• vom 07.08.2017, 21:59 Uhr

Unternehmen


Arbeitsmarkt

Was beim Beschäftigungsbonus zu beachten ist









  • Ausbezahlt wird erst im Nachhinein. Ob ein zusätzlicher Job geschaffen wurde, wird kontrolliert.

Arbeitsplätze schaffen: Das ist das Ziel der Regierung - und sie lässt sich das auch einiges kosten.

Arbeitsplätze schaffen: Das ist das Ziel der Regierung - und sie lässt sich das auch einiges kosten.© fotolia/Marco2811 Arbeitsplätze schaffen: Das ist das Ziel der Regierung - und sie lässt sich das auch einiges kosten.© fotolia/Marco2811

Wien. Rund 9000 Anträge auf den von der Regierung beschlossenen Beschäftigungsbonus sind beim Austria Wirtschaftsservice (AWS) bis dato eingegangen. Für zusätzlich eingestellte Mitarbeiter werden die Lohnnebenkosten für drei Jahre zu 50 Prozent refundiert. Mit der Maßnahme, für die zwei Milliarden Euro veranschlagt wurden, sollen in drei Jahren 150.000 Jobs geschaffen werden. Ökonomen gehen davon aus, dass die Arbeitslosenrate mit Unterstützung durch den Beschäftigungsbonus und der Aktion 20.000, die ältere Langzeitarbeitslose wieder auf den Jobmarkt zurückbringen soll, sinken wird.

Im Folgenden sind noch einmal die grundsätzlichen Bestimmungen des Beschäftigungsbonus dargestellt.


Förderungsfähige Firmen: Der Beschäftigungsbonus kann von allen Unternehmen unabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße beansprucht werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Unternehmenssitz oder die Betriebsstätte in Österreich liegen und zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich geschaffen werden.

Auch Privatschulen, private Kindergärten oder Vereine, die ihre Leistungen regelmäßig auf dem Markt gegen Entgelt anbieten, sind anspruchsberechtigt. Bei neu-, aus- oder umgegründeten Unternehmen ist von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer zu bestätigen, dass die Förderungsbestimmungen nicht umgangen werden.

Förderungsfähige Personen: Föderungsfähig sind Personen, die in den letzten drei Monaten beim österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet waren oder sich in Schulung befanden. Ein Leistungsbezug ist aber keine Voraussetzung.

Jobwechsler, die in den letzten Monaten mindestens vier Monate ununterbrochen erwerbstätig und somit pflichtversichert waren, sind ebenfalls förderungsfähig. Auch eine geringfügige Beschäftigung gilt.

Für Arbeitnehmer, die an einer zumindest viermonatigen gesetzlich geregelten, im Inland absolvierten Ausbildung teilgenommen haben ("Bildungsabgänger"), gibt es die Förderung, wenn der Abgang von der Bildungseinrichtung nicht länger als 12 Monate zurückliegt. Ein Beispiel: Das antragstellende Unternehmen beabsichtigt die Einstellung eines HTL-Maturanten, der den neunmonatigen Zivildienst abgeleistet hat. Der Abgang von der HTL liegt zehn Monate zurück, die Fördervoraussetzungen werden daher erfüllt.

Doppelförderungen sind nicht möglich. So kann etwa für Personen, die die AWS-Lohnkostenförderung für innovative Start-ups oder die Eingliederungshilfe "Come Back" des AMS beantragt haben oder beziehen, kein Beschäftigungsbonus beantragt werden. Um festzustellen, ob es sich um ein zusätzliches Arbeitsverhältnis handelt, wird der Beschäftigtenstand an fünf Stichtagen ermittelt, und zwar am Tag vor der Begründung des ersten förderungsfähigen Arbeitsverhältnisses sowie zum jeweiligen Ende der vier Vorquartale.

Höhe und Dauer der Förderung: Der Zuschuss beläuft sich auf 50 Prozent der Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge), wird bis zu einer Dauer von drei Jahren ausbezahlt und ist von der Einkommensteuer befreit. Beispiel: Ein zusätzlicher förderungswürdiger Arbeitnehmer wird mit einem Jahresbruttogehalt von 35.000 Euro eingestellt. Die Lohnnebenkosten betragen 10.675 Euro pro Jahr, davon 50 Prozent sind 5337,50 Euro. Der maximale Förderbetrag beträgt daher für die drei Jahre insgesamt (vor der Valorisierung) rund 16.000 Euro.

Der Zuschuss wird einmal jährlich im Nachhinein ausbezahlt. Anträge können seit 1. Juli online über den AWS-Fördermanager (https://foerdermanager.awsg.at) gestellt werden. Die Kriterien für ein förderungsfähiges Arbeitsverhältnis im Detail finden Sie im Internet unter www.beschäftigungsbonus.at.




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Dokument erstellt am 2017-08-07 17:27:06



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