• 16. Dezember 2017

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Schlagwortsuche

Glosse

Selbstverständlich täglich5

  • Was haben Pollen, Puder, Pasten, Pastillen und Suppen mit Kübeln gemeinsam, mit Schminke und mit Lords?

Wichtig in unserem Leben und unserem Wortschatz: Getreide, Mehl, Brot, wobei Brot, vom germanischen Wort brauda - ein Begriff aus dem 8. Jahrhundert, schon althochdeutsch brot - ursprünglich meist hlaiba genannt wurde, Laib. Getreide heißt, vom Tragen, "das Getragene" (der Ertrag)... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Gut gerüstet für alle Fälle4

  • Ganz normal: Es werden nicht ständig neue Wörter ersonnen, meist bedient man sich der alten und weist ihnen eine neue Bedeutung zu.

Das Benannte ist meist sehr viel jünger als der Name. So verstand man unter Kabel, einem Wort aus dem 13. Jahrhundert, entlehnt aus dem Niederländischen, ursprünglich ein Ankertau. Und eine Antenne, 15. Jahrhundert, war zuerst, vom lateinischen Wort ante für vor, eine Segelstange, "die vorsteht". Gadget, ursprünglich gadjet, ein Ausdruck des 19... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Auch ohne Bomben und Granaten2

  • Kennt man den Ursprung, weiß man eher, worauf man sich einlässt - auch beim Wortschatz.

Viel Krieg: Bei der Polemik hat man es mit dem griechischen Wort pólemos für Krieg, Schlacht zu tun. Der Slogan, "der Kampfschrei", besteht aus den gälischen Wörtern sluagh für Heer und gairm für schreien, rufen. Und rebellieren, vom lateinischen Wort bellum für Krieg, heißt, "den Krieg erneuern" (gegen den, der ihn gewonnen hat)... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Was am Ende herauskommt1

  • Ob innen oder außen, drinnen oder draußen - klingt alles klar und eindeutig. Alles? Ein Blick auf die Etymologie kann nicht schaden.

Innen, vom gotischen Wort innana, fängt alles an. Binnen, "be-innen". Innerhalb, "innerseitig" (auf der inneren Seite) - vom althochdeutschen Wort halba für Seite. Esoterisch, "innerlicher", vom griechischen Wort esoteros, dem Komparativ von éso für innerhalb, drinnen. Intim, "innerst" (Superlativ zu intra, innen)... weiter




Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Zuletzt ist "Österreichisch für Anfänger" im Verlag Amalthea erschienen, ein heiteres Lexikon, illustriert von Martin Czapka.

Glosse

Furcht und Angst nach den Terroranschlägen von Paris3

  • Die Wörter "Furcht" und "Angst" bestimmen zurzeit die aktuelle Diskussion - woher kommen sie und wie werden sie verwendet?

Für den Duden ist die Sache klar: "In der Fachsprache der Psychologie und Philosophie wird im Allgemeinen zwischen Angst als unbegründet, nicht objektbezogen und Furcht als objektbezogen differenziert. In der Allgemeinsprache werden dagegen beide Bezeichnungen meist synonym verwendet, wobei Furcht als stilistisch gehobener empfunden wird... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Wo der Nebel besonders dicht ist6

  • Seltsam aber wahr - oft versteckt sich das Wetter: ein Beitrag zur etymologischen Meteorologie.

Es wird sehr viel mehr übers Wetter geredet, als bewusst ist: Duft zum Beispiel heißt Reif, Nebel, Dunst, eng verwandt mit dem Betäuben, "dem Umnebeln", dem Doofen, "das taub ist" (umnebelt), dem Toben, "verwirrt (umnebelt) sein", und dem Verduften, "den Geruch verlieren" (auch, indem man weggeht)... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Klein, aber gewichtig3

  • Viel Kleines, viel Zerkleinertes versteckt sich in unserem Wortschatz, auch wo man es nicht vermuten würde.

Was klein ist, sieht man nicht immer auf den ersten Blick, es erweist sich aber oft als bedeutsam. So wirkt in Schmach und Schmählichem, eng verwandt mit dem Schmächtigen, das althochdeutsche Wort smahi für klein, gering, niedrig. Und das Schicke führt zum frühromanischen Ausdruck chic für klein... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Stänkerer, Schnorrer, Querulanten4

  • Menschenkenntnis ist notwendig, wendet Not ab: Ein erster Schritt kann sein, auch das Vokabular einmal unter die Lupe zu nehmen.

Nicht alle Mitmenschen sind höflich, "hoflich" (wie bei Hof), und nett, "netto" (lateinisch nitidus, glänzend, blank). Es gibt auch Rohlinge, vom germanischen Wort hrawa für roh (ursprünglich wie Fleisch). Es gibt Rüde, vom lateinischen Wort rudis für roh. Und Flegel, ursprünglich Dreschflegel, vom lateinischen Wort flagellum für Peitsche, Geißel... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Bestens organisiert5

  • Lebensnotwendiges macht meist kein großes Geschrei: So kommt auch unser Organismus mit bescheidenen Namen aus, ohne Fremdwörter.

Auch ohne Lateinwörterbuch weiß jeder, was gemeint ist: Hirn, germanisch hersnja, heißt "das im Kopf ist". Und der Magen, germanisch magon, kommt von einer indoeuropäischen Wurzel für Beutel (Lederbeutel, Hautbeutel). Das Herz, germanisch herton, geht wie das lateinische Herz (cor) und das griechische (kardía) - vermutlich als "das Hüpfende" ("das... weiter




Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Sprachschätze

Hauptsache eine ganze Menge2

  • In unserer Kultur hat man meist von allem viel, was zu Problemen führen kann - der Wortschatz überliefert wichtige Erfahrungen.

Die meisten von uns haben eine ganze Menge - das kommt vom germanischen Wort managin für Menge, "was viel ist". Und viel heißt, vom germanischen Wort felu, "füllend", angefüllt. Ganz gehörig viel, "wie es sich gehört". Ziemlich viel, "wie es sich ziemt"... weiter




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