• 12. Dezember 2017

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Schlagwortsuche

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Feuilleton

Sich weiden mit Wonne1

  • Alles, was uns umgibt, hat einen Namen, und meist bedeutet der auch etwas - eine kleine Etymologie der Wiese.

Pflanzennamen wechseln im Lauf der Zeit: So sind Butterblume und Dotterblume Namen für mehrere gelbblühende Pflanzen. Und verschiedene Blumen wurden bereits Margerite genannt: Der Name geht auf das griechische Wort margarítes für Perle zurück, wie auch die Margarine, "die Perlfarbene"... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Glosse

Besonderheiten aus aller Welt5

  • "Schmecktgut", "Schmecktsüß", könnten Obstnamen lauten. Dann wären die einzelnen Sorten allerdings schwer zu unterscheiden.

Für einen treffenden Namen braucht man Spezifisches. Dieses wird allerdings später oder bei Fremdwörtern oft nicht verstanden. Selbst bei den Heidelbeeren wird nicht unbedingt bewusst, dass sie (dem Namen nach) "Heidebeeren" sind. Birnen, von den Römern übernommen, gehen auf das lateinische (und althochdeutsche) Wort pira zurück... weiter




Merkwürdige Mischpoche: Der eine ständig pleite, der andere betucht und schofel - falls man die Oberhäupter der Familie Duck mit jiddischen Wörtern charakterisieren will. - © apa/Ehapa comic collection/GI

Sachbuchkritik

Jiddische Beziehungen286

  • Christoph Gutknecht untersucht die jiddischen Wörter der deutschen Alltagssprache.

"So ein Schlamassel. Zoff mit dem Chef und der Ehefrau am gleichen Tag. Ich weiß ja, dass er ein Gannef ist und dass sie jeden Tinnef kauft. Typisch, wer aus einer so betuchten Mischpoche kommt, allein der Herr Papa, dieser Großkotz... No, und der Herr Chef, der sitzt auf seinem Mammon und ist schofel, wie man nur schofel sein kann... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Ein heikler Genuss6

  • Über die Art der Benennung lässt sich meist ganz gut auf die Einstellung zum Benannten schließen - eine etymologische Schwammerllese.

Das Wuchern, der Schwammcharakter und die Nähe zum Gift haben unsere Vorfahren offenbar misstrauisch gemacht: So bedeutet Bovist, ein Wort aus dem 15. Jahrhundert, "Fuchsfurz", von den mittelhochdeutschen Wörtern vohe für Füchsin (Fähe) und vist für Furz, auch Wolfsfurz genannt, da bei Berührung die Sporen geräuschvoll ausgeschleudert werden... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Durchschnitten wird es auch3

  • Steuern, schützen, stemmen, rivalisieren, laben - was hat das alles mit Feng-Shui und WCs gemeinsam?

Wasser ist eigentlich nicht leicht zu übersehen - außer in unserem Wortschatz: Schützen zum Beispiel, vom mittelhochdeutschen Wort schuz für Aufstauung des Wassers, Damm, Wehr, bedeutete ursprünglich, beeinflusst vom Schütten, Wasser stauen, aufdämmen, erhalten auch im Vorschützen. Auch stemmen bedeutete ursprünglich Wasser stauen... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Glosse

Mit und ohne Federlesen11

  • Bei manchen Redewendungen ist die konkrete Bedeutung hinter den Wörtern längst verlorengegangen.

Natürlich kann man Redewendungen auch verwenden, ohne ein klares Bild von ihnen zu haben - allerdings nicht sehr treffsicher und lebendig. Ständig erzählen wir, weitgehend unbewusst, von früheren Verhältnissen: Jemand das Handwerk zu legen, "es niederzulegen", das taten ursprünglich die Innungen, wenn sich jemand nicht an die Regeln hielt... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Glosse

Wirklich nachhaltig reisen7

  • In vielen Wörtern steckt eine ungeahnte Herkunft: Vom Eskimoischen, Russischen und Arabischen in unserer Sprache.

Welcher Sprachenvielfalt man sich mit dem Wortschatz bedient, wird nicht immer bewusst - ein Reichtum, über den man jederzeit verfügt. Ein paar Beispiele aus der Fülle: Der Parka geht über das Englische auf das Eskimoische zurück. Der Anorak, "die Windjacke", kommt vom eskimoischen Wort anore für Wind... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Jede Wette: Sie ist besser als Er15

  • Unser Wortschatz ist mitunter feministischer, als angenommen wird - ein kleiner etymologischer Streifzug zum Frauentag.

Respekt: Die Frau, "die Herrin", ein Wort aus dem 9. Jahrhundert (althochdeutsch frouwa), kommt vom germanischen Wort frawjon für Herr und der indoeuropäischen Wurzel per- für vorne, erster und ist folglich eng verwandt mit der First Lady, der Fürstin, "der Herrscherin" ("der Vordersten"), mit Fronleichnam... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Verhüllter Genuss9

  • Dem heurigen Jahr der Hülsenfrüchte ist auch aus sprachlicher Sicht einiges abzugewinnen.

Altes Erbe: Die Hülse, "die Hülle", geht auf die indoeuropäische Wurzel kel- für verhüllen, verbergen, schützen zurück, eng verwandt mit dem Eukalyptus, "der gut verhüllt ist", und somit aus sprachlicher Sicht ebenfalls eine "Hülsenfrucht" (von den griechischen Wörtern eu für gut und kalýptein für bedecken, umhüllen)... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Der Zweck ist das Ziel6

  • Vorstellungen und Annahmen sind meist viel vager und verschwommener, als man glaubt - nicht zuletzt in schwierigen Lebenslagen.

Nimmt man Wörter ernst, wird manches etwas deutlicher: Eine Sackgasse ist aus sprachlicher Sicht ganz anschaulich ein Sack (und hieß früher auch so). Das kann einen in Verlegenheit bringen, "in Verliegenheit" - ursprünglich (vom mittelhochdeutschen Verb verligen für verderben, durch Liegen Schaden nehmen) ein scheltender Ausdruck für Untätigkeit... weiter




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