• vom 18.10.2016, 18:31 Uhr

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"Anti-Merkel-Energiewende"




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  • OMV-Chef übt auch Kritik an Polens Widerstand gegen das Projekt "Nord Stream 2".

Rainer Seele will ökologischen Vorteil von Gas betonen. - © apa/Pfarrhofer

Rainer Seele will ökologischen Vorteil von Gas betonen. © apa/Pfarrhofer

Wien. "Wenn wir wirklich eine Reduzierung unserer CO2-Emissionen sehen wollen, und wenn wir wirklich mehr Gas in der Stromerzeugung haben wollen, dann können Sie das meines Erachtens nur politisch, dann müssen Sie so eine Anti-Merkel-Energiewende machen", sagte OMV-Chef Rainer Seele bei einer Veranstaltung Montagabend in Wien.

Er habe in Deutschland "die Energiewende miterlebt, die dazu führt, dass die Energiewirtschaft fast ruiniert am Boden liegt", sagte Seele. Deutschland habe sich entschieden, auf Kohle zu setzen. Dadurch seien dort trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien die CO2-Emissionen gestiegen.

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Die OMV wolle den ökologischen Vorteil von Erdgas bei der Energieerzeugung viel mehr in den Vordergrund bringen, sagte Seele. Die Verwendung von Gas dürfe nicht "wegen einer Beschäftigungssicherungsstrategie" und einer "vorgetäuschten Sicherheitsstrategie" behindert werden, so der OMV-Chef und verwies dabei auf "Polen an erster Stelle".

Wegen des polnischen Widerstands gegen "Nord Stream 2" hatte die OMV ihren Ausstieg aus dem Pipeline-Projekt bekannt gegeben. "Aber wir haben nach wie vor daran Interesse", sagte Seele. "Nord Stream" eröffnete andere Importwege für russisches Gas nach Österreich. "Wir haben derzeit nur eine einzige Monopolroute, und die geht durch die Ukraine." Es sei in der Vergangenheit vorgekommen, dass für Österreich russisches Gas durch die Ukraine nicht angekommen sei. Darum sei es wichtig, dass es einen zweiten Weg gebe. Die OMV-Investitionen in die Gasproduktion seien nicht auf ein Wachstum in den Gasmärkten gerichtet, es gehe darum, den drastischen Produktionsrückgang in Europa zu kompensieren.

Wegen des Ölpreisverfalls musste man auch die Investitionen drastisch zurückfahren. "2015 hatten wir 2,7 Milliarden Euro investiert, in diesem Jahr schätzen wir, dass wir nicht mal mehr 2,2 Milliarden Euro investieren werden." Die Aufwendungen für die Suche nach neuen Ölfeldern habe man drastisch zurückgenommen.

Es sei bisher nicht gelungen, den Förderabfall durch neue Funde zu ersetzen, daher habe man beschlossen, günstig Felder zu kaufen. "Aber wenn wir selber nicht sehr viel Cash haben, dann versuchen wir einfach, Assets einzusetzen", so Seele. "So ist ein Tausch von Assets zustande gekommen, der für die OMV den Einstieg bedeutet in eine neue Produktionsregion, nämlich Russland." Darüber hinaus konzentriere man sich auch auf den Mittleren Osten, eine weitere Region mit niedrigen Förderkosten.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-10-18 15:53:05
Letzte ─nderung am 2016-10-18 16:02:55



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