• 21. Oktober 2017

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Wie schön wäre "Wien ohne Wiener", überlegte Georg Kreisler - seine bösen Skurrilitäten zeigt das Volkstheater. - © lupispuma

Theaterkritik

Daheim und nicht zuhause12

  • Georg-Kreisler-Liederabend im Volkstheater mit Habjan-Puppen und Franui.

Ein Satz, der noch heute tröstet oder deprimiert: "Wien bleibt Wien." Gegen den Druck des Faktischen im Rathaus, Rundfunk, Gemeindebau wucherten in den späten Fünfzigern, halben Sechzigern Künstler-Phantasien voll lähmender Melancholie, makabrem Witz, aggressiver Ironie oder gebremster Wut... weiter




Theaterkritik

Chaos im Sprachstrudel

  • Karrieren ohne Moral: "Extremophil" im Volx Margareten.

Drei Menschen sitzen auf einem Gerüst, sie kehren dem Publikum den Rücken zu, sie zischen und brummen, sie beginnen, ein entropisches Wörterwirrwarr anzustimmen. Erst nach und nach lassen sich ein paar Sätze entwirren in dem Sprachstrudel. Schließlich aber reinigt sich das Chaos und die Schauspieler sprechen nicht mehr durcheinander... weiter




Wann endlich ist Krieg? - Rainer Galke und Henriette Thimig in "Iphigenie in Aulis". - © www.lupispuma.com/Volkstheater

Theaterkritik

Ein kalter Wind bläst

  • Zwischen Menschheitsepos und Betroffenheitskitsch: Anna Badora inszeniert im Volkstheater "Iphigenie in Aulis" und "Occident Express".

Und dann kommt zur alten Frau aus Mossul, die nicht müde wird, ihre grauen Haare zu betonen, auch noch das siebenjährige Kind, das durch den vermuteten Minengürtel nach vorne an die Grenze geschickt wird: Hausherrin Anna Badora haut mit dem moralischen Holzhammer zu und inszeniert im Volkstheater Stefano Massinis "Occident Express" als... weiter




Volkstheater

Volkstheater zeigt Premieren von Euripides bis Bowie

Wien. "Das Spiel ist unser Geschäft, die Fiktion unser Privileg", sagt Anna Badora. In der Spielzeit 2017/18 nutzt man diese Zutaten am Volkstheater wieder, um "die relevanten politischen Themen unserer Zeit ins Visier" zu nehmen, wie die Direktorin am Donnerstag bei der Saison-Pressekonferenz ankündigte... weiter




Noch im alten Schnürboden: (v.l.) Thomas Drozda, Anna Badora, Andreas Mailath-Pokorny, Cay-Stefan Urbanek. - © apa/H. Punz

Generalsanierung

"Permanenter Ausnahmezustand"2

  • Volkstheater-Sanierung auf Schiene: Umbau von Mai bis Oktober 2018.

Wien. Für das Volkstheater heißt es kommendes Jahr: Alles neu macht der Mai. Dann beginnt die Intensivphase der Generalsanierung des Hauses, die rund sechs Monate dauern wird. Insgesamt sind dafür 27,5 Millionen Euro veranschlagt, wovon jeweils zwölf Millionen Euro von Bund und Stadt zugeschossen werden... weiter




- © Alexi Pelekanos/Volkstheater

Theaterkritik

Betreuter Theaterspaß4

  • Im "Jungen Volkstheater" wird nach Wünschen gefragt.

30 mehrheitlich Minderjährige fordern im Sprechchor vom Innenminister den Stopp der Gesetzgebungsaktion: "Wir wollen demonstrieren, wo wir wollen!" Doch "die da oben" antworten nicht. Ein Mädchen will in Wien alle Politiker am Morgen in der U6 sehen, ein zweites wünscht sich "einen FKK-Strand nur für Frauen"... weiter




Ruinen von Jerusalem oder Aleppo: Steffi Krautz als Sittah, Gábor Biedermann als Sultan Saladin. - © APAweb, Robert Jäger

Kritik

Das zweite Ich als Puppe9

  • "Nathan der Weise" von Lessing im Volkstheater als Jubiläumsfest

Wird ein neues Theater eröffnet, will eine neue Ära beginnen, wird gerne Lessings "Nathan der Weise" als hehres Bekenntnis vorausgeschickt. Schon seit 200 Jahren. Doch kein Direktionswechsel, sondern das 300-Jahr-Jubiläum der "modernen" Freimaurerei empfahl dem Volkstheater... weiter




Immer im Abseits: Rainer Galke als Kasimir. - © www.lupispuma.com

Theaterkritik

Rülps? Rülps!3

  • Bananenfellatio, kaltes Licht und soziologische Texteindringlinge: "Kasimir und Karoline" im Volkstheater als unsubtile Gagparade.

Der Zeppelin, dieses Sinnbild von vergänglicher Luxus-Erhabenheit, sorgt für Begeisterung am Oktoberfest in Ödön von Horvaths "Kasimir und Karoline". In Philipp Preuss’ Inszenierung im Volkstheater rennt das ganze Ensemble zusammen und über einen Bildschirm sieht das Publikum auf die winkenden Adabeis im Leuchtschlangen-Karussell hinab... weiter




Am Zapfhahn: Lukas Holzhausen, Steffi Krautz. - © A. Pelekanos/Volkstheater

Theaterkritik

So geht’s halt mit der Gerechtigkeit4

  • Bierdunst, Flüche und falsche Entscheidungen: der böse Krimi "Hangmen" im Volx.

Durst sollte man nicht haben, wenn man sich "Hangmen" in der Volkstheater-Dependance Volx anschauen will. Also speziell Bierdurst sollte man nicht haben. Man könnte eifersüchtig werden auf die Schauspieler. Denn Bier wird literweise ausgeschenkt im Pub von Harry Wade (Lukas Holzhausen). Dort spielt sich großteils dieser böse Krimi ab... weiter




- © Chris Van der Burgh

Performanc-Kritik

Schlaflos zwischen Leben und Tod3

  • Alain Platel und sein Ensemble Les Ballets C de la B verwandeln mit "nicht schlafen" die Bühne im Volkstheater zum Kampfplatz.

Ein zerrissener Vorhang hinter einer Holzpalette, auf der drei präparierte Pferde aufgebahrt sind. Nach und nach betreten neun Performer die Bühne, bleiben wie angewurzelt stehen und betrachten die toten Tiere. Begleitet von Kuhglocken entsteht eine scheinbare pastorale Idylle... weiter




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