• vom 03.01.2018, 16:33 Uhr

Österreich


Luftfahrt

Niki-Verkauf wackelt wieder




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  • Ein Fluggastrechte-Portal pocht auf ein Insolvenzverfahren in Österreich, um Passagieransprüche leichter durchsetzen zu können.

- © apa/dpa/Marcel Kusch

© apa/dpa/Marcel Kusch

Wien/Berlin. (apa/kle) Die Rettung der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki durch die britisch-spanische International Airlines Group (IAG) wird wegen eines juristischen Streits um Fluggastrechte und den Insolvenzgerichtsstandort wieder zur Zitterpartie. Denn auch die für den heutigen Donnerstag angekündigte Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg über eine Beschwerde von Verbraucherschützern soll noch nicht das letzte Wort sein.

"Wir werden den Rechtsweg ausschöpfen", kündigte Ronald Schmid, Sprecher des auf Fluggastrechte spezialisierten Wiener Online-Portals Fairplane, an. Die Plattform pocht bei Niki auf ein Insolvenzverfahren in Österreich. Hier rechnet sich Fairplane bessere Chancen aus, Forderungen seiner Kunden aus ganz Europa für ausgefallene Niki-Flüge - insgesamt mehr als eine Million Euro - einzutreiben.


Fairplane hatte zuvor die Zuständigkeit des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg beim Insolvenzverfahren für Niki angezweifelt. Es legte beim Gericht Beschwerde gegen die Eröffnung des Verfahrens in Deutschland ein. Das Amtsgericht Charlottenburg will nun heute darüber entscheiden. Am Mittwoch teilte es mit, die Beschwerde habe "keine aufschiebende Wirkung". Der Beschluss des Gerichts zur Annahme des Niki-Insolvenzverfahrens in Berlin vom 13. Dezember gelte, solange er nicht unanfechtbar aufgehoben werden sollte. Das Amtsgericht kann seinen eigenen Beschluss aufheben oder die Beschwerde dem Landgericht Berlin vorlegen.

Nur verlängerte "Werkbank"?
Fairplane argumentiert, ein österreichischer Konkursverwalter werde - anders als der vom Amtsgericht Charlottenburg eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther - die Interessen der Niki-Mutter Air Berlin nicht beachten. Die Fluggäste drohten gerade wegen möglicher Interessenkonflikte Flöthers, der zugleich Insolvenzverwalter von Air Berlin ist, leer auszugehen. Ein Sprecher Flöthers erklärte dagegen, im Fall von Kollisionen der Ansprüche von Air Berlin und Niki werde ein Sonderinsolvenzverwalter eingesetzt. Dies habe Flöther selbst schon Mitte Dezember gegenüber dem Amtsgericht erklärt.

Die von rund 400.000 Niki-Kunden ausstehenden Forderungen für bezahlte Tickets müssten diese außerdem an Air Berlin stellen, da Niki nur als verlängerte "Werkbank" tätig gewesen sei. Damit könnten alle, die nach dem Air-Berlin-Pleitedatum 15. August gebucht hätten, ihr Geld zurückbekommen, da dies auf einem Treuhandkonto liege.

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Dokument erstellt am 2018-01-03 16:38:08



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