• 21. Oktober 2017

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Schlagwortsuche

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Wer Zähne sät...

  • Dem Wortschatz auf den Zahn gefühlt: Was von so zentraler Wichtigkeit ist, hat auch große Auswirkungen auf die Sprache.

Blecken, fletschen, zusammenbeißen: Die Zähne, ein Wort des 8. Jahrhunderts, das auf das Germanische zurückgeht, führen als "die Beißer" zur indoeuropäischen Wurzel ed- für essen, eng verwandt mit den Zinnen, "den Zahnartigen", und dem Zank, "dem Zahnk", dem die Vorstellung zugrunde liegt... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Etymologie

Eine unbeschriebene Wachstafel10

  • Viel im Wortschatz hatte früher eine andere Bedeutung - und immer neue Bedeutungen entstehen, auch was unser Innenleben betrifft.

Die Seele früher und heute: Das Gefasstsein ist ein "Gefassthaben", denn es geht auf die alte Bedeutung von fassen für sich mit Vorräten eindecken zurück, Vorräte fassen (und daher vorbereitet sein). Das Beklemmende kommt vom mittelhochdeutschen Verb beklimmen für umklammern, war also ein Ausdruck für körperliche Beengung... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Etymologie

Was die Nachwelt für uns tut4

  • Stil- und Epochenbezeichnungen werden meist erst im Nachhinein geprägt, oft abwertend.

Eine kleine Zeitreise aus etymologischer Sicht: Das Epochale, "das anhält", kommt vom griechischen Verb échein für halten. Sachlich neutral ist dabei noch die Antike - erst seit dem 19. Jahrhundert Epochenbezeichnung, vom lateinischen Wort antiquus für vorig, alt, sprachlich eng verwandt mit der Avantgarde, "der Vorhut"... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Etymologie

Das Wasser siegt4

  • Sprühende Sprudel, wälzende Wellen, sprießendes Spritzen, gärende Gischt - eine kleine Abkühlung im Sommerwortschatz.

Klatschnass zu sein, klitschnass, patschnass, pudelnass, triefnass, tropfnass, ist manchmal eine Wohltat. Gesucht: Wasser, Gewässer, vom germanischen Wort watar, wobei das Nass, vom germanischen Wort nata, eng verwandt mit dem Benetzen ist, "dem Benassen". Beim Wasserstrahl hat man es mit einem germanischen Wort für Pfeil zu tun... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Etymologie

Was die Sonne an den Tag bringt

  • Sonnenschein schenkt uns so manches - auch besonders viele Redewendungen, Sprichwörter und Zitate.

Alles unter der Sonne: "Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter", klagte man früher oft, als die Sommer weniger heiß waren - zurückgehend auf Heinrich Heines "Reisebilder" und bezogen auf Früchte, die mangels Sonne nicht richtig gediehen und "verdrießlich" aussahen, wie es in dem Text heißt... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Feuilleton

Gittern, broteln, eintascheln

  • So nützlich die Etymologie auch sein kann, von etymologischen Kochversuchen ist eher abzuraten.

Rösten, panieren, pochieren, gratinieren - wenn man nicht selbst weiß, was zu tun ist, aus dem Küchenvokabular lässt es sich nur in wenigen Fällen erschließen. So heißt Pochieren zum Beispiel "eintascheln", vom französischen Wort poche für Tasche. Panieren heißt, vom lateinischen Wort panis für Brot, "einbroteln"... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Philologie

Groß, da nur grob gemahlen1

  • Je wichtiger das Benannte ist, umso einfacher und geheimnisvoller sind oft die Namen - und der Einfluss auf den Wortschatz wächst.

Eine kleine etymologische Getreideernte: Weizen zum Beispiel heißt, zurückgehend auf das Germanische, "der Weiße". Auch Roggen, althochdeutsch roggo, ist ein germanisches Wort - auf welche Vorstellung bezogen, ist unbekannt. Ebenso der Hafer, früher Haber, vom germanischen Wort habron. Und Getreide heißt einfach, vom Tragen, "Getrage" (Ertrag)... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Glosse

Sprachlicher Artenreichtum3

  • Es ist nicht leicht, seine Gedanken, vor allem abstrakte, auszudrücken, präzise Begriffe für sie zu finden - und durchzusetzen.

Extrem vielseitig - die Art: Sie geht, ursprünglich als Herkunft, Beschaffenheit, angeborene Eigentümlichkeit und wahrscheinlich beeinflusst vom mittelhochdeutschen Wort art für Ackerbau, auf eine indoeuropäische Wurzel für fügen zurück, eng verwandt mit dem englischen Wort art und den Artisten - artig, "von Art" (von guter Art)... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Feuilleton

Sich weiden mit Wonne1

  • Alles, was uns umgibt, hat einen Namen, und meist bedeutet der auch etwas - eine kleine Etymologie der Wiese.

Pflanzennamen wechseln im Lauf der Zeit: So sind Butterblume und Dotterblume Namen für mehrere gelbblühende Pflanzen. Und verschiedene Blumen wurden bereits Margerite genannt: Der Name geht auf das griechische Wort margarítes für Perle zurück, wie auch die Margarine, "die Perlfarbene"... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Glosse

Besonderheiten aus aller Welt5

  • "Schmecktgut", "Schmecktsüß", könnten Obstnamen lauten. Dann wären die einzelnen Sorten allerdings schwer zu unterscheiden.

Für einen treffenden Namen braucht man Spezifisches. Dieses wird allerdings später oder bei Fremdwörtern oft nicht verstanden. Selbst bei den Heidelbeeren wird nicht unbedingt bewusst, dass sie (dem Namen nach) "Heidebeeren" sind. Birnen, von den Römern übernommen, gehen auf das lateinische (und althochdeutsche) Wort pira zurück... weiter




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