• vom 31.07.2017, 14:10 Uhr

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Zweiradbranche

Hubraum ist wieder in Mode




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Von Thomas Pressberger

  • Schwere Maschinen und Roller verkaufen sich heuer gut. Die Zweiradbranche ist trotz der Absatzsteigerung nicht glücklich.

Schwere Motorräder sieht man wieder öfter auf der Straße. Das Verhältnis zu den Autofahrern hat sich verbessert. - © fotolia/nikoendres

Schwere Motorräder sieht man wieder öfter auf der Straße. Das Verhältnis zu den Autofahrern hat sich verbessert. © fotolia/nikoendres

Wien. "2017 läuft bisher gut, wir sind sehr zufrieden", sagt Ferdinand Fischer, Sprecher des Zweiradhandels in der Wirtschaftskammer Österreich. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 2,2 Prozent mehr Stück als im Vergleichszeitraum des Vorjahres verkauft. Die einzelnen Kategorien entwickeln sich jedoch unterschiedlich. Während es bei Mopeds und Rollern ein Plus von sieben Prozent und bei den schweren Motorrädern ein Plus von zehn Prozent gibt, lassen die Modelle dazwischen, also jene zwischen 125 und 650 Kubik, aus.

Dass schwere Motorräder in den vergangenen Jahren wieder mehr in Mode gekommen sind, liege schlicht und einfach am größeren Hubraum. Den meisten gehe es nicht um die Endgeschwindigkeit, sondern um die Kraft. "Man muss sie nicht so hochtourig fahren und kann auch sicherer unterwegs sein", sagt Fischer. Schließlich müsse man manchmal in kritischen Situationen nicht nur bremsen, sondern auch beschleunigen. Außerdem seien die schweren Motorräder zunehmend gesellschaftsfähig geworden und würden eine immer breitere Gruppe ansprechen.


In der Stadt seien Roller vermehrt im Kommen. "Die Staus werden mehr und die Parkplätze weniger", sagt Fischer. Wenn man bedenke, wie viele Zweiräder in Rom oder Mailand unterwegs seien, gebe es in den österreichischen Städten noch Potenzial.

Dass der Nachwuchs wieder mehr Gas gibt, liegt an Änderungen beim Motorrad-Führerschein. Wer den B-Führerschein hat, kann in nur sechs Stunden einen A-Führerschein bis zu 125 Kubik erwerben. Außerdem können L17-Kandidaten auch gleich parallel den Leichtmotorrad-Führerschein machen. Früher mussten sie dafür ein Jahr warten. Späteinsteiger, die bereits den B-Führerschein haben, können den Motorradführerschein innerhalb von zwei Wochen ohne Theorieteil machen, auch das ist eine Erleichterung. "Es wissen aber noch zu wenige, dass diese Hürden weg sind", sagt Fischer.

Trotz guter Verkaufszahlen ist die Branche nicht sorgenfrei. Der "Raubtierkapitalismus" der Hersteller plagt die meisten Händler, so Fischer. Auch wenn man bei vielen Dingen "ein Herz und eine Seele" sei, bei wirtschaftlichen Belangen sei man übers Kreuz. "Die Margen werden immer geringer und die Anforderungen immer höher", sagt Fischer. Er meint mit Letzterem unter anderem Vorgaben bei Investitionen und Rabattdruck. Auch die öffentliche Hand mache mit Auflagen und Bürokratie das Leben schwer. "Die goldenen Zeiten sind für den Handel vorbei", sagt Fischer.

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Dokument erstellt am 2017-07-31 14:15:09



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