• 22. November 2017

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Liefert diesmal eine weitgehend unpoetische historische Kolportage: Daniel Kehlmann. - © P. Jungwirth

Literatur

Kothaufen und zitternde Bärte4

  • Eine Wunderkammer des Dreißigjährigen Krieges: In "Tyll" mischt Daniel Kehlmann Fiktion und Fakten.

Die hinreißendste Szene ist, wie Albrecht von Wallenstein Johannes Keplers Horoskop misstraut. Da führt Tyll Ulenspiegel, der gerade bei Kepler zu Gast ist, seinen sprechenden Esel Origenes in die Stube, und der überzeugt Wallenstein von der Gültigkeit der Berechnungen Keplers... weiter




Die Casa Mila in Barcelona von Antoni Gaudi spielt eine Rolle in Dan Browns "Origin", die derzeit eskalierende Unabhängigkeitsdebatte um Katalonien (im Bild: Demo am 3. Oktober) nicht. - © afp/Lluis Gene

Dan Brown

Langer Anlauf ins Nichts5

  • Dan Browns "Origin" verirrt sich in Digitalisierungs-Ängsten, als wären sie ein Gaudi-Bauwerk.

Das mit dem Timing ist halt so eine Sache. Kann gutgehen, kann aber auch schiefgehen. Wenn man zum Beispiel meint, man ist ohnehin der Unschlagbarste, dann kann man es natürlich probieren, sein Buch genau zum Zeitpunkt der Literaturnobelpreis-Verkündung zu veröffentlichen. Das hat Dan Brown gemacht... weiter




Betritt vermintes Gelände: Miljenko Jergovi . - © Miodrag Trajkovi

Literatr

Familienepos als Weltgeschichte

  • Der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergović legt in einem packenden Roman-Kaleidoskop Verwerfungen des 20. Jahrhunderts bloß.

Je aberwitziger eine Landesgeschichte anmutet, desto üppiger ist oft die Literatur: Es gibt genügend Erzählstoff. "Ein Schriftsteller profitiert von Tragödien. Am besten ist eigenes Unglück", meint der kroatisch-bosnische Autor Miljenko Jergović trocken... weiter




Literatur

Kosmopolitismus und Kleinstaaterei3

  • Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse präsentiert einen virtuosen Roman über das Kräftefeld, das in Europas Hauptstadt wirkt.

Ein mysteriöser Mord mit verschwundener Leiche im Hotel Atlas in Brüssel. Und ein herrenlos durch Brüssel laufendes Schwein. Verschwörungstheorien über ein geheimes Netzwerk katholischer Killer, Beschreibungen des Treibens der EU-Bürokratie, die sich aus Zynikern, Idealisten und Schreibtischhengsten aller Mitgliedsstaaten zusammensetzt... weiter




Franzobel hat es mit "Das Floß der Medusa" auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2017 geschafft. - © APA, Keystone, Anthony Anex

Deutscher Buchpreis

Fünf Österreicher auf Longlist

  • Fünf Romane sind unter den Nominierten für den Deutschen Buchpreis, der am 9. Oktober verliehen wird.

Frankfurt am Main. Fünf Romane österreichischer Autoren sind für den Deutschen Buchpreis 2017 nominiert. Franzobel befindet sich mit "Das Floß der Medusa", Monika Helfer mit "Schau mich an, wenn ich mit dir rede", Birgit Müller-Wieland mit "Flugschnee"... weiter




Bundesheer

"Unvorstellbar, dass man sich widersetzt"13

  • Jakob Pretterhofer hat sich im Roman "Tagwache" mit Gruppendynamik und Gewalt im Bundesheer auseinandergesetzt.

Wie Schikane beim österreichischen Bundesheer funktioniert, erzählt der junge österreichische Autor Jakob Pretterhofer in seinem im März 2017 im Luftschacht-Verlag erschienenen Roman "Tagwache". Auch wenn es sich nicht um eine Reportage, sondern eben einen Roman handelt, sind Mechanismen und Gruppendynamik der Schikane exakt beschrieben... weiter




Literatur

Wirrnisse des Erwachsenwerdens

  • "Das Licht und die Geräusche": Romandebüt des Filmregisseurs Jan Schomburg.

Jan Schomburg ist ein erfolgreicher deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor. Und so liest sich auch sein erster Roman "Das Licht und die Geräusche" wie die Vorlage für einen Film: mit einer sympathischen Hauptfigur, dialogstarken Szenen und vielen Ortswechseln, inklusive eines Trips nach Island... weiter




Sofi Oksanen, geboren 1977 in Jyväskylä. - © Toni Härkönen

Literatur

Ein allzu hoher Preis3

  • Die finnische Schriftstellerin Sofi Oksanen spielt in ihrem gesellschaftskritischen Roman "Die Sache mit Norma" einmal mehr mit den Genres - und mit den Erwartungshaltungen der Leser.

"Nach der Beerdigung war nichts wiedergutzumachen, auch wenn Norma sich noch in dem Moment, in dem sie sich hinter die Trauergäste zurückfallen ließ und auf den Weg stahl, der zum Tor führte, einreden wollte, dass es möglich wäre." Norma Ross hat gerade ihre Mutter Anita beerdigt... weiter




Vielfach ausgezeichnete Autorin: Ulrike Edschmid, geboren 1940 in Berlin.

Literatur

Veränderung als Lebenselixier1

  • Die deutsche Schriftstellerin Ulrike Edschmid setzt ein altes Liebespaar harten zwischenmenschlichen und gesellschaftspolitischen Bewährungsproben aus.

Ein Mann fällt von der Leiter und nichts ist mehr so, wie es war. Ein Wendepunkt. Halt auf freier Strecke. Die untröstlichen Vokabeln "Vorbei" und "Nie wieder" werden fortan zu seinen Gefährten. Bei dem Ort, an dem der Mann gestürzt ist, handelt es sich ausgerechnet um die neue Wohnung... weiter




Literatur

Bilder gegen die hilflose Wut2

  • "Ein fauler Gott", der Debütroman des Schauspielers Stefan Lohse.

Am Anfang ist Wut, nicht Trauer. Als Ben, elfjährig, aus der Schule kommt und seiner Mutter eigentlich von dem Wunderschwimmer Mark Spitz und seinen sechs Goldmedaillen erzählen will, flüstert sie ihm die schlimmste denkbare Nachricht ins Ohr: Jonas, der kleine Bruder, ist gerade im Krankenhaus gestorben... weiter




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