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Update: 23.05.2012, 11:34 Uhr
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Wird der Haltegriff losgelassen, stoppt der Kinderwagen innerhalb von zwei Sekunden

Salzburger Maturanten entwickelten automatische Kinderwagen-Bremse



  • Pinzgauer HTL-Lehrer stellte Patentantrag.

Salzburg. Fünf Salzburger Maturanten haben ein automatisches Bremssystem für Kinderwagen entwickelt. Wird der Haltegriff losgelassen, bleibt der Kinderwagen innerhalb von zwei Sekunden stehen. "Wir haben einen funktionstüchtigen Prototyp gebaut und einen Patentantrag gestellt", sagte Werner Meissner (43), Projektleiter und Lehrer an der HTL Saalfelden (Pinzgau) der APA.

Es ist der Alptraum frischgebackener Eltern: Ein Stolperer auf einer abschüssigen Straße, ein kurzes Loslassen genügt, schon macht sich der Kinderwagen selbstständig. Manchmal endet die kleine Unaufmerksamkeit tragisch, wie im Juli 2007 nahe Graz: Ein Kinderwagen rollte in die Mur, das sieben Monate alte Baby ertrank, ebenso die Mutter, die nachgesprungen war. Im vergangenen Oktober retteten zwei Passanten in Schruns in Vorarlberg ein eineinhalbjähriges Kind aus einem Bach. Der Vater hatte den Kinderwagen kurz losgelassen, dieser war dann über eine Böschung ins Wasser gefallen.

Als Werner Meissner vor zweieinhalb Jahren Vater wurde, sah er sich selbst mit dem Problem konfrontiert. "Ich wohne in Leogang, in einer gebirgigen Gegend. Als ich Lukas im Kinderwagen geschoben habe, ärgerte ich mich, dass der Kinderwagen nicht automatisch stehen bleibt, wenn man den Kontakt zum Haltegriff verliert." Ausgekommen sei ihm der Kinderwagen, der eine herkömmliche, mechanische Feststellbremse hatte, zum Glück nie. Die Idee, ein automatisches Bremssystem herzustellen, war aber geboren. "Ich habe sehr gute Schüler gefunden, die das solide umgesetzt haben. Es funktioniert", sagte Meissner nicht ohne Stolz.

Zwei Schülerinnen des Schwerpunktes Marketing an der Handelsakademie (HAK) St. Johann im Pongau und drei Schüler der Fachrichtung Mechatronik an der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) Saalfelden im Pinzgau haben an dem Maturaprojekt mitgearbeitet. Sie betrieben Marktforschung und entwickelten aus den Forderungen der Kundenbefragung eine berührungslose, mechatronische Kinderwagen- und Sicherheitsbremse.

Das System bemerkt, ob jemand den Kinderwagen schiebt oder hält. Sensoren am Haltegriff erkennen, wenn dieser nicht mehr festgehalten wird. "Innerhalb von zwei Sekunden wird dosiert gebremst, nicht ruckartig", schilderte Meissner. Denn auch ein ruckartiges Bremsen könne das Kind gefährden. Im Ruhezustand, wenn niemand den Griff festhält, ist die Bremse angezogen.

Das Projekt sei derart erfolgreich, dass er nun mit Hilfe des Tiroler Technologiefonds CAST ein Unternehmen zur Herstellung des automatischen Bremssystems gründen wolle, erklärte der Pinzgauer Lehrer. Zentrale Aufgabe von CAST ist die intensive Beratung, Begleitung und Förderung von technologieorientierten Unternehmensgründungen. Der Firmensitz soll in Tirol sein, denn dort gebe es geförderte Standorte, sagte Meissner. Er ist noch auf der Suche nach Investoren.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-23 11:31:40
Letzte Änderung am 2012-05-23 11:34:38


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