• vom 23.09.2015, 18:49 Uhr

Kindergarten

Update: 23.09.2015, 19:35 Uhr

Elementarpädagogik

"Kindergarten in Bundeshand"




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  • Sozialpartner und Industriellenvereinigung fordern ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr und weitere Anstoßfinanzierungen zum Ausbau.

- © APA/dpa/Daniel Karmann

© APA/dpa/Daniel Karmann

Wien. Ein einheitliches Rahmengesetz und die Bündelung der Kompetenzen im Kindergartenbereich in der Hand des Bundes wünschen sich die Sozialpartner und die Industriellenvereinigung (IV) in ihrem gemeinsamen Programm für Elementarbildung. Auch die Forderung nach einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr und einer Pro-Kopf-Finanzierung sind in dem am Mittwoch in Wien vorgestellten Papier enthalten.

Die Anstoßfinanzierungen des Bundes zum Ausbau des Angebots an Kindergartenplätzen müssten in jedem Fall fortgesetzt werden, erklärte Rudolf Kaske, Präsident der Arbeiterkammer (AK). Diese Mittel würden aktuell nicht einmal in allen Bundesländern voll ausgeschöpft. Ein Grund dafür sei auch, dass in manchen Gemeinden, die als Träger der Kindergärten fungieren, die Angst bestehe, nach dem Ausbau von Plätzen auf den laufenden Kosten sitzen zu bleiben. Daher sollte sich die Finanzierung am tatsächlichen Angebot und damit an der Anzahl der betreuten Kinder am Standort orientieren.

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Neun verschiedene Standards in neun Bundesländern
Genaue Angaben zur Höhe dieser Mittel konnten die Vertreter der Wirtschaftskammer (WKO), des Gewerkschaftsbundes (ÖGB), der Landwirtschaftskammer, der AK und der IV noch nicht machen. Man werde aber in nächster Zeit Vorschläge vorlegen, so Kaske. IV-Präsident Georg Kapsch schwebt ein einheitlicher Basissatz inklusive Zusatzmittel vor, die sich etwa nach der sozialen Zusammensetzung oder regionalen Bedürfnissen richten.

Da im elementarpädagogischen Bereich in neun Bundesländern neun verschiedene Standards gelten, dränge sich das Bild des "Fleckerlteppichs" auf, so die ÖGB-Vizepräsidentin Renate Anderl - daher die gemeinsame Forderung nach einem Bundesrahmengesetz, in dem Gruppengrößen, Vor- und Nachbereitungszeiten oder räumliche Erfordernisse geregelt werden. Die momentane "Zersplitterung" sei hinderlich, was die frühe Förderung der Kinder betrifft.

Das werde klar, wenn man sich vor Augen führe, dass ein pädagogischer Austausch zwischen Kindergarten und Volksschule am Übergang dorthin nicht überall möglich ist. Es brauche eine einheitliche Zuständigkeit des Bundes. Wie in den meisten EU-Ländern sollte das Bildungsministerium für die Gesetzgebung zuständig sein.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) kann der geforderten Verlagerung der Kompetenzen zum Bund "einiges abgewinnen", teilte sie am Mittwoch mit. Die Ministerin würde "eine einheitliche Lösung begrüßen". "Die unterschiedlichen Lösungen in den Bundesländern bringen klare Qualitätsunterschiede mit sich", so Heinisch-Hosek. Die Kompetenzzersplitterung erschwere die Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Schulen "zum Nachteil der Kinder".

Gerade der Übertritt in die Volksschule werde von vielen Kindern immer noch als "ein Schritt in eine andere Welt erlebt", so WKO-Präsident Christoph Leitl. Der Kindergarten sei aber bei weitem keine Aufbewahrungsstätte mehr, sondern eine Bildungseinrichtung. Man müsse sich daher mehr um "fließende Übergänge" bemühen. Dazu zähle auch, dass Kinder beim Volksschuleintritt zumindest so gut Deutsch können, um dem Unterricht zu folgen. Auch aus diesem Grund müsse das zweite verpflichtende Kindergartenjahr kommen, da es die Chancengleichheit erhöhe.

Schließtage sollen mit Urlaub der Eltern vereinbar sein
Zudem wurden zusätzliche Kindergartenplätze gefordert, deren Öffnungszeiten mit Vollzeitbeschäftigungen der Eltern vereinbar sind. Noch kommen die Kindergärten im Schnitt auf etwa 27 Schließtage und somit mehr, als der durchschnittliche Beschäftigte Urlaub hat. Trotz deutlicher Fortschritte in den vergangenen Jahren gebe es punkto Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch viel zu tun, hieß es.




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Dokument erstellt am 2015-09-23 18:53:03
Letzte ─nderung am 2015-09-23 19:35:10



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