• 17. Dezember 2017

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Schlagwortsuche

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Solange man noch die Wahl hat2

  • Wir kennen viele Varianten von Ungehorsam und haben viele Ausdrücke dafür - ein zentrales Thema in unserer Kultur.

Ein kleiner etymologischer Aufstand zum Tag des Ungehorsams am 3. Juli: Das Aufmüpfige zum Beispiel, "das Aufmuffige", kommt, wie auch der Morgenmuffel, vom alten lautnachahmenden Verb muffeln für murren. Die Aufsässigkeit erinnert an das alte Verb aufsitzen für sich widersetzen... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Ständig in Morpheus Armen

  • Rausch, "das Rauschen": Viele Wörter geben Aufschluss über das Benannte - wenn es um Drogen geht, ist das allerdings nicht oft der Fall.

Eine etymologische Vorschau auf den Weltdrogentag am 26. Juni: Unter Drogen, vom französischen Wort drogue, verstand man ursprünglich, im 16. Jahrhundert, tierische und pflanzliche Rohstoffe, Gewürz- und Arzneimittel, verwandt mit dem Wort trocken, vielleicht auch beeinflusst vom lateinischen derogare für abschaffen... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Fast alle spuren

  • Die meisten Wörter sind viel älter als das, was sie bezeichnen: Kleine etymologische Erkundungstour zum Tag der Verkehrssicherheit am 17. Juni.

Verkehr, vom Verkehren, darunter verstand man ursprünglich Handelsverkehr, wirtschaftlichen Austausch, dann Umgang mit anderen. Zum Beispiel auf der Straße - vom lateinischen Begriff via strata, gepflasterter Weg, und vom Verb sternere für ausstreuen, ausbreiten, ebnen, ursprünglich ein Wort für Heerstraße... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Die bei den Spöttern sitzen7

  • Nicht immer ist man sich des Spottens bewusst, vor allem, wenn es im Wortschatz versteckt ist.

Viel Gespött, "Spucken" (Anspucken), prägt unseren Wortschatz, vom germanischen Wort sputta für Spott und Hohn, eng verwandt mit dem Speien. So war Clique ursprünglich ein Spottname für Gruppen literarischer Anhänger und Bewunderer, vom altfranzösischen Verb cliquer für klappern, lärmen, eng verwandt mit den Claqueuren... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Das lässt ganz schön tief blicken2

  • In welchem Zusammenhang auch immer, und ob im Guten oder im Bösen, mit dem Wort tief kann man auffallend viel anfangen.

Ausdehnung nach unten: Tief, entstanden im 8. Jahrhundert als tiof, kommt vom germanischen Wort deupa und einer indoeuropäischen Wurzel für tief und hohl, eng verwandt mit dem Tauchen und dem Taufen, "dem Tiefen" ("tief machen", eintauchen), mit dem Tümpel, "der Vertiefung", und dem Tupfen und dem Tüpfelchen, die vom Stupfen beeinflusst sind... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Glosse

Nicht immer gut durch5

  • Aus sprachlicher Sicht gibt es beim Grillen manch Unvermutetes und manch Unstimmiges - ein kleines etymologisches Wortrösten.

Ganz einfach: Grill kommt (über das Englische und das Französische) vom lateinischen Wort cratis für Flechtwerk. Auch Barbecue geht, über das Englische und das Spanische, auf ein (indianisches) Wort für Geflecht zurück. Beide Wörter sind erst seit dem 20. Jahrhundert im Deutschen heimisch... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Der Hund am Boden2

  • Auch sprachlich ist ohne Hunde nicht auszukommen, das liegt an der besonderen Beziehung des Menschen zu seinem treuesten Begleiter.

Hunde kommen in mehr Redewendungen und Redensarten vor, als die meisten anderen Tiere. Der krumme Hund zum Beispiel, bekannt wie ein bunter Hund, kalt wie eine Hundeschnauze, wie Hund und Katze, hundeelend, hundsgemein. Keinen Hund kann man damit hinter dem Ofen hervorlocken. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Bis es ganz bequem passt2

  • Wenn die Bedeutung eines Worts nicht greifbar ist, wird das meist als unbefriedigend empfunden und es werden Veränderungen vorgenommen.

Der Wortschatz gehört ganz den Sprechern, sie machen mit ihm, was sie wollen. "Bokal" müsste zum Beispiel der Pokal heißen, vom italienischen Wort boccale für Krug, Becher, das über das Spätlateinische (baucalis, tönernes Kühlgefäß) auf den griechischen Begriff baúkalis für enghalsiges Gefäß zurückgeht... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Meinem Herzen ziemlich der Letzte2

  • Auch sprachlich ist das Herz unentbehrlich und im Dauereinsatz: Ein kleines etymologisches EKG, im Herzensmonat Mai.

Unser Herz wird extrem beansprucht: Als Sitz der Gefühle gilt es, vor allem der Liebe und des Schmerzes, als Sitz des Gemüts und des Muts (beherzt), der Identität und Authentizität, der Ahnungen und oft auch der Seele. Kurz: Das Herz steht für den ganzen Menschen, im Guten wie im Bösen... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Wie die Feste fallen3

  • Viele Ungereimheiten: Feiertage und Brauchtum aus etymologischer Sicht - eine Vorschau auf den Mai und den Juni.

Der Mai, benannt nach dem altitalischen, wachstumbringenden Gott Maius, beginnt mit Maibüschen und Maifeuern, Knallen und Läuten, als Abwehr von Hexen und Geistern, als Abwehr des Todes. Ursprünglich feierte man gleichzeitig das Gedächtnis der heiligen Walpurgis (von althochdeutschen Wörtern für walten, herrschen und Zufluchtsstätte, Burg)... weiter




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