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Update: 25.09.2012, 14:31 Uhr
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Express-Lehre: Töchterle und BZÖ dafür, RfW dagegen

In einem Jahr zum Meister



  • Amon: Maßnahme gegen Fachkräftemangel.
  • FCG-Jugend fordert "differenzierte Lösung".

Und anch der Matura dann die Express-Lehre.

Und anch der Matura dann die Express-Lehre.APAweb/Armin Weigel dpa/lby Und anch der Matura dann die Express-Lehre.APAweb/Armin Weigel dpa/lby

Wien. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl hat mit seinem Vorschlag für eine nur einjährige Lehre nach der Matura für zahlreiche Reaktionen gesorgt. Zustimmung erhält er aus der ÖVP: Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) sagte im ORF-"Mittagsjournal" in einer dreijährigen Lehrzeit gebe es viele Phasen der Arbeit im Betrieb, eine konzentrierte Form der Ausbildung sei  daher seiner Meinung nach gut in einem Jahr machbar. "Ich finde, das ist eine zusätzliche Aufwertung der Lehre und eine interessante Option für viele, die vielleicht nach der Matura eine eher kürzere Berufsausbildung erwägen."

  Auch ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon hält die verkürzte Lehre für "überaus sinnvoll". Damit werde das Bildungssystem durchlässiger, dem Fachkräftemangel werde entgegengewirkt. Der Vorwurf, dass dadurch Billigarbeitskräfte entstünden, "geht völlig ins Leere". Über Löhne und Arbeitsbedingungen sollten die Sozialpartner verhandeln.

  BZÖ-Bündniskoordinator Markus Fauland will zwar "Lehrausbildungsangebote" nach Matura der Matura rasch einführen, meint aber zugleich: "Ein Jahr Lehre nach der Matura ist - zumindest in speziellen Berufsgruppen - sicher zu wenig". Für Maturanten, die orientierungslos und ohne innere Überzeugung ein Studium starten wäre eine Lehre nach der Matura eine sinnvolle Alternative. Es sei besser, Facharbeiter im Inland auszubilden als sie aus dem Ausland zu "importieren".

  Kritik am Vorschlag kommt vom RfW-Bundesobmann Fritz Amann. "Allein die Idee einer 'Express-Lehre' ist ein 'Bärendienst' an der guten dualen Ausbildung in Österreich, damit entwertet man das Image der Lehre noch zusätzlich", schreibt er in einer Aussendung. Die Lehre sei zuletzt schrittweise ausgehungert worden, damit müsse Schluss sein. Die Regierung müsse die Lehrausbildung, die die Betriebe leisten, wieder als volkswirtschaftlich unverzichtbare Leistung anerkennen und diese entsprechend fördern, etwa durch die "Reaktivierung" des Erfolgsmodells "Blum Bonus". Für die überbetrieblichen Lehrausbildungsstätten (ÜLA) würden 200 Mio. Euro Steuergelder verschwendet, da deren Absolventen erst recht keinen Job fänden.

  Ebenfalls kritisch sieht den Reformvorschlag die Jugendsektion der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG): "Alle Berufsgruppen über einen Kamm zu scheren und mit einer 'Expresslehre' innerhalb eines Jahres die AHS-Maturantin zur Mechatronikerin und den HTL-Absolventen zum Friseur auszubilden, können wir als FCG Jugend daher nur sehr wenig abgewinnen." Die Wirtschaftsvertreter sollten eine "differenzierte Lösung" erarbeiten, fordert die FCG-Jugend.




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Lehre

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-25 14:01:25
Letzte Änderung am 2012-09-25 14:31:50


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