• vom 25.07.2012, 17:08 Uhr

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Jugenddelegierte werden entsandt, um ihre Sichtweise in Entscheidungsprozesse einbringen zu können

Junge Stimmen in der UNO


Von Alicia Prager

  • Bei der Generalversammlung in New York sollen Jugendliche Delegierte beraten.

Melissa Ofoedu (links) und Rodaina El Batnigi, die österreichische Delegierte 2011. JBV

Melissa Ofoedu (links) und Rodaina El Batnigi, die österreichische Delegierte 2011. JBV

Wien. "Den hab ich jetzt dringend gebraucht", sagt Melissa Ofoedu (23), als sie ihre Espresso-Tasse absetzt. Die diesjährige Jugenddelegierte Österreichs ist gerade von einem Vernetzungstreffen mit anderen europäischen Jugenddelegierten aus Berlin zurückgekommen, das jedes Jahr vom European Youth Forum organisiert wird. Seit drei Jahren entsendet Österreich nun Jugendliche, die die UN-Delegation zum General Assembly (GA) der Vereinten Nationen im September nach New York begleiten. Diese sollen die permanente Vertretung des Landes beraten und die Sichtweise junger Menschen aufzeigen.

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"In Berlin haben wir überlegt, wie wir uns gut einbringen können, und uns über unsere Interessen ausgetauscht. Es war teilweise nicht einfach, diese zu koordinieren." Die beiden deutschen Vertreter fokussierten auf Nachhaltigkeit. Die Schweden wollten sich auf Asylpolitik und Rassismus konzentrieren und die Norweger auf LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual and Trans)-Rechte.

Die österreichische Delegierte legt ihren Fokus unter anderem auf barrierefreien Zugang zu Bildung. "Oft hängen Partizipationsmöglichkeiten stark von finanziellen Mitteln ab. Das sollte nicht so sein." Des Weiteren möchte sie sich für die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit sowie des Arbeitsverbots für Asylwerber einsetzen. "Es kann nicht sein, dass junge Asylwerber, die vielleicht sogar schon in Österreich geboren wurden, viele Jahre nicht arbeiten dürfen. Junge Menschen müssen sich doch entfalten können." Dieses Thema beschäftigte auch schon Rodaina El Batnigi, die Jugenddelegierte des vergangenen Jahres, die palästinensische Wurzeln hat.

Gemeinsames Thema der europäischen Delegierten
Ein weiterer Punkt auf Ofoedus Liste sind Rechte von Mädchen. Für dieses Thema machen sich die europäischen Jugenddelegierten mit der Organisation eines Side Events beim General Assembly in New York zusammen stark. Thema des Events wird "Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte" (SRHR) sein. Weltweit können viele Mädchen nicht entscheiden, wann sie Kinder bekommen möchten, wissen wenig über Verhütung und können sich wegen teurer Verhütungsmittel und mangelnder Aufklärung schlecht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Um als Stimme der österreichischen Jugend auftreten zu können, hofft Ofoedu auf Input auf ihrer Facebook-Seite (zu finden unter: "UN Jugenddelegierte Österreich"). "Fotos, Projekte, einzelne Sätze - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich möchte wissen, für welche Themen ich mich einsetzen soll."

Seit dem Jahr 1981 empfiehlt die UNO, Jugendliche in die Landes-Delegationen aufzunehmen. So soll die Jugend-Perspektive in Entscheidungsprozesse mit einbezogen und direkte Jugendpartizipation gewährleistet werden. "Das Programm ist toll und ein Schritt in die richtige Richtung, aber ich glaube, wir finden oft noch nicht genug Gehör." Außerdem sieht die 23-Jährige, deren Eltern aus Nigeria kommen, ein Problem darin, dass die europäischen Jugenddelegierten ausschließlich zur General Assembly mitgenommen werden und nicht auch zu anderen Konferenzen geschickt werden.

"Regierung engagiert
sich noch zu wenig"
Die USA sieht sie diesbezüglich als Vorbild. Dort gebe es zwei Jugenddelegierte, die das Jahr über mitarbeiten und eine eigene Beraterin für globale Jugendangelegenheiten. Ofoedu meint: "In Europa mangelt es an dem Engagement der Regierungen, die Jugend wirklich miteinzubeziehen."

In Österreich wird die Jugenddelegierte von der Bundesjugendvertretung (BJV) unterstützt. Die BJV fungiert als Interessenvertretung der Jugend und ist gesetzlich verankert. Als Sprachrohr der Jugend unterstützt sie viele verschiedene Projekte, bei denen die Partizipation und Vernetzung junger Leute im Vordergrund steht. Für das Jugenddelegierten-Programm kann sich jeder österreichische Jugendliche bewerben, der Engagement und Interesse an Jugendthemen mitbringt.

"Die meisten wissen gar nicht, dass es solche Projekte gibt. Ich möchte erreichen, dass Jugendliche mehr über ihre Partizipationschancen wissen!" Und nach einem letzten Schluck Espresso eilt Ofoedu zu ihrem nächsten Termin.




Schlagwörter

Jugenddelegierte, UNO

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Dokument erstellt am 2012-07-25 17:14:05


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