• vom 17.08.2017, 16:32 Uhr

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Update: 17.08.2017, 17:49 Uhr

Luftfahrtinsolvenz

"Brauchen deutschen Champion im Luftverkehr"




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  • Verkehrsminister Dobrindt plädiert für Übernahme der Air Berlin durch die Lufthansa.

Niki-Passagiere in Schwechat: Wo der Weg der Air-Berlin-Tochter hinführt, ist noch ungewiss.

Niki-Passagiere in Schwechat: Wo der Weg der Air-Berlin-Tochter hinführt, ist noch ungewiss.© apa/Helmut Fohringer Niki-Passagiere in Schwechat: Wo der Weg der Air-Berlin-Tochter hinführt, ist noch ungewiss.© apa/Helmut Fohringer

Wien/Berlin. (ede/apa) Es mehren sich die Zeichen, dass die Lufthansa die marode Air Berlin übernehmen wird. Laut "Süddeutscher Zeitung" (Online) sollen bereits heute, Freitag, Verhandlungen mit der Lufthansa aufgenommen werden. Ein Abschluss zur Übernahme großer Teile der Strecken, Jets und Beschäftigten könnte schon nächste Woche stehen. Zudem wolle die Lufthansa die Air-Berlin-Tochter Niki ganz. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte am Mittwoch gesagt, dass er außer mit der Lufthansa noch mit zwei weiteren Interessenten in Kontakt stehe.

Air Berlin könnte bereits im September zerlegt sein
Geht es nach dem deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt, dann soll die Lufthansa den Löwenanteil ihres in die Schieflage geratenen Konkurrenten übernehmen. "Wir brauchen einen deutschen Champion im internationalen Luftverkehr", sagte der CSU-Politiker der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe).

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Die Lufthansa bereitet sich laut "Süddeutscher" hinter den Kulissen bereits seit etwa einem Jahr auf eine Air-Berlin-Pleite vor, sie arbeite nun einen detaillierten Ablaufplan ab. Gehe alles glatt, könnte Air Berlin bereits im September zerlegt sein, glauben Insider. Die Regierung in Berlin hat der angeschlagenen Fluglinie wie berichtet einen Übergangskredit von 150 Millionen Euro gewährt, mit dem der Flugbetrieb vorerst sichergestellt werden soll.

Obwohl für die Air-Berlin-Tochter Niki kein Insolvenzantrag eingebracht wurde, geht der Gründer der Airline, Ex-Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda, davon aus, dass auch Niki bald Insolvenz anmelden muss. Es sei denn, die Lufthansa schlage mit dem Eurowings-Konzept auch in Österreich zu und übernehme Niki.

Niki betreibt 20 der etwa 140 Flugzeuge der Air-Berlin-Gruppe. Neben Lufthansa soll auch die britische Billigfluglinie Easyjet Interesse an Niki haben. Der Carrier ist besonders wegen niedriger operativer Kosten und der vielen Start- und Landezeiten am Flughafen Düsseldorf attraktiv.

Die Lufthansa will laut Insidern im Idealfall etwa 90 Flugzeuge der Air Berlin übernehmen und unter der Marke Eurowings weiterbetreiben.

"Mir wäre eine Übernahme durch Ryanair lieber"
Wettbewerbsexperten sind skeptisch. Air Berlin und die Lufthansa seien auf vielen Flugstrecken direkte Konkurrenten, so der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach. Die Lufthansa müsste mit strengen Auflagen rechnen, etwa dem Verzicht auf einen großen Teil der Start- und Landerechte von Air Berlin.

Um diese Rechte gibt es bereits Streit. Der irische Billigflieger Ryanair will die Aufteilung unter Lufthansa und Easyjet nicht hinnehmen und hat Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Auch laut dem Wettbewerbsexperten Justus Haucap wäre eine Übernahme von Air Berlin allein durch die Lufthansa sehr kritisch für den Wettbewerb. "Mir wäre eine Übernahme durch Ryanair lieber als durch die Lufthansa", so Haucap.




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Dokument erstellt am 2017-08-17 16:38:10
Letzte nderung am 2017-08-17 17:49:40



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