• vom 15.08.2017, 15:52 Uhr

Unternehmen

Update: 15.08.2017, 16:30 Uhr

Bewertungsplattformen

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Von Nikolai Haring

  • Bewertungsplattformen wie Kununu zeigen Unternehmen mitunter in einem zu günstigen Licht.

Miese Stimmung: Nicht immer bleiben Streitereien intern, sondern landen im Netz. - © fotolia/Andrey Popov

Miese Stimmung: Nicht immer bleiben Streitereien intern, sondern landen im Netz. © fotolia/Andrey Popov

Wien. Kununu, 2007 in Wien gegründet und seit 2013 ein Tochterunternehmen von Xing, ist mit rund 1,5 Millionen Bewertungen zu 300.000 Unternehmen die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform in Europa. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter können hier Erfahrungen und Bewertungen ihrer Arbeitgeber posten, die von den Unternehmen mit eigenen Firmeninformationen ergänzt werden. Im Idealfall entsteht so ein realitätsnahes Bild vom Innenleben eines Unternehmens, etwa zu Mitarbeiterzufriedenheit oder Führungsstil.

Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom informieren sich bereits drei von zehn Internetnutzern auf Kununu, meinChef oder Jobvoting. Mehr als drei Viertel der wechselwilligen Interessenten wurden durch die Berichte und Ratings in ihrer Arbeitgeberwahl beeinflusst. Kununu & Co sind somit für Firmen ein wichtiges Mittel zur Rekrutierung und Imagepflege, und auf Kununu haben Arbeitgeber bequemerweise auch das letzte Wort: Sie können Bewertungen mit Kommentaren versehen, auf die keine weitere Reaktion mehr zulässig ist. Durch ein kostenpflichtiges "Employer-branding-Profil" entsteht eine finanzielle Abhängigkeit der Plattform von jenen Firmen, die auf ebendieser Plattform bewertet werden sollen - positiv oder negativ.

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Aus negativem
Feedback lernen

Gerade negative Beurteilungen sind sowohl für Nutzer wie für Firmen brisant: Denn wenn geplagte Mitarbeiter oder frustrierte Ex-Mitarbeiter ihrem Ärger über schlechte Behandlung, mangelnde Ressourcen, Überforderung oder kritikresistente Führungskräfte auf diese Weise Luft machen, lässt das auf ein Versagen firmeninterner Korrekturmechanismen schließen. Firmen sollten hier rasch reagieren. Idealerweise könnten sie dieses Feedback als Lern- und Entwicklungschance aufgreifen, wie es etwa die Personalchefin der Bosch-Gruppe Österreich, Johanna Hummelbrunner, formuliert: "Wir nehmen jede Bewertung sehr ernst. Wir freuen uns über positives Feedback und sind traurig über negatives. Jede negative Beurteilung zeigt uns jedoch, was wir noch besser machen können." In der Praxis herrscht manchmal jedoch ein weit weniger konstruktiver Umgang mit kritischen Bewertungen vor. Negative Bewertungen stören das schön(geredet)e Selbstbild. Ein paar kritische Stimmen kann man ja noch als Nörgelei abtun. Wird aber die Anzahl der negativen Rückmeldungen zu groß, wird versucht, die Kritiker zum Schweigen zu bringen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-15 15:57:06
Letzte ─nderung am 2017-08-15 16:30:05



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