• 20. September 2017

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Literatur

Verloren im Kochtopf

  • Mit dem Roman "Die Chefin" tischt Marie NDiaye die Geschichte einer Köchin auf.

Mit 19 fing er als Jungkoch bei der Chefin an, seitdem betete er die doppelt so alte Inhaberin des Sterne-Restaurants "La Bonne Heure" in Bordeaux an. Seine Liebe wurde nie erhört, und als Leser von Marie NDiayes neuem Roman "Die Chefin" weiß man nicht, ob man den namenlosen Erzähler deswegen bedauern soll... weiter




Mästet die Wirklichkeit mit Fiktion, bis sich Buch und Welt nicht mehr trennen lassen: Salman Rushdie. - © Ullsteinbild - CARO/Markus Waechter

Literatur

Im Zeitalter der Identität3

  • Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie sieht die Gegenwart im Zeichen des Hybriden - und rechnet vollmundig-ironisch mit ihr ab.

Irgendwer hat einmal behauptet, Salman Rushdie sei der berühmteste Schriftsteller der Welt. Gut möglich, kennen ihn seit der gegen ihn gerichteten Fatwa doch auch Nichtleser in aller Welt. Wie dem auch sei, ein Roman aus dem Hause Rushdie ist in jedem Fall ein Ereignis. Sein neuer, "Golden House", erscheint jetzt zeitgleich auf Englisch und Deutsch... weiter




Literatur

Fatale Realitätsverweigerung3

  • Julien Gracqs beklemmendes Romanfragment "Das Abendreich".

Warner vor der Katastrophe finden kein Gehör, erste Akte brutaler Aggression werden zerredet, eine "Trägheit der Seele" befällt die Menschen - denn noch lebt man ja gut im Lande: "Die sehr wirkliche Ruhe, die im Königreich herrschte, wurde so zu einem Beweis für die Nichtigkeit der Gefahr... weiter




Literatur

Kosmopolitismus und Kleinstaaterei2

  • Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse präsentiert einen virtuosen Roman über das Kräftefeld, das in Europas Hauptstadt wirkt.

Ein mysteriöser Mord mit verschwundener Leiche im Hotel Atlas in Brüssel. Und ein herrenlos durch Brüssel laufendes Schwein. Verschwörungstheorien über ein geheimes Netzwerk katholischer Killer, Beschreibungen des Treibens der EU-Bürokratie, die sich aus Zynikern, Idealisten und Schreibtischhengsten aller Mitgliedsstaaten zusammensetzt... weiter




Literatur

Vitalisierender Atlantik1

  • Unterhaltsamer Roman von Ulrike und Manfred Jacob: "Sisis Vermächtnis".

Sie war tatsächlich in der Normandie, und sie hatte wirklich einen Bade- (wie auch Reit-)unfall: Kaiserin Elisabeth. Zwei Monate weilte "Sisi" 1875 samt Hofstaat im Schloss Sassetot-le-Mauconduit, genoss die Reitausflüge wie den vitalisierenden Atlantik, dessen Klima ihre Tochter Marie Valerie stärken sollte... weiter




Literatur

Verrat an den Idealen2

  • Joseph Andras’ ergreifender Debütroman "Die Wunden unserer Brüder".

Was für die USA der Schandfleck Guantanamo, ist für Frankreich noch immer die "Wunde" des Algerienkriegs. 1954 begann der Kampf der Kolonie um die Unabhängigkeit, und im Zuge der jahrelangen Auseinandersetzung verriet das Heimatland der Menschenrechte all seine zivilisatorischen Prinzipien... weiter




Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren und in Österreich aufgewachsen, ist vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Historiker. - © Ullsteinbild/Schleyer

Literatur

Wenn die Maske fällt4

  • Der österreichische Schriftsteller Doron Rabinovici lässt die Zivilisation in einer bitter-ironischen Dystopie an ihrer Unmenschlichkeit scheitern.

"Arrival" (2016) war einer der interessantesten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre, weil er radikal von den Mustern des Genres abwich: Die Ankunft von Außerirdischen wurde - gegen alle Konventionen - nicht als kriegerischer Überfall inszeniert, den es mit militärischer Gewalt zurückzuschlagen galt... weiter




Wechselbad der Gefühle und Bilder: Clemens Mayer. - © Gaby Gerster

Literatur

Reisen ans Ende der Nacht2

  • Der deutsche Schriftsteller und Drehbuchautor Clemens Meyer legt mit seinen Erkundungen des "Schlachthausbodens" unserer Existenz ein leises und deshalb besonders unter die Haut gehendes Buch vor.

Clemens Meyers Romane und Erzählungen sind Reisen ans Ende der Nacht, Erkundungen des "Schlachthausbodens" unserer Existenz - ungeschönt, brutal, drastisch, komisch, ironisch, anrührend, pathetisch, melancholisch, unterhaltsam, voller Empathie für die Ge- und Betroffenen... weiter




Fasziniert auch mit seinem ersten autobiografischen Buch: Richard Ford. - © Colin McPherson/Getty Images

Literatur

Mutmaßungen zur Lebenskunst3

  • Der renommierte amerikanische Schriftsteller Richard Ford präsentiert eine feinsinnige Hommage an seine Eltern.

Dieses Buch ist vor allem eines: eine Überraschung. Richard Ford, 1944 in Jackson, Mississippi geboren, zählt schon lange zu den renommiertesten Schriftstellern Amerikas. Vor allem seine Romane um den Sportreporter und späteren Immobilienmakler Frank Bascombe gehören zum Besten... weiter




Naja Marie Aidt, Jg. 1963, stammt aus Grönland. - © Marion Ettlinger

Literatur

Schmerzende Zärtlichkeit2

  • Die dänische Autorin Naja Marie Aidt erzählt in ihrem fesselnden Debütroman "Schere, Stein, Papier" von unterdrückten Gefühlen, falschen Entscheidungen und dem rasanten Zusammenbruch eines guten Lebens.

Als sein Vater im Gefängnis stirbt, ist Thomas O’Mally Lindström vor allem erleichtert. Viele Jahre hatte er keinen Kontakt zu Jacques, einem Kleinkriminellen, der trank und seine Kinder vernachlässigte und schlug, bis Thomas stark genug war, sich zu wehren... weiter




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