• 19. August 2017

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Konzertkritik

Stürmen und Sinnieren1

  • Der Pianist Maurizio Pollini in Salzburg.

Man hat Maurizio Pollini nicht unbedingt einen Gefallen getan, als man ihn zum "Klavier-Aristokraten" ernannte. Gewiss: Der Ehrentitel untermauert die pianistische Exzellenz des Italieners. Er ebnete aber auch, im Verbund mit mancher glatten Studio-Einspielung, den Weg zu einem Negativ-Bild - vom kühlen Kunst-Blaublütler Pollini... weiter




Lulu im Sturm der Gender-Debatte: Die dreifache Lulu Ariane Labed, Isolda Dychauk und Anna Drexler bedrängt Christian Friedel als Alwa. - © Monika Rittershaus

Theaterkritik

Die Überdosis Sex1

  • Eine ambitionierte "Lulu" versandet auf der Perner-Insel in Hallein in Harmlosigkeit.

Plastikkugeln. Riesige Plastikkugeln. Die gewaltige Bühne der Perner-Insel in Hallein ist voll mit Kugeln im XL-Format. Am Beginn der Aufführung schweben sie zur Bühnendecke, geben eine leere, tiefschwarze Bühne frei (Bühnenbild: Florian Lösche). Tiergeräusche sind zu hören, man wähnt sich in einem Zoo... weiter




- © DG/Harald HoffmannInterview

Oper

Zuhause bei den fliegenden Arien9

  • Sopranistin Anna Prohaska zählt zu den Shooting-Stars der Klassik-Szene. In Salzburg singt sie in Aribert Reimanns "Lear".

Salzburg. Anna Prohaska, Wahl-Berlinerin mit Wiener Wurzeln, ist eine erfrischend unprätentiöse Vertreterin einer neuen Sängergeneration. Mit Talent, Natürlichkeit und Gestaltungswillen ausgestattet, lässt sie sich nicht auf Genres oder stilistische Epochen festlegen... weiter




Oper

Konzertantes Dogen-Drama5

  • Verdi-Oper "I due Foscari" mit Plácido Domingo.

Salzburg. Immer wieder gerät man ins Staunen über Plácido Domingo, wie viel Glanz und Kraft seine Stimme nach einer so langen Karriere noch besitzt. Noch mehr aber darüber, eine wie große Palette an Farben er ihr entlocken kann, um Stimmungen auszudrücken... weiter




Ideale Aida: Anna Netrebko.

Opernkritik

Statische Klangpracht12

  • Anna Netrebko begeistert mit ihrem Aida-Debüt, Riccardo Muti protzt mit Klang, Shirin Neshat kapituliert als Regisseurin.

Technische Grenzen scheint sie nicht zu kennen. Ihr dunkler werdender Sopran ist in der Dramatik beeindruckend strahlend und solitär; in den lyrischen Passagen reduziert sie ihn zu berührenden, schillernden Pianissimi. Und auch im Wechsel zwischen der expressiven Durchschlagskraft und der poetischen Reduktion auf den Hauch eines Tones ist jede... weiter




Elina Garanca

Eh alles sehr schön5

  • Elina Garanča bei den Salzburger Festspielen.

Auf alte Herren wirkt sie! Schon zur Pause eilte ein Weißhaariger mit Blumen ans Podium, und ein zweiter mühte sich am Ende dorthin. Aber um gerecht zu sein: Elina Garanča wirkt auch auf viele andere. Es war keine Frage, dass einer soliden Mehrheit des Salzburger Festspielpublikums im Haus für Mozart überhaupt nichts abgegangen ist... weiter




- © Marco Borggreve/harmonia mundi

Salzburger Festspiele

Ein wild polternder Träumer6

  • Bariton Matthias Goerne über das Kulturgut Lied, Kunst als gesellschaftliche Notwendigkeit und den Salzburger "Wozzeck".

Salzburg. Vor 20 Jahren, im Sommer 1997, hat Matthias Goerne sein Operndebüt bei den Salzburger Festspielen gegeben - als Papageno in der "Zauberflöte". Auch damals hatte er sich bereits in seiner ersten und ureigensten Disziplin - dem Liedgesang - einen Namen gemacht... weiter




Anna Netrebko gibt ihr Debüt als "Aida" in Salzburg. Alle wollen dabei sein: Am Schwarzmarkt explodieren die Preise. - © ORF/Zach-Kiesling

Aida

Von Frauen und Tyrannen32

  • Oper der Superlative: Netrebko, Muti, Neshat - Am Sonntag hat die Salzburger "Aida" Premiere.

Salzburg. Shirin Neshat geht es, seit sie Künstlerin ist, um die Rolle der Frau, speziell um die Rolle der Frau in autoritären Staaten des Islam. Die in New York lebende iranische Fotografin, Film- und Video-Regisseurin und bildende Künstlerin Shirin Neshat wird heuer - für viele überraschend - die "Aida" in Szene setzen... weiter




Gewalt als letzte Lebendigkeit: Nina Stemme als solitäre Katerina, Dmitry Ulyanov als autoritärer Boris. - © Salzburger Festspiele /Thomas Aurin

Oper

Im Hinterhof der Menschlichkeit5

  • Mariss Jansons gibt mit Schostakowitsch sein umjubeltes Salzburg-Debüt. Andreas Kriegenburg inszeniert stimmig konventionell.

Im grauen Hinterhof der Trostlosigkeit regiert der Trieb. An Würde oder Perspektive ist den Menschen hier alles genommen. Was ihnen geblieben ist, sind die Mechanismen der Unterdrückung, die Gesetze der Gewalt und der animalischen Instinkte. Die Strukturen in diesem trist-lüsternen Soziotop sind so marode wie die bröckelnde schale Beton-Fassade... weiter




Konzertkritik

Die zwei Gesichter der Letzten Dinge1

Den Reigen der musikalischen Abschiede, der letzten Werke und tönenden Vermächtnisse bei den diesjährigen Salzburger Festspielen setzte sich auch im ersten Konzert der Wiener Philharmoniker fort. Als seelenvoll wissender Abschiednehmer erwies sich am Wochenende Bernard Haitink, der Gustav Mahlers letzte, die 9... weiter




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