• vom 08.08.2012, 12:04 Uhr

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Update: 09.08.2012, 14:41 Uhr
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Gerhard Roth auf der Reise durch das menschliche Gehirn

Wie die Persönlichkeit Lernen und Lehren prägt


Von Alicia Prager



Regelmäßig werden Bildungskrisen ausgerufen. Regelmäßig entstehen Schulreformbewegungen. Doch diese haben bis jetzt keine großen Verbesserungen nach sich gezogen, stellt der Neurowissenschafter Gerhard Roth fest. In seinem Buch "Bildung braucht Persönlichkeit – Wie Lernen gelingt" befasst er sich mit der Frage, wie die Persönlichkeit das individuelle Lernen und Lehren beeinflusst.

Pädagogische Ausbildung für Schulpraxis wertlos

Ein großes Problem sieht Roth darin, dass Pädagogik und Didaktik im Schulalltag keine Anwendung finden. Hochschulprofessoren wollen nichts mit Schulen zu tun haben, die Lehrer halten die akademischen Konzepte für wertlos, schreibt Roth. Außerdem herrsche unter den Lehrern die Auffassung, dass jeder sein eigenes Unterrichtskonzept individuell erarbeiten müsse.

Information

Gerhard Roth, Professor Dr. Dr., ist Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen, Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs Delmenhorst und Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er hat über 200 Fachartikel im Bereich der Neurobiologie und Neurophilosophie veröffentlicht. In der Zeitschrift Cicero (Oktober 2009) wurde Gerhardt Roth als der bedeutendste Naturwissenschaftler in Deutschland ausgezeichnet.

Gerhard Roth: "Bildung braucht Persönlichkeit - wie lernen gelingt"
. 16,95 Euro, 4. Aufl. 2011, 356 Seiten, Klett-Cotta-Verlag.

Lernen aus Sicht der Neurowissenschaften
Die Neurowissenschaft beschäftigt sich in den letzten Jahren verstärkt mit psychologischer Forschung im Rahmen von beispielsweise entwicklungsneurobiologischen Untersuchungen. Ein "zunehmend einheitliches psycho-neurobiologischen Konzept der Persönlichkeit" würde momentan entstehen, schreibt Roth. Dieses Konzept möchte er mit der Bildungspraxis verbinden und anwendbar zu machen. Das Buch lädt zu einer Reise durch das menschliche Gehirn ein und zeigt auf, wie Wissensvermittlung und -verarbeitung sinnvoll gestaltet werden könnte. Der Autor argumentiert, dass Verbesserungen der Bildungssituation nur unter Berücksichtigung der Funktion des Gehirns gelingen können.
Das komplexe Thema vermittelt der Autor trotz unumgänglicher Fachausdrücke spannend und gut lesbar.




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