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105 - „Der Tod riecht ekelhaft süßlich“

Hast du einmal eine Leiche gerochen, vergisst du diesen Geruch nie wieder, sagt Peter Vachutta – er ist Tatortreiniger und wird dann aktiv, wenn ein Mensch in seiner Wohnung verstorben ist. Je länger eine Leiche liegt, desto länger dauert die Reinigung.

21 Min

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Für jede Verschmutzung gibt es das richtige Gerät.
© Illustration: WZ, Bild: Zoe Opratko.

TRIGGERWARNUNG: In dieser Podcast-Folge geht es um das Sterben und den Tod – falls du auf diese Themen sensibel reagierst, hör sie bitte nicht weiter oder wende dich an eine vertraute Person.

Die Leiche sei zwar meist schon weg, wenn er und sein Team die Arbeit in der Wohnung aufnehmen – das Blut und die anderen Flüssigkeiten, die bei deren Zersetzung entstehen, dringen aber tief in Möbel und Boden ein, sagt Tatortreiniger Peter Vachutta in dieser Folge des WZ-Podcasts „Weiter gedacht“.

„Die Möbel müssen alle entsorgt werden, Holzböden müssen weggerissen werden, und natürlich muss man alles sterilisieren“, sagt Peter Vachutta zu WZ-Host Petra Tempfer, die gemeinsam mit WZ-Host Mathias Ziegler die Folge gestaltet hat.

Am schlimmsten sei jedoch der Geruch: Der Tod rieche ekelhaft süßlich. Das bekomme man nur mit einem speziellen Gerät – einem Ozongenerator – aus der Luft. Wie lange das dauert? „Bei einer sehr alten Leiche ungefähr drei Monate lang“, sagt der Tatortreiniger, „bis die Wohnung geruchsfrei und für die Nächsten wieder benützbar ist.“

Produziert von „hört hört!“.

Teppiche von Menschen, die spurlos verschwunden sind, in der Halle der Reinigungsfirma Vachutta.
Teppiche von Menschen, die spurlos verschwunden sind, türmen sich in der Halle der Reinigungsfirma Vachutta.
© Zoe Opratko

Mit dem Tatortreiniger Peter Vachutta ist auch ein Text in der WZ erschienen -> hier kannst du ihn lesen: Tatortreiniger: „Den Geruch vergessen Sie nie"


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Infos und Quellen

Gesprächspartner

Peter Vachutta ist Gerichtssachverständiger für Gebäudereinigung, Fassadenreinigung und Tatortreinigung und Inhaber der Reinigungsfirma Vachutta GmbH. Seit 20 Jahren ist er zudem als Tatortreiniger aktiv.


Reinigungsmittel in der Halle des Tatortreinigers Peter Vachutta in Wien.
Peter Vachutta kennt sich aus, was Reinigungsmittel betrifft.
© Zoe Opratko

Daten und Fakten

  • Bei einem Todesfall in einer Wohnung in Wien ist für die ärztliche Totenbeschau die zentrale Totenbeschau des Gesundheitsdienstes zuständig. Die Meldung eines Todesfalles ist telefonisch an den Journaldienst unter +43 1 4000-87890 zu richten. Dieser veranlasst den Einsatz des Totenbeschauteams mit dem/der Totenbeschau-Arzt/-Ärztin an der angegebenen Adresse (Stadt Wien). In den weiteren Bundesländern ist der Gemeindearzt/die Gemeindeärztin zuständig.
  • Nach dem Tod eines Menschen beginnen Zersetzungsprozesse im Körper, die zum Abbau organischer Substanzen führen. Verantwortlich dafür sind körpereigene Mikroorganismen, zu denen Bakterien und Pilze gehören. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Zersetzungsprozesse einer Leiche als Verwesung beschrieben. Der Verwesungsprozess wird als sicheres Todesanzeichen angesehen (Bundesverband Deutscher Bestatter e. V.).
  • Buttersäure-Anschläge passieren häufiger als man denkt. Das Tückische daran ist, dass mit einem vergleichsweise geringen Aufwand hoher Schaden angerichtet werden kann. Buttersäure schädigt nicht nur die Gebäudesubstanz, sondern stellt auch eine ernsthafte gesundheitliche Gefahr dar, denn sie greift die Haut an und belastet die Atemwege (Tatortreinigung Ing. Vachutta).
  • Der Ozongenerator zerstört mithilfe von Ozon (O3) organische Verbindungen, die Gerüche verursachen. Ozon dringt in jede noch so kleine Ritze ein.
  • Zielsetzung der ÖNORM S 2104 ist die ordnungsgemäße Behandlung von Abfällen aus dem medizinischen Bereich zur Vermeidung einer Gefährdung von Personen durch Verletzung, Infektion oder Vergiftung und zur Vermeidung einer Umweltgefährdung. Diese ÖNORM ist von allen Personen anzuwenden, die mit der Erzeugung und mit dem Umgang (Bereitstellung, Sammlung, Transport, Zwischenlagerung, Verwertung und Entsorgung) von Abfällen aus dem medizinischen Bereich befasst sind, sowie von Gewerbetreibenden aus dem Kosmetikbereich. Diese ÖNORM ist nicht auf radioaktive Abfälle anzuwenden, es sei denn, dass diese Abfälle nach strahlenschutzrechtlichen Bestimmungen wie inaktive Abfälle entsorgt werden dürfen (Austrian Standards).

Reinigungsmittel in der Halle des Tatortreinigers Peter Vachutta in Wien.
Die Chemikalien müssen einer bestimmten Norm entsprechen.
© Zoe Opratko
  • Der Beruf der Tatortreiniger:nnen ist eine Kurz- bzw. Spezialausbildung. Tatortreiniger:innen säubern Orte eines Verbrechens und Orte, an denen tote Menschen gefunden wurden. Sie reinigen zum Beispiel Möbel, Fußböden und Wände sowie Fahrzeuge und verwenden dafür spezielle Reinigungsmittel, -geräte und -techniken. Sie gehen dabei gründlich und genau vor, um eventuelle Krankheitserreger wie Viren und Bakterien sowie Schädlinge zu beseitigen. Falls notwendig, übernehmen sie auch kleinere Reparaturarbeiten und schleifen gegebenenfalls die Böden und Wände ab, um alle Spuren zu beseitigen. Sie desinfizieren die Räume oder Fahrzeuge und stellen zudem Geräte auf, um Gerüche zu neutralisieren. Stark verunreinigte Gegenstände am Tat- und Fundort, die nicht mehr gesäubert werden können, werden von den Tatortreiniger:nnen fachgerecht entsorgt, ebenso wie die bei der Reinigung verwendeten Utensilien wie Putzschwämme und -tücher. Werden im Rahmen der Säuberung wertvolle Gegenstände gefunden, übergeben sie diese den Angehörigen oder deren juristischen Vertreter:nnen. Tatortreiniger:nnen tragen bei ihrer Arbeit eine Schutzkleidung sowie Schutzhandschuhe, Schutzbrillen und Atemschutzmasken (AMS Berufslexikon).

Ein Tatortreiniger, bevor er zu seinem Arbeitsplatz fährt.
Ein Tatortreiniger in seinem richtigen Schutzanzug.
© Peter Vachutta

Quellen

Das Thema in der WZ

Das Thema in anderen Medien

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