• vom 13.11.2017, 19:20 Uhr

Österreich

Update: 13.11.2017, 22:43 Uhr

Zugverkehr

Private Bahn zwischen Wien und Prag




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Von Stefan May

  • Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember macht ein weiterer Privatbahnbetreiber den ÖBB Konkurrenz.

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Ales Ondruj verspricht ähnliche Preise wie im Fernbus.

Ales Ondruj verspricht ähnliche Preise wie im Fernbus.© May Ales Ondruj verspricht ähnliche Preise wie im Fernbus.© May

Wien/Prag. Der Eintritt auf den österreichischen Markt soll das eigene Netz komplettieren, sagt der Sprecher des privaten tschechischen Eisenbahn-Betreibers Regiojet, Ales Ondruj. Das neue Angebot möchte in erster Linie Autofahrer und Buspassagiere ansprechen, nicht Fahrgäste anderer Bahnen abwerben. "Wir wollen das Busangebot zwischen Prag und Wien reduzieren oder gänzlich einstellen", sagt Ondruj im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Denn ab 10. Dezember wird Regiojet zwischen diesen beiden Städten täglich mit vier Zügen in jede Richtung unterwegs sein. "Der Zug vermittelt höheren Wert, wir erwarten vermehrt Passagiere vom Bus, die auf die Bahn wechseln."

Vier Klassen bietet Regiojet auf der Schiene an: In den drei Klassen Business, Relaxed und Standard werden Trinkwasser, Kaffee, Tee und Apfelsaft, Zeitungen und WLAN gratis angeboten. Die vierte Klasse ist das Low-Cost-Segment. Auch hier gibt es Zeitungen, Wasser und WiFi ohne Aufzahlung, allerdings ohne weiteren Service. Doch kann dort gratis Fahrradmitnahme gebucht werden. In den drei anderen Klassen kümmert sich ein Steward um die Reisenden jeweils zweier Waggons.


Kein Speisewagen,
aber Speisenangebote

Das Ticket für den Regiojet enthält automatisch eine Platzreservierung. Schaffner sind deshalb nicht nötig. Allerdings nimmt ein Steward Bestellungen entgegen, gibt sie an das Küchenabteil weiter und serviert an den Platz: Sushi um drei Euro, kaltes Schnitzel, Salat, Kuchen. Über Speisewagen verfügt Regiojet nicht. "Wir wollen nicht, dass sich die Leute Essen daheim vorbereiten oder Baguettes vor der Reise kaufen", erklärt Sprecher Ondruj. "Jeder kauft im Zug etwas", meint er, womit diese Art von Catering einträglicher als ein Speisewagen sein könnte. "Reisen ist langweilig", fügt der Firmensprecher hinzu. Deshalb gebe es nicht nur Speiseangebote, sondern auch in die Lehnen der Vordersitze eingebaute Bildschirme - in der Bahn ebenso wie in den Bussen. 15 Filme stehen zur Auswahl.

Begonnen hat alles Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals gründete der heutige Alleineigentümer Radim Jancura ein Service-Unternehmen mit dem Namen Student Agency zur Unterstützung tschechoslowakischer Studenten im Ausland. Heute ist das Unternehmen Tschechiens Nummer eins als Reisebüro im Verkauf von Flugtickets. Student Agency heißt die gesamte Gruppe noch immer. Die knallgelb gestrichenen Busse und Bahnen sind aber inzwischen als Regiojet unterwegs.

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Zugverkehr, Regiojet

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-13 18:29:08
Letzte nderung am 2017-11-13 22:43:26



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