• vom 01.12.2017, 16:26 Uhr

Österreich


Arbeitsmarkt

Trendwende bei Langzeitarbeitslosen




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  • Die Arbeitslosenquote ist im November auf 8,2 Prozent gesunken, insgesamt waren 404.699 Menschen ohne Job.



Wien. (apa/kle) Die Arbeitslosigkeit in Österreich geht weiter zurück. Per Ende November sank die Zahl der arbeitslosen Personen (inklusive Schulungsteilnehmer) um 5,7 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt waren mit Ende November 404.699 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkt. Damit hat sich der Rückgang weiter beschleunigt, teilte das Sozialministerium am Freitag in einer Aussendung mit.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sank um 0,8 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Warenproduktion und am Bau aus. Deutlich gestiegen ist die Zahl der dem AMS gemeldeten offenen Stellen, und zwar um mehr als ein Drittel auf 54.745 freie Jobs.


Stöger lobt Aktion 20.000
Der scheidende Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sieht im Rückgang der Arbeitslosigkeit einen Beweis für die Wirksamkeit seiner Arbeitsmarktpolitik. Mit der Aktion 20.000 sei auch die Trendwende bei der Langzeitarbeitslosigkeit erreicht. "Diese Politik muss ungemindert fortgesetzt werden, nur dann können wirklich alle Menschen in Österreich von der guten Wirtschaftslage profitieren", betonte Stöger.

Die Aktion 20.000, mit der 20.000 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose über 50 Jahren neu geschaffen werden sollen, ist in den vergangenen Wochen unter Beschuss der Koalitionsverhandler gekommen und könnte zurückgenommen werden. Die Aktion 20.000 läuft derzeit als Pilotprojekt und soll ab 1. Jänner 2018 bundesweit ausgerollt werden. Die Aktion kostet 780 Millionen Euro, wobei laut Sozialministerium davon 580 Millionen Euro das ohnehin fällige Arbeitslosengeld darstellen, die Mehrkosten also bei 200 Millionen Euro liegen.

In den neuen Arbeitsmarktzahlen per Ende November ist erstmals ein Rückgang bei der Langzeitarbeitslosigkeit festzustellen. Konkret ging die Zahl jener Arbeitslosen, die länger als zwölf Monate vorgemerkt waren, um 2,8 Prozent auf 56.132 zurück. Auch bei den Älteren über 50 Jahren gab es im abgelaufenen Monat einen Rückgang um 2,0 Prozent auf 100.985 Arbeitslose.

Im November war die Arbeitslosigkeit bei Männern (minus 9,2 Prozent) stärker rückläufig als bei Frauen (minus 6,8 Prozent), bei Inländern (minus 8,8 Prozent) deutlicher als bei Ausländern (minus 6,3 Prozent). Besonders stark fiel der Rückgang bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) mit einem Minus von 17,1 Prozent aus. Bei behinderten Personen blieb die Arbeitslosigkeit mit minus 0,1 Prozent de facto gleich.

Demgegenüber hat sich die Beschäftigung dynamisch entwickelt - laut Sozialministerium "beflügelt von dem im Juli in Kraft getretenen Beschäftigungsbonus". Mit Ende November 2017 waren in Österreich insgesamt 3,682.000 Personen unselbständig beschäftigt. Damit stehen heuer um 78.000 Personen mehr in Arbeit als im vergangenen Jahr, das entspreche dem zweitbesten Anstieg im derzeitigen Aufschwung. Bei den unselbständig aktiv Beschäftigten (inklusive freier Dienstverträge, ohne Kinderbetreuungsgeld-/Karenzgeldbezieher und Präsenz-/Zivildienstleistende) zeige sich sogar der stärkste Beschäftigungsanstieg dieses Konjunkturzyklus mit 81.000 Personen mehr in Arbeit.

Lehrstellenlücke verkleinert
Nach Branchen gegliedert war der stärkste prozentuelle Rückgang in der Warenproduktion (minus 13,9 Prozent) und am Bau (minus 12,6 Prozent) zu verzeichnen. Stark gefallen ist die Arbeitslosigkeit auch im Handel (minus 9,7 Prozent) und im Tourismus (minus 8,5 Prozent). Gut sieht es auch für die Lehrlinge aus: Den 5611 Lehrstellensuchenden stehen 4719 offene Lehrstellen gegenüber, die Lehrstellenlücke sank um 1387 auf nun 892 fehlende Lehrstellen.

Die Zahl der Schulungsteilnehmer ist im November um 5,9 Prozent auf 77.823 Personen gestiegen. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ging um 8,1 Prozent auf 326.876 zurück.

Regional betrachtet sank die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen in allen Bundesländern, besonders stark ging sie in der Steiermark (minus 15,1 Prozent) und in Oberösterreich (minus 10,4 Prozent) zurück. Am geringsten fiel der Rückgang in Vorarlberg aus (minus 0,6 Prozent).




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Dokument erstellt am 2017-12-01 16:32:06



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