• vom 18.08.2017, 16:42 Uhr

Unternehmen

Update: 18.08.2017, 16:48 Uhr

Pharmaindustrie

Bain und Cinven übernehmen Stada




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  • 75 Prozent der Anteile in Reichweite.

Stada in Bad Vibel.

Stada in Bad Vibel.

Die bisher größte Übernahme eines börsennotierten Unternehmens aus Deutschland durch Finanzinvestoren ist perfekt. Nach langen Verhandlungen ist den Beteiligungsgesellschaften Bain und Cinven der bis zu 5,3 Milliarden Euro schwere Kauf des Arzneimittelherstellers Stada doch noch gelungen.

"Wir sind froh, dass die Frage der zukünftigen Eigentümerstruktur nun geklärt ist", sagte Stada-Interimschef Engelbert Tjeenk Willink am Freitag. Das Unternehmen könne sich nun wieder aufs operative Geschäft konzentrieren. Bain Capital und Cinven schafften eine Punktlandung: "Es war sehr, sehr knapp", sagte ein Banker. Erst 36 Stunden nach Ablauf der Annahmefrist stand fest, dass ihnen mehr als die geforderten 63 Prozent der Stada-Anteilseigner ihre Aktien angeboten haben. Das endgültige Ergebnis sollte am Freitagabend feststehen.

Die Finanzinvestoren wollen dem Hersteller von Nachahmer-Medikamenten und frei verkäuflichen Markenprodukten wie Ladival Sonnenmilch und Grippostad bei seiner Expansion unter die Arme greifen. Der Stada-Vorstand hatte sich Beschäftigungsgarantien über fünf Jahre zusichern lassen.

Offen ist, wer Stada künftig führt. Willink und Finanzchef Bernhard Düttmann, die nach dem Scheitern des ersten Anlaufs zur Übernahme an Bord gekommen waren, wollen nur bis zum Jahresende bleiben. Sie hatten sich für den Verkauf an Bain und Cinven stark gemacht und bei einem Scheitern vor einer Zerschlagung von Stada gewarnt. Finanzinvestoren bringen aber häufig ihre eigenen Manager mit.

Stada-Aktionäre, die das Angebot nicht angenommen haben, können das noch zwei Wochen lang nachholen. Indexfonds etwa dürfen ihre Aktien nur abgeben, wenn die Übernahme in trockenen Tüchern ist. Damit hoffen Bain und Cinven, die Schwelle von 75 Prozent der Anteile zu überschreiten, wie Analyst Volker Braun vom Bankhaus Lampe sagte. Damit könnten sie einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen, der ihnen Zugriff auf die Kasse von Stada gäbe. Die Finanzierung der Übernahme sei aber auch so gesichert, sagte ein Insider.

Ein Beherrschungsvertrag würde ein Abfindungsangebot an die übrigen Aktionäre nach sich ziehen, dessen Höhe auch gerichtlich überprüft werden kann. Viele Investoren spekulieren darauf, dass die Abfindung höher ausfällt als die bisher gebotenen 66,25 Euro. Stada-Aktien legten am Freitag um 14 Prozent auf ein Rekordhoch von 73,45 Euro zu.





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Dokument erstellt am 2017-08-18 16:46:09
Letzte nderung am 2017-08-18 16:48:54



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