Nur ein geringer Anstieg wurde hingegen bei arbeitslosen Jugendlichen (+1,4 Prozent) auf 34.680 verzeichnet. Auch die Differenz zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen ("Lehrstellenlücke") ging um 223 auf 548 zurück. 4.073 Lehrstellensuchenden standen 3.525 offene Lehrstellen gegenüber. Die Jugendarbeitslosigkeit betrug nach EU-Berechnungen im April in Österreich 8,9 Prozent, was nach Deutschland (7,9 Prozent) der zweitbeste Wert in der EU ist.
Die Arbeitslosigkeit bei Frauen hat im Mai um 2,4 Prozent (2.532) auf 107.116 zugelegt, bei Männern machte der Anstieg 6,1 Prozent (7.176) auf 123.961 aus.
Den deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei behinderten Personen (+14 Prozent) auf 6.804 Betroffene erklärt sich das Sozialministerium mit einer verstärkten Erfassung von Behinderung beim Arbeitsmarktservice (AMS). Seit Jahresbeginn würden vom AMS zusätzliche Mittel für die Beschäftigungsförderung von Behinderten bereitgestellt und die statistische Erfassung von Arbeitslosen mit Behinderung verstärkt vorgenommen, erläuterte das Sozialministerium. Bei Arbeitslosen mit sonstigen gesundheitlichen Vermittlungsschwierigkeiten wurde ebenfalls ein starker Anstieg von 9,2 Prozent auf 31.099 registriert.
Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg um 5,7 Prozent auf 5.118. Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ging um zwei Tage auf 94 Tage zurück. 32.176 der vorgemerkten Arbeitslosen (-7,2 Prozent) hatten eine Einstellzusage.
Hohe Arbeitslosigkeit im Euroraum
Im Euroraum blieb die Arbeitslosenquote im April mit 11,0 Prozent unverändert auf dem Rekordniveau. So die aktuelle Statistik des EU-Statistikamtes Eurostat. Die höchsten Arbeitslosenraten meldeten Spanien (24,3 Prozent), Griechenland (21,7 Prozent) sowie Lettland und Portugal (je 15,2 Prozent).
Im April 2011 hatte die Arbeitslosenrate in der Eurozone noch 9,9 Prozent betragen. In der gesamten EU stieg die Quote im April dieses Jahres leicht auf 10,3 Prozent, gegenüber 10,2 Prozent im März. Zum Vergleich dazu: Im April dieses Jahres lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 8,1 Prozent und in Japan bei 4,6 Prozent.
Nach Schätzung der EU-Statistiker waren damit im April 24,7 Millionen Menschen in der EU arbeitslos, davon 17,4 Millionen im Euroraum. Gegenüber März stieg die Zahl der Arbeitslosen um weitere 102.000 in der EU und um 110.000 im Euroraum. Die höchsten Zuwächse binnen zwölf Monaten verzeichneten Griechenland, Spanien und Zypern.
Im April waren in der EU 5,5 Millionen Jugendliche im Alter unter 25 Jahren arbeitslos, davon 3,4 Millionen im Euroraum. Gegenüber dem Vorjahr stieg deren Zahl in der EU um 268.000 und im Euroraum um 214.000. Die Jugendarbeitslosenquote lag im April in der EU bei 22,4 Prozent und im Euroraum bei 22,2 Prozent. Zwölf Monate vorher hatte die Rate noch 20,9 Prozent bzw. 20,4 Prozent betragen. Die niedrigsten Quoten verzeichneten aktuell Deutschland (7,9 Prozent), Österreich (8,9 Prozent) und die Niederlande (9,4 Prozent). Am höchsten war die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland (52,7 Prozent) und Spanien (51,5 Prozent).