• vom 16.05.2012, 10:29 Uhr

Bildung

Update: 16.05.2012, 19:56 Uhr
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Salzburg und Niederösterreich wollen mehr Vierjährige in Kindergärten

Modellprojekte für zweites Kindergartenjahr



  • Staatssekretär Sebastian Kurz fordert weiterhin Einführung eines zweiten Pflichtjahres für Kinder, die es benötigen.

Ein Kind beim Schuheanziehen im Kindergarten Gatterhölzl am 17. April 2012 in Wien.

Ein Kind beim Schuheanziehen im Kindergarten Gatterhölzl am 17. April 2012 in Wien.Andreas Pessenlehner Ein Kind beim Schuheanziehen im Kindergarten Gatterhölzl am 17. April 2012 in Wien.Andreas Pessenlehner

Wien. Das Staatssekretariat für Integration startet ab Herbst mit den Bundesländern Salzburg und Niederösterreich Modellprojekte für eine Art zweites Pflicht-Kindergartenjahr light. In den Modellregionen Oberpinzgau und St. Pölten-Land sollen vermehrt Vierjährige mit Sprachdefiziten zum Kindergartenbesuch bewogen werden, verpflichtend ist der Besuch aber vorerst nicht. Staatssekretär Sebastian Kurz pocht aber auf die Einführung eines zweiten Pflichtjahres für jene, die es brauchen.

Derzeit besteht Kindergartenpflicht für Fünfjährige. Kurz sieht aber weiteren Bedarf: 80 Prozent der Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die keinen Kindergarten besuchen, hätten beim Schuleintritt einen erhöhten Sprachförderbedarf, erklärte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Es sei klüger, früher mehr zu investieren als später zu reparieren. Vorgeschlagen hatte ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für jene, die nicht Deutsch können, vergangenes Jahr auch der Expertenrat im Integrationsstaatssekretariat.

Ein Zwischenschritt dazu sollen nun zwei Modellregionen sein. Die Einschreibung wird vorverlegt, womit die Sprachstandsfeststellung früher stattfinden kann. Im Oberpinzgau machen zehn Gemeinden mit, erläuterte die Salzburger Landesrätin Tina Widmann (V). Die vorgezogene Einschreibung mit vier werde verpflichtend sein, im Rahmen eines Schnuppertages finde die Sprachstandfeststellung statt. Danach würden "intensive Elterngespräche" geführt.

Jene, die in der Modellregion St. Pölten-Land nicht zur (nicht verpflichtenden) Einschreibung kommen, erhalten Einladungen, um den Kindergarten kennenzulernen, erklärte die niederösterreichische Landesrätin Barbara Schwarz (V). Mit Hilfe von Fachleuten soll dann abgeklärt werden, welche Kinder besonderen Bedarf haben, im Rahmen von Eltern-Kind-Gruppen sollen die Betroffenen an den Kindergartenalltag herangeführt werden.

In Niederösterreich sind derzeit etwas über 90 Prozent der Vierjährigen bereits in Betreuung, der Kindergarten vormittags ab zweieinhalb Jahren gratis. Nicht gratis wird der Besuch für die Vierjährigen - auch bei Bedarf - in Salzburg sein, wo derzeit rund 80 Prozent betreut werden. Während es laut Schwarz in Niederösterreich genug Plätze für alle Vierjährigen gäbe, würde es in Salzburg wohl da oder dort Probleme geben, räumte Widmann ein.

Angesprochen werden sollen nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund, sondern auch mit deutscher Muttersprache, betonten die Politiker. Widmann verwies darauf, dass in der Region stark Dialekt gesprochen werde und es auch Kinder gebe, die deswegen Probleme haben.

Alle Länder und Regionen seien eingeladen, sich an dem Projekt (auf eigene Kosten) zu beteiligen, so Kurz. Der Staatssekretär zeigte sich davon überzeugt, dass sich nach einem Jahr zeigen werde, dass die Modellregionen erfolgreich seien. Er wäre froh, wenn es in zwei Jahren eine österreichweite Lösung für das zweite Kindergartenjahr gebe - "gratis für alle und verpflichtend für die, die es brauchen". Dazu bräuchte es eine 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern. Zur Finanzierung meinte Kurz, es sei eine Frage, wie man in einem Budget gewichte.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-16 15:29:48
Letzte Änderung am 2012-05-16 19:56:18


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