)
021 - Was los? Mit Kinderwunsch und Shaming
In dieser Folge sprechen Maria und Nora darüber, warum die Frage „Kinder bekommen: Ja oder nein?“ nicht nur privat, sondern hochpolitisch ist. Und warum dabei besonders Frauen oft noch immer fremdbestimmt werden.
Auf einer anderen Plattform anhören:
Ausgangspunkt ist eine Meldung aus Russland: Dort sollen Ärzt:innen Frauen künftig gezielt fragen, ob sie Kinder wollen. Wenn nicht, wird ihnen „empfohlen“, eine psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, um eine „positivere Einstellung“ zum Kinderkriegen zu entwickeln. Kritiker:innen sehen darin massiven Druck und eine Form von Fortpflanzungszwang.
Auch in Österreich sinkt die Geburtenrate: Sie liegt aktuell bei 1,29 Kindern pro Frau. Maria und Nora sprechen darüber, warum viele Menschen Kinder später oder gar nicht bekommen, von hohen Lebenshaltungskosten über fehlende Kinderbetreuung bis hin zum Wunsch nach Selbstbestimmung. Dabei fällt ihnen auch auf, wie technisch und distanziert man über das Thema spricht. Fast so, als würden Frauen nur als „Brutkästen“ gesehen werden.
Ein weiteres Thema ist der gesellschaftliche Druck auf Frauen, es geht um das Unwort „biologische Uhr“ und warum Verantwortung für Familienplanung oft immer noch fast ausschließlich bei ihnen liegt.
Außerdem geht es um Social Egg Freezing, also das Einfrieren von Eizellen aus sozialen Gründen: Welche Chancen bietet das Verfahren? Und warum wird es auch als unsoziale oder kommerzielle Lösung kritisiert?
Und mal wieder ein Hot Take: Maria sagt: „Die Leute im Internet sollen sich endlich mal wieder schämen.“
Anlass ist ein Gewaltkommentar gegen die Rapperin Ikkimel. Maria spricht darüber, wie normalisiert Frauenhass und Gewaltfantasien im Netz inzwischen sind.
Dir hat dieser Beitrag besonders gut gefallen, dir ist ein Fehler aufgefallen oder du hast Hinweise für uns - sag uns deine Meinung unter feedback@wienerzeitung.at. Willst du uns helfen, unser gesamtes Produkt besser zu machen? Dann melde dich hier an.
Infos und Quellen
Daten und Fakten
- In Österreich liegt die Geburtenrate aktuell bei 1,29 Kindern pro Frau, das ist ein historischer Tiefstand.
- Social Egg Freezing kann bis zu 4.000 Euro kosten, dazu kommen noch die Kosten für Medikamente und Lagerung von bis zu 500 Euro pro Jahr.
- In Russland sollen Ärzt:innen Frauen künftig aktiv nach ihrem Kinderwunsch fragen. Wer „keine Kinder“ angibt, soll zu einem psychologischen Gespräch „empfohlen“ werden.
Quellen
- Die Presse: Verbot von „Social Egg Freezing“ laut VfGH verfassungswidrig
- KURIER: Russland: Frauen ohne Kinderwunsch sollen zum Psychologen
- Ucla Health: Eine Studie der UCLA zeigt: Immer mehr Frauen lassen Eizellen einfrieren, aber immer weniger nutzen sie später.
Das Thema in der WZ
- Lebensplanung auf Eis: Social Egg Freezing verboten
- Darüber spricht Mann nicht
- Frauenkörper als gemietete Brutkästen
- „Ich habe einen Gottkomplex“: Ein Samenspender erzählt
Das Thema in anderen Medien
- Spiegel Ausland: Frauen ohne Kinderwunsch sollen zum Psychologen geschickt werden
- Der Standard: Social Egg Freezing ist eine unsoziale Lösung
- Der Standard: Die stille Krise des Kinderwunsches
Der Podcast wird produziert von Oh Wow Podcasts.
Und: Checkt doch mal Algokind aus! Algokind ist eine Initiative der Wiener Zeitung und will zeigen, wie Algorithmus-Systeme funktionieren.
)
)
)
)
)