• vom 14.09.2015, 13:57 Uhr

Heranwachsen

Update: 14.09.2015, 14:40 Uhr

Gastkommentar

Die Fortschritts-Rückschritts-Generation




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Von Klaus Hofmann


    Klaus Hofmann ist staatlich geprüfter Instruktor für Kinderturnen und Personal Coach.

    Klaus Hofmann ist staatlich geprüfter Instruktor für Kinderturnen und Personal Coach.© privat Klaus Hofmann ist staatlich geprüfter Instruktor für Kinderturnen und Personal Coach.© privat

    "Eins, zwei, drei im Sauseschritt nehm ich alle Kinder mit.[...] Bücken, strecken, ringsum drehn, viermal klatschen, stampfen, stehen", heißt es in einem Kinderlied für ein Bewegungsspiel aus dem Jahr 1991. Der Text spiegelt den Zeitgeist der Prä-Internet-Ära noch einmal wider. Denn von da an wird es nicht mehr lange dauern, bis ein fundamentaler Wandel in der Mediennutzung, eingeläutet durch den massenhaften Gebrauch der sogenannten quartiären Medien, den Menschen von einem "Perpetuum mobile" zu einem Sitzenbleiber gemacht haben wird. Die meisten, die die Zeit vor dem Einzug des Internets in den heimischen Wohnzimmern, aber auch in den Schulen noch miterleben durften und nicht nur aus Erzählungen kennen, wissen, was es heißt, den ganzen Tag draußen im Freien zu sein, herumzutollen und Spaß an der Bewegung zu haben.

    War es für die Eltern damals ein wirklich diskussionsintensives Unterfangen, die Kinder in ihrem Bewegungstrieb zu unterbrechen und zeitgerecht nach Hause zu holen, müssten umgekehrt die Eltern der Generation "Fortschritt-Rückschritt" wiederum diskussionsintensiv darum bemüht sein, ihre Sprösslinge zu mehr Bewegung anzuhalten und an die frische Luft zu gehen. Der Konjunktiv "müssten" verdeutlicht leider eine weitere besorgniserregende Tendenz des Fortschritts, wonach vielen Eltern aufgrund beruflicher Karriere und sonstigem Alltagsstress die letzte Konsequenz in der aktiven Freizeitgestaltung ihrer Kinder fehlt und sie somit in der Präsenz der neuen technischen Möglichkeiten bequeme Babysitter sehen, der die Kinder ganztägig beschäftigt und damit "ruhigstellt".

    Information

    Die wöchentliche Turnübung für Kinder "Spokimo"
    www.spokimo.at

    Pilotprojekt "Spokimo" in der Schule
    www.planetsporty.com/sportyschool

    MuTh zum Sport im Augarten Wien
    http://www.muth.at/sport

    Bowling für die Schule
    Schulbowling ab 15 Kindern
    Information: stephan@welan.co.at
    Tel. 0676 493 49 76

    Weitere Links zum Thema:
    www.gesundundmunter.at
    www.kindergesundbewegen.at

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    Und so würde fast ein Vierteljahrhundert später eingangs der zitierte Liedtext wohl ein wenig anders klingen: "Eins, zwei, drei ins Internet, den ganzen Tag bin ich im Chat, sitzen, lungern, und nur hocken, googeln, liken und viermal zocken!"

    Fortschritt vs. Rückschritt

    Fortschritt in diesem Zusammenhang bedeutet, dass mit ständig zunehmender Technisierung und der immer grösser werdenden medialen Vernetzung des Menschen das Leben nach und nach erleichtert wird. Medienkonsum und Autobenutzung haben den Status von Wohlstand und sind nicht mehr wegzudenken.

    Viele kleine Helfer im Alltag übernehmen sukkzessive körperliche Aktivitäten und degradieren den Menschen zum bewegungsfernen Individuum. Die Möglichkeit, ohne viel Bewegung etwas zu erledigen, ist Leitbild für viele Handlungen. Bequemlichkeit, Komfort und Zweckmäßigkeit entsprechen eher dem Zeitgeist als körperliche Anstrengung; so ist es beispielsweise wesentlich bequemer, mit dem Fahrstuhl zu fahren, als die Treppe zu benutzen. Oder es ist schlicht zweckmäßiger die Kinder mit dem Auto in die 3 Blöcke weiter entfernte Schule zu bringen, weil dies vielleicht einige Minuten schneller geht.

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    Schlagwörter

    Gastkommentar, Kinder, Bewegung, Sport

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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2015-09-14 14:11:03
    Letzte nderung am 2015-09-14 14:40:28



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