• vom 03.08.2017, 16:30 Uhr

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Update: 03.08.2017, 16:47 Uhr

Bank Austria

UniCredit überrascht Börse




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  • Die italienische Großbank plant erstmals seit fünf Jahren eine Dividende. Die Österreich-Tochter Bank Austria verdient gut, muss aber weiter sparen.


© apa/Neubauer; ap/Bruno © apa/Neubauer; ap/Bruno

Mailand/Wien. Die italienische Großbank UniCredit hat dank drastischer Einsparungen, aber auch durch einzelne Sondereffekte überraschend viel verdient. Der Nettogewinn im zweiten Quartal 2017 stieg um gut 3 Prozent auf 945 Millionen Euro. Der erst seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschef Jean-Pierre Mustier äußerte sich zufrieden: "Der Motor läuft wie geschmiert." Mustier kündigte eine Dividendenzahlung an - die erste seit fünf Jahren. Bei den Anlegern kam das gut an: Die Aktie kletterte an der Mailänder Börse um fast 5 Prozent.

Bank Austria verdient auch ohne Ostgeschäft gut
Bei der Tochter Bank Austria wirft der Sparkurs Früchte ab. Im ersten Halbjahr 2017 sind die Kosten im österreichischen Bankgeschäft zweistellig gesunken, der Personalstand ist weiter rückläufig. Konkret waren Ende Juni 2017 in der Österreich-Division der UniCredit 5329 Mitarbeiter beschäftigt, um 6 Prozent oder 341 Vollzeitstellen weniger als im Jahr davor. In Österreich werden 130 Bank-Austria-Filialen betrieben, 20 weniger als voriges Jahr um diese Zeit.

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Im zweiten Quartal erzielte die Bank Austria 205 Millionen Euro Nettogewinn - und das auch ohne die frühere Profitquelle Osteuropa. In den ersten sechs Monaten 2017 betrug der Nettogewinn 273 Millionen Euro. Mit 1. Oktober 2016 hatte die Bank Austria die bis dahin von Wien aus gesteuerte Ostbankensparte an die Konzernmutter UniCredit abgegeben.

Im ersten Halbjahr 2016 hatte die Bank noch einen Verlust von 119 Millionen Euro geschrieben. Damals waren mehrere hundert Millionen für die Übertragung von Bank-Austria-Pensionen ins staatliche ASVG-Pensionssystem rückgestellt worden.

In einem Interview mit der "Presse" hat Mustier vor einigen Tagen den Wunsch geäußert, in Österreich mögen endlich die Gerüchte verstummen, dass UniCredit einen Teil der österreichischen Aktivitäten verkaufen wolle. Die Bank Austria, beziehungsweise ihre Vorgängerbanken, gebe es schon seit 160 Jahren. "Sie ist Teil unserer Gruppe, und sie soll das auch die nächsten tausend Jahre bleiben", sagte Mustier.

Die UniCredit hatte 2016 nach teuren Risikovorsorgen, Abschreibungen und Rückstellungen noch einen Verlust von fast 12 Milliarden Euro verbucht. Mustier schloss Filialen und trennte sich unter anderem vom Vermögensverwalter Pioneer. Nun muss weiter gespart werden. Für die Bank Austria lauten die Vorgaben, dass bis 2019 das Kosten-Ertrags-Verhältnis bei 62,1 Prozent liegen soll, nach derzeit 72,4 Prozent.




Schlagwörter

Bank Austria, UniCredit

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Dokument erstellt am 2017-08-03 16:36:06
Letzte nderung am 2017-08-03 16:47:18



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