• vom 08.08.2017, 16:54 Uhr

Unternehmen


Frauenquote

Frauen in Vorständen sind eine rare Spezies




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  • EY-Studie: Zwei Frauen mehr in Vorstandsetagen als im Vorjahr, Rückgang bei Aufsichtsräten.



Wien. Die Chefetagen der börsenotierten Unternehmen Österreichs sind nach wie vor eine Männerdomäne. Mit minimalen Zuwächsen beim Frauenanteil in Vorständen und einem Stillstand in Aufsichtsräten hat sich gegenüber dem Vorjahr wenig geändert. Von 196 Vorstandsmitgliedern sind nur elf Frauen - immerhin um zwei mehr als vor einem Jahr. In Aufsichtsräten hingegen ist der Frauenanteil sogar leicht gesunken.

Nur in 14 Prozent der 63 im Wiener Börse Index (WBI) notierten Unternehmen findet sich überhaupt ein weibliches Vorstandsmitglied, geht aus einer Analyse (Stichtag 31. Juli) des Beraters EY vom Dienstag hervor. Mehr als eine Frau im Vorstand gibt es, wie schon im Vorjahr, nur in zwei Firmen, der Vienna Insurance Group und Atrium European Real Estate, der Nachfolgefirma von Meinl European Land.


"Immer noch schaffen es zu wenige Frauen bis in die obersten Entscheidungsgremien von Österreichs Top-Unternehmen. Wenn der Anstieg weiter in diesem Tempo fortschreitet, braucht es noch 50 Jahre bis zu einem ausgeglichenen Verhältnis von Männern und Frauen in den Vorstandsetagen", kommentierte Elfriede Baumann, Partnerin bei EY Österreich, die Untersuchung.

Am "höchsten" sei der Frauenanteil in den Chefetagen der Automobilbranche mit 14 Prozent, gefolgt von der IT-Branche (11 Prozent) und der Finanzbranche (9 Prozent). In drei Branchen gebe es nach wie vor keine einzige Frau im Vorstand: Energie, Telekommunikation sowie Transport & Logistik.

Im Jahresvergleich gibt es zwei Frauen mehr in den Vorstandsetagen, über 94 Prozent der Vorstandsposten werden von Männern bekleidet. Diese Erhöhung seien "nur zaghafte Schritte", so Baumann. Trotzdem sei ein Mentalitätswandel zu beobachten. Viele Unternehmen hätten erkannt, dass gemischte Führungsteams erfolgreicher sind, und würden bei Neueinstellungen auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen achten.

Rückgänge gab es hingegen in den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen Österreichs, dort sitzen weniger Frauen als im Vorjahr. Ihr Anteil ist leicht von 17,7 auf 17,4 Prozent gesunken, von 593 Aufsichtsräten sind aktuell 103 Frauen. "Nur jedes fünfte Unternehmen würde derzeit die ab 2018 geltende Frauenquote im Aufsichtsrat erfüllen", so Baumann. Gerade einmal 9 von 48 börsennotierten Unternehmen haben mehr als 30 Prozent Frauen in ihrem Aufsichtsrat. Bereits erfüllt ist die Aufsichtsratsquote bei Erste Bank, Oberbank, Post, Schlumberger, Semperit, Valneva, Vienna Insurance Group, Wienerberger und Wolford.

Die Frauenquote in Aufsichtsräten ist in börsennotierter Konzerne mit mehr als 1000 Mitarbeitern für Aufsichtsräte mit mindestens sechs Mitgliedern bei Wahlen und Entsendungen ab dem 31. Dezember 2017 anzuwenden.




Schlagwörter

Frauenquote, Aufsichtsräte

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Dokument erstellt am 2017-08-08 17:00:06



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