• vom 07.12.2017, 15:18 Uhr

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Das Unwort der Börsianer ist "Negativzinsen"




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  • Auf den weiteren Rängen folgen "Bitcoin" und "Trump-Effekt".

Die Leitzinsen der EZB - im Bild deren Präsident Mario Draghi - liegen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. - © APA/dpa/Arne Dedert

Die Leitzinsen der EZB - im Bild deren Präsident Mario Draghi - liegen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. © APA/dpa/Arne Dedert

Wien. Sie sind der Alptraum jedes Sparers: Der Begriff "Negativzinsen" ist von der Wiener Börse zum "Börsenunwort" des Jahres 2017 gekürt worden. Dahinter kamen "Bitcoin" und "Trump-Effekt". Befragt wurden für die erstmals erstellte Reihung rund 1000 Branchenvertreter. Das Börsenunwort des Jahres wurde von der Wiener Börse zusammen mit der Finanzbranche heuer erstmals ermittelt und ist eine Anlehnung an das Österreichische Wort des Jahre, das seit 1999 gekürt wird.

"2017 ist das Jahr, in dem der Niedrigzins-Effekt endgültig bei den privaten Anlegern angekommen ist. Viele ältere Zinsprodukte mit höherer Rendite sind heuer ausgelaufen. Das Sparschwein musste den Gürtel sehr viel enger schnallen. Das Ersparte wird durch die Inflation real entwertet", sagt Börsen-CEO Christoph Boschan. Im Gegensatz dazu boten österreichische börsennotierte Unternehmen im Leitindex ATX im letzten Vierteljahrhundert eine durchschnittliche Rendite von 6,9 Prozent. "Dafür ist allerdings Durchhaltevermögen gefragt, denn Investieren ist ein Marathon und kein Sprint", betonte Boschan am Donnerstag.


"Bitcoin" sei intensiv als Unwort genannt worden, vor allem "wegen eines Widerspruchs in der steuerlichen Behandlung durch den Staat". Denn Kryptowährungen werden in Österreich als digitales Gut gesehen, der Handel mit diesen ist umsatzsteuer- und - nach Ablauf einer einjährigen Spekulationsfrist - kapitalertragssteuerfrei. Bei realen Werten wie Aktien sehe der Gesetzgeber hingegen eine Kapitalertragssteuer von 27,5 Prozent vor.

Beim "Trump-Effekt" gehe es den Finanzspezialisten insbesondere darum, dass die Politik dominierender Faktor für die Entwicklung eines Finanzmarktes bleibe. Das sei spätestens dann klar geworden, als Trump "durch einen sorglosen Kommentar die Staatsanleihen Puerto Ricos auf Talfahrt schickte".




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Dokument erstellt am 2017-12-07 15:23:04



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