Podcast102 - Tiefe Krise nach American Dream
Er hatte eine Geschäftsidee, ging ins Silicon Valley und wurde damit reich: Mo Wildman, damals noch Leo Widrich, stammt aus Melk in Niederösterreich und hat das Social-Media-Tool „Buffer” mitgegründet. Zu dieser Zeit war er 20 Jahre alt. Heute ist er 35, hat eine tiefe Sinnkrise und zwei Jahre im Kloster hinter sich. Im Podcast erzählt er, wie auf die Erfüllung seines Traums die totale Ernüchterung folgte, und was ihm heute im Leben wichtig ist.
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„Zuerst kommt diese Euphorie: Wow, jetzt hab ich zwei Millionen am Konto“, erzählt Mo Wildman in dieser Folge des WZ-Podcasts „Weiter gedacht“. „Und ein paar Stunden danach, wenn diese Euphorie weg ist, ist das, wie von einer Klippe zu stürzen.“ Das war, nachdem er seine Anteile an „Buffer” verkauft hatte und realisierte, dass er eigentlich nie wieder arbeiten gehen müsste. Am nächsten Tag in der Früh konnte er nicht mehr aufstehen. „Ich war auf meinen eigenen psychologischen Prozess nicht vorbereitet.“
Auch in der Gründung eines neuen Unternehmens sah er keinen Sinn mehr. Deshalb ging er in ein buddhistisches Kloster – und verließ es erst zwei Jahre später. Er änderte seinen Namen sowie seinen Zugang zum Leben, der heute ein spiritueller ist. WZ-Host Petra Tempfer hat mit Mo Wildman gesprochen. Gemeinsam mit WZ-Host Mathias Ziegler führt sie durch diese Folge.
Produziert von „hört hört!“.
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Infos und Quellen
Gesprächspartner
Mo Wildman wurde als Leonhard Widrich geboren und lebte in Melk in Niederösterreich. Er begann, Wirtschaft in England zu studieren, wo er Joel Gascoigne kennenlernte und mit ihm das Monitoring-Tool „Buffer” gründete. Dieses hilft, Posts auf ganz unterschiedlichen Plattformen wie Instagram oder Pinterest oder LinkedIn zu planen und zu organisieren, mit der Community zu kommunizieren, und das Ganze zu analysieren. Später verließ Wildman, damals noch Widrich, das Unternehmen, während Gascoigne heute als CEO fungiert. Nach dem Verkauf seiner Anteile arbeitete er fünf Jahre lang als Coach für Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation wie er befanden und an einer Weggabelung standen. Vor zwei Jahren beendete er diese Tätigkeit, änderte seinen Namen in Wildman und plant eine offizielle Namensänderung. Er lebt auf einer Pferderanch in Colorado, USA, und ist nur noch im Urlaub in seiner Dreizimmerwohnung in Wien.
Daten und Fakten
- Das Silicon Valley ist ein Tal südlich von San Francisco, in dem bedeutende Hightech-, IT- und Internetfirmen ihren Sitz haben. Der englische Begriff „silicon“ verweist auf das Silizium in den Computerchips. Zu den bekannten Städten der Region, die von San Mateo bis nach San José reicht und das Santa Clara Valley miteinschließt, zählen Menlo Park, Mountain View, Sunnyvale und Palo Alto (Gabler Wirtschaftslexikon).
- Im Jahr 2024 gab es laut dem World Wealth Report des Beratungsunternehmens Capgemini 23,4 Millionen Menschen, die ein investierbares Vermögen von mindestens einer Million Dollar besaßen. Das waren um 2,6 Prozent mehr als im Jahr davor. In Relation zur Gesamtbevölkerung waren das 0,3 Prozent der Menschen.
Quellen
Das Thema in anderen Medien
- Thousand First Steps: #55 – Wie du das Echte in dir zum Leben erweckst – Leo Widrich, Coach & Gründer
- Hitradio Ö3: Lernen von Internetmillionär Leo Widrich
- Profil: Start-up-Gründer Leo Widrich über Buffer: Gehalt mit Gehalt
- Brutkasten: Leo Widrich vom Silicon Valley: „Es war schon der American Dream für mich“
- Die Zeit: Millionär, Pensionär, 33, will wieder Mensch sein
- Der Standard: Leo Widrich von „Buffer“ im Porträt
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