• vom 06.06.2013, 18:15 Uhr

Schule

Update: 07.06.2013, 13:33 Uhr

Stefan Hopmann

"Der erste Schritt war richtig"




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Von Bettina Figl

  • Bildungswissenschafter Hopmann begrüßt ÖVP-Papier zum Lehrerdienstrecht und mahnt weitere Schritte ein
  • Hopmann: Schulen sollen Präsenzzeit der Lehrer autonom regeln.

"Unterricht ist nur ein Teil der Lehrerarbeitszeit", sagt Bildungsforscher Hopmann und setzt auf das

"Unterricht ist nur ein Teil der Lehrerarbeitszeit", sagt Bildungsforscher Hopmann und setzt auf das "Unterricht ist nur ein Teil der Lehrerarbeitszeit", sagt Bildungsforscher Hopmann und setzt auf das

Wien. Die ÖVP betritt mit ihrem Modell zum Lehrerdienstrecht bei dem strittigen Punkt Arbeitszeit Neuland: Die Anwesenheitspflicht der Lehrer soll demnach jeder Schulstandort selbst festlegen. Wieviele Stunden es konkret sein sollen, besagt der ÖVP-Vorschlag zwar nicht, die Anwesenheitspflicht soll aber über der derzeitigen Unterrichtsverpflichtung liegen. Der Vorschlag der Regierung sieht unterdessen eine 24-Stunden-Woche für alle Lehrer vor. Bisher variiert die Unterrichtsverpflichtung je nach Schultyp: Während die beim Bund angestellten AHS- und BHS-Lehrer eine 20-Stunden-Woche haben, arbeiten die den Ländern zugehörigen Pflichtschullehrer 1776 Stunden pro Jahr, also 20 bis 22 Stunden pro Woche. Wo und wie Stundenvorbereitung oder Fortbildung stattfindet, ist derzeit nicht im Detail geregelt.

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"Wiener Zeitung": Ihre erste Reaktion zum ÖVP-Konzept?

Stefan Hopmann: Ich habe mich gefreut, aber meinen bösartigen Kommentar über die Blockiererei konnte ich einstampfen (lacht). Es wird nun versucht, aus der Pattsituation auszubrechen. Das Präsenzzeitmodells ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Es soll also nicht nur die Arbeitszeit in der Klasse zählen?



Dass Arbeitszeit über Unterrichtsstunden reguliert wird, gehört schon lange abgeschafft. Unterricht ist nur ein Teil der Arbeit. Statt einer fixen Stundenzahl pro Woche sollte man auf Jahresarbeitszeit umsteigen. Die Arbeitsbelastung ist manchmal - in der Volksschule in der Vorweihnachtszeit, in der Oberstufe vor der Zeugnisverteilung - viel höher als sonst. Wie die Verteilung zwischen Präsenzzeit und selbst verfügbarer Zeit erfolgt, sollte nach Schulstufen variieren, das ist international üblich.



Welche Gefahren sehen Sie dabei?

Es darf nicht - wie das ja geplant war - möglich sein, dass man sich aussucht, ob man in das neue Lehrerdienstrecht umsteigen will oder nicht. Ich kann nicht nur für einen Teil der Lehrer nach Arbeitszeitbudgets bezahlen, das führt zu unaushaltbaren Konflikten am Arbeitsplatz. Und es muss vor Ort geregelt werden, wie die Präsenzzeit geregelt wird. Das Schlimmste, was die Politik machen könnte, wäre, Präsenzzeit zentral festzuschreiben.

Also mehr Autonomie für die einzelnen Schulstandorte?

weiterlesen auf Seite 2 von 2




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Dokument erstellt am 2013-06-06 18:20:09
Letzte ńnderung am 2013-06-07 13:33:00



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