gasselsberger ist stolz auf das Iran-Geschäft.© Reuters. Bankchef Gasselsberger ist stolz auf das Iran-Geschäft.© Reuters.

Linz. Im Panoramasaal des Linzer Hauptsitzes der Oberbank wurde am Donnerstag ein historischer Vertrag zum Abschluss gebracht: Die Oberbank hat als erstes europäisches Finanzinstitut ein Rahmenkreditabkommen mit den Persern unterzeichnet.

Die eineinhalb Jahre lang verhandelte Rahmenvereinbarung ermöglicht von der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) gedeckte Finanzierungen mit Laufzeiten von mehr als zwei Jahren. Es legt zwar kein bestimmtes Volumen fest, da sich die Höhe der Finanzierungen am Bedarf der österreichischen Exporteure orientiert. Die Milliardenmarke soll aber übertroffen werden. Damit soll Geld für bereits anstehende Projekte in den Bereichen Infrastruktur (Bahnbau, Wasserkraft, Photovoltaik) und Gesundheitswesen sowie Anlagenbau zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Iran fließen. Bei dem Festakt zur Unterzeichnung des Abkommens, an dem unter anderem der iranische Botschafter Ebadollah Molaei, Oberbank-Chef Franz Gasselsberger, der stellvertretende iranische Finanzminister Mohammad Khazaee und der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl (ÖVP) teilnahmen, lobten alle die traditionellen und "ausgezeichneten" Beziehungen zwischen der Islamischen Republik und Österreich.

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"Ich freue mich, diese Vereinbarung zu unterzeichnen. Sie ist ein zusätzlicher Katalysator für das iranische Wirtschaftswachstum und den Außenhandel mit Österreich", sagte Gasselsberger im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Das Interesse unserer Kunden am Iran ist groß. Zahlreiche Projekte sind bereits in der Pipeline", ergänzte er. Die Vereinbarung werde viele Türen öffnen. Das Rahmenkreditabkommen werde nämlich von namhaften österreichischen Firmen im Iran dringend erwartet, die sich kurz vor der Unterzeichnung von Exportverträgen befinden. Die Vereinbarung verschaffe ihnen einen Wettbewerbsvorteil, betonte der Banker.

Wichtige Drehscheibe
für den Iran

Die Oberbank hat auch während der Sanktionszeit gute Beziehungen zu ihren iranischen Partnern unterhalten. Derzeit bestehen Verbindungen zu 21 Partnerbanken, obendrein werden Euro-Konten für elf iranische Banken verwaltet, über die Zahlungsverkehr und Dokumentengeschäfte abgewickelt werden. Die Oberbank ist nach eigenen Angaben in Österreich Vorreiter bei "trade finance transactions" mit iranischen Partnern. Jede Bank, die dort geschäftlich tätig ist, müsse strenge Regeln einhalten und werde dabei laufend überprüft. So habe man sich über die Jahre umfassendes Know-how aufgebaut und kenne die Regularien und das Kundengeschäft gut. Nach wie vor gebe es Sanktionen der EU und der USA, die es zu beachten gelte. Die US-Rechtslage sei besonders komplex, weshalb auf einen eventuellen US-Bezug im Kundengeschäft geachtet werde, um nicht indirekt Vorschriften zu verletzen. Die Begleitung von Transaktionen mit US-Bezug werde ohnehin abgelehnt, hält die Bank fest. Auf die Wiedereinführung internationaler Sanktionen und die Aufkündigung des Atomabkommens sei man vorbereitet.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-21 15:42:05
Letzte nderung am 2017-09-22 13:39:05



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