• 23. Oktober 2017

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Imposant: Zeppenfeld (l.) und Schager. - © Bayreuther Festspiele/Nawrath

Opernkritik

Der Heilsbringer geht wieder baden1

  • In Bayreuth wird die Wiederaufnahme des "Parsifal" bejubelt.

Wagners "Parsifal" ist für das Bayreuther Festspielhaus maßgeschneidert. Hier, auf dem Grünen Hügel, liegt die Spielstätte für diese Oper, hier wurde sie 1882 uraufgeführt. Man versteht warum, wenn man sich in der aktuellen Spielserie der Festspiele dem Orchester im verdeckten Graben unter Hartmut Haenchen ausliefert... weiter




Einfach grandios: Michael Volle als Sachs und Klaus Florian Vogt als Stolzing. - © Bayreuther Festspiele/E. Nawrath

Opernkritik

Wagner bei sich zu Haus’2

  • Bayreuther Festspiele starten mit "Die Meistersinger von Nürnberg", inszeniert von Barrie Kosky.

Die dunklen Wolken, die über dem Grünen Hügel in Bayreuth hingen, hatten in diesem Jahr nichts Doppelbödiges. Die waren tatsächlich nur für den Dauerregen verantwortlich, der sich alle Mühe gab, den Besuchern die Laune zu verderben. Inklusive dem Königspaar aus Schweden und der wagnerfreundlichen deutschen Kanzlerin... weiter




Reale Sänger und Puppen-Projektionen: Zwei Regiekonzepte auf einer Bühne bei Rossinis "Mosè in Egitto". - © Bregenzer Festspiele/Karl Foster

Bregenzer Festspiele

Nicht nur ein geteiltes Rotes Meer

  • Ein mutiger Teilerfolg: Die Bregenzer Festspiele gehen bei Rossinis "Moses in Ägypten" szenisch ungewöhnliche Wege.

Vielleicht ist Gott ja eine Truppe von Puppenspielern - kindlich und neugierig, tendenziell harmoniebedürftig, moralisch aber eher neutral und daher auch bei Themen wie Tod und Verwüstung mehr experimentierfreudig als mitfühlend gütig. In kleinen Modelllabors arbeiten die Spieler mit viel Fantasie an Miniaturszenarien... weiter




Charismatisch: Megan Kahts als Bastienne. - © Barbara Pálffy

Opernkritik

Lohnende Raritäten6

  • Das Teatro Barocco zeigt zwei Opern-Kleinode im Stift Altenburg.

Als wäre Mozarts Jugendoper "Bastien und Bastienne" nicht schon selbst ein selten gespieltes Werk, wird im Stift Altenburg mit Schuberts Mini-Oper "Der Hochzeitsbraten" zusätzlich ein gewissermaßen nie gespieltes Werk präsentiert. Das anfangs noch vom warmen Abendlicht erhellte Barocksaaltheater beherbergt keinen gewöhnlichen Opernabend... weiter




Dichtes Beziehungsgeflecht mit üppigen Lichteffekten: "Rigoletto" im Römersteinbruch. - © Armin Bardel

Opernkritik

Kluge Regie ging fast baden7

  • Giuseppe Verdis "Rigoletto" feierte im Steinbruch von St. Margarethen eine gelungene Premiere.

Das Gewitter kam früher als erwartet. Nicht wie geplant im letzten Akt von Verdis "Rigoletto", mit den so wegweisend schaurig in die Musik verwobenen Klangmalereien. Blitz, Donner und Regen enterten just in dem Moment die Open-Air-Bühne im Steinbruch St. Margarethen, als das Liebespaar Herzog-Gilda innig duettierte... weiter




Wunderterzett mit Daniela Fally (v. l.), Margarita Gritskova und Iurie Ciobanu. - © Lukas Beck

Opernkritik

Und I-a darauf!7

  • Zum 20-Jahr-Jubiläum zeigt die Oper Klosterneuburg "Le Comte Ory".

An Tieren hätten wir: Etliche Krähen, den Schlafplatz aufsuchend, drei Turmfalken, ungezählte Nachtschmetterlinge, ein paar Fledermäuse, sich an diesen delektierend, und einen beinahe echten Esel. Letztgenannter gehört zur Inszenierung von Gioacchino Rossinis "Le Comte Ory"... weiter




Das Liebespaar, das um sein Glück ringt: Francesco Demuro (Nadir) und Olga Peretyatko-Mariotti (Leïla). - © Donata Wenders

Opernkritik

Meereswogen und Händeringen

  • Kino-Ikone Wim Wenders versucht sich im Berliner Schillertheater an Georges Bizets "Le pêcheurs de perles".

Irgendwann zieht es Filmemacher zur Oper hin. Als Bayreuth für 2013 einen Ring-Regisseur suchte, war die deutsche Film-Ikone Wim Wenders ein Kandidat. Er gab den Auftrag zurück, und Frank Castorf kam zum Zug. Zum Glück, wie man jetzt nach dem Operndebüt von Wenders mit dem Opernerstling des gerade mal 25-jährigen Georges Bizet im Schillertheater... weiter




Spielfreudig: Bryn Terfel als Doktor Dulcamara - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Laue Hausmannskost

  • Aktuelle "Liebestrank"-Serie der Staatsoper bietet blasses Repertoire mit Staraufputz.

Oft kommt es anders. Die am Donnerstag begonnene zweite Spielserie von Donizettis "Liebstrank" dieser Saison an der Wiener Staatsoper hätte zum gefeierten Comeback von Rolando Villazón als Nemorino werden können. Er sagte kurzfristig ab. So wurde ein mit zwei Welt-Stars garnierter Abend zur lauen Repertoire-Vorstellung mit Bryn Terfel als... weiter




Intensiv: Waltraud Meier (links), Nina Stemme. - © Staatsoper/M. Pöhn

Opernkritik

Referenz der Intensität8

  • Hervorragende, schaurig schöne "Elektra" an der Wiener Staatsoper.

Diese Titelunheldin brachte es im Haus am Ring auf den Punkt: "Ob ich die Musik nicht höre? Sie kommt doch aus mir!" Nina Stemme bot alles an stimmlicher wie auch darstellerischer Überzeugungskraft in Uwe Erics Laufenbergs banalem Pathologie-Museum voller Paternoster-Atmosphäre - und gab das Motto des Abends vor... weiter




Opernkritik

Potenzierte Weiblichkeit für Don Pasquale

Eigentlich bietet es sich ja an, den "Don Pasquale" feministisch aufzuladen. Die Quintessenz der Oper von Gaetano Donizetti: Der alternde Protagonist soll für seinen Geiz und seine kühne Vorstellung, sich mit einer jungen Frau zu verheiraten, büßen. Ein Plan ist schnell ausgeheckt, eine Scheinehe arrangiert... weiter




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