
Wien. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz geht mit seiner Forderung nach einem zweiten Kindergartenjahr den Grünen nicht weit genug und dem BZÖ zu weit. Die Grüne Familiensprecherin Daniela Musiol trat am Dienstag in einer Aussendung für "ein zweites Kindergartenjahr für alle Kinder" ein. BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner dagegen pochte auf die "Entscheidungsfreiheit" der Eltern, wie sie ihre Kinder betreuen (lassen) wollen.
Musiol findet es zwar grundsätzlich positiv, dass Kurz sich um die Debatte um das zweite verpflichtende Kindergartenjahr bemüht, allerdings sei es "ein Fehler, wenn es nur auf Kinder mit Sprachschwierigkeiten beschränkt wird". Der Kindergartenbesuch bedeute generell einen Entwicklungsschub für Kinder, berief sich Musiol auf "zahlreiche Studien". Allerdings stünde es um die Rahmenbedingungen in der Elementarpädagogik nicht zum Besten, kritisierte sie einmal mehr.
Haubner dagegen trat gegen ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr ein. Sie sei für den Ausbau der Kinderbetreuung, aber "man sollte den Eltern nicht alles unter dem Deckmantel der Verpflichtung verordnen", schrieb sie in einer Aussendung. Die Entscheidungsfreiheit müsse bei den Eltern bleiben. Den verpflichtenden Kindergartenbesuch im letzten Jahr vor der Schulpflicht dagegen betrachtet das BZÖ als sinnvoll, handle es sich doch um "ein entscheidendes Bildungsjahr".