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107 - Wie Aluhüte entstehen

Verschwörungstheorien verbreiten sich aktuell mehr denn je: Es gehe um Zukunftsängste und Skepsis gegenüber der Demokratie, sagt dazu die Leiterin der Bundesstelle für Sektenfragen Ulrike Schiesser.

26 Min

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Verschwörungsgläubige Menschen denken, Teil einer Elite zu sein.
© Illustration: WZ, Bildquelle: Adobe Stock.

Der Glaube an eine Verschwörungstheorie bleibe selten allein, sagt die Psychologin und Psychotherapeutin Ulrike Schiesser in dieser Folge des WZ-Podcasts „Weiter gedacht“. Warum? Weil es um das Weltbild gehe, das dahintersteckt. Weil man denke, Teil einer Elite zu sein.

Was die Verbreiter:innen dieser Theorien betrifft, so gehe es oft um den persönlichen Gewinn. Nie seien Verschwörungstheorien harmlos. „Sie zersetzen die Grundfesten unserer Gesellschaft – sie sind wie eine Säure“, sagt Ulrike Schiesser zu WZ-Host Petra Tempfer, die gemeinsam mit Mathias Ziegler durch diese Folge führt.

Produziert von „hört hört!“.


Solltest du Probleme oder Fragen zu Verschwörungsmythen haben, kannst du dich aus ganz Österreich kostenlos an die Beratungsstelle Extremismus wenden. Die Beratungsstelle ist telefonisch unter 0800 2020 44 oder per E-Mail, Facebook oder WhatsApp erreichbar und berät anonym und vertraulich.





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Infos und Quellen

Gesprächspartnerin

Ulrike Schiesser ist Psychologin und Psychotherapeutin und Leiterin der Bundesstelle für Sektenfragen in Wien. Diese ist eine öffentlich-rechtliche Serviceeinrichtung und unterliegt der Aufsicht durch das Bundeskanzleramt.


Die Leiterin der Bundesstelle für Sektenfragen Ulrike Schiesser im Zoom-Gespräch mit der WZ.
Die Leiterin der Bundesstelle für Sektenfragen Ulrike Schiesser im Zoom-Gespräch mit der WZ.
© Petra Tempfer

Daten und Fakten

  • Als Verschwörungstheorien werden Gedankenmodelle bezeichnet, die davon ausgehen, dass sich eine Personengruppe im Geheimen zusammentut, um politische und kulturelle Ereignisse zu steuern oder gar zu erschaffen. Diese Verschwörungen haben, so die Behauptung, gemein, dass sie den Interessen oder der Bereicherung der Verschwörer:innen dienen und zu Lasten des Großteils der Bevölkerung vollzogen werden. Je nach Variation kann es sich dabei um die Anhäufung von Geld, Macht oder gar um okkulte, theologische Motive handeln. Würde sich der Inhalt einer Verschwörungstheorie als wahr herausstellen, fände der Begriff keine Anwendung mehr (Sächsische Landeszentrale für politische Bildung).
  • Stand vor einigen Jahren noch der Bereich der „Staatsverweigerer" oder der „staatsfeindlichen Verbindungen" im Fokus der Bundesstelle für Sektenfragen, so wurde dieser von dem Phänomen der Verschwörungstheorien abgelöst, die sich seit Beginn der Coronakrise in einem ungeahnten Ausmaß verbreitet haben. Eine besondere Rolle nahmen dabei die „sozialen Netzwerkplattformen" ein, wobei vor allem Telegram einen enormen Popularitätsschub erlebte (Sektenbericht: Corona-Mythen und die Rolle der sozialen Netzwerkplattformen bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien, Parlament Österreich).
  • Umgang mit Verschwörungstheorien: Widerspruch wirkt (Universität Bern).

Quellen

Das Thema in der WZ

Das Thema in anderen Medien

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