• vom 21.12.2013, 08:18 Uhr

Schule

Update: 21.12.2013, 14:20 Uhr

Interview

Die teilautonome Schule kommt




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Diese Auflösung der 50-Minuten-Stunden und der neue Unterricht fordern - wie viele Bildungsforscher sagen - auch ein anderes Dienstrecht, nämlich ein Jahresarbeitszeitmodell. Wobei aber nicht jenes gemeint ist, das Pflichtschullehrer derzeit haben. Warum wurde das Lehrerdienstrecht jetzt so rasch durchgepeitscht und gibt es noch Änderungsmöglichkeiten?

Alle wollten, dass diese unendliche Geschichte eine endliche wird. Bereits 2001 hat Elisabeth Gehrer die Verhandlungen darüber begonnen, diese aber 2003/04 wieder abgebrochen. Alle wollten ein neues Beamtendienstrecht, aber das wäre finanziell nicht machbar gewesen. Jetzt haben wir für die größte Gruppe im öffentlichen Dienst - die 120.000 Lehrer - ein neues Dienstrecht. Ich freue mich über den Beschluss, gemeinsam mit der neuen Lehrerausbildung ist das ein Systemwechsel.

Was planen Sie in der Frauenpolitik?

Die Frage ist, wie können wir Frauen auf dem Arbeitsmarkt so gut stellen, dass sie ein eigenständiges Leben führen können. Das betrifft die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber wir haben auch 50 Prozent des AMS-Budgets für Frauen reserviert. Arbeitnehmerinnen in Teilzeit müssen über Vollzeit-Jobs informiert werden, wenn diese frei werden.

Wir wollen die Transparenz beim Gehalt weiterentwickeln. Da werde mich mit den Sozialpartnern zusammensetzen, damit auch Unternehmen, die weniger als 150.000 Mitarbeiter beschäftigen, die Gehälter offen legen müssen. Und: Nicht nur die Betriebsräte sollen Gehälter einsehen können.

Aber auch Gesundheit und Sexismus in der Werbung sind Themen, und Unterhalt: Hier wollen wir den Regelbedarf erhöhen und sicherstellen, dass regelmäßig gezahlt wird.

Aus der Abschaffung des Frauenministeriums könnte man schließen, es brauche keine Frauenpolitik mehr.

Das Frauenministerium war nie eigenständig, sondern im Bundeskanzleramt. Ich habe dieselben Kompetenzen wie vorher. Ich halte die Kombination Bildung und Frauen für hervorragend. Bildung ist ein Zukunftsressort, die Verbindung mit der Frauenpolitik ist eine Traumkombination.

Was sagen Sie dazu, dass die Wissenschaft jetzt im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist?

Es ist machbar, weil es schon machbar war. Wenn Reinhold Mitterlehner sagt, er nennt sein Ressort Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, ist das eine Ansage.

Zur Person

Gabriele Heinisch-Hosek

ist Haupt- und Sonderschullehrerin. Bis zuletzt war sie Beamten- und Frauenministerin, nun übernimmt sie zusätzlich zu den Frauenagenden das Unterrichtsministerium. Seit 1999 ist sie Nationalratsabgeordnete, in die Bundesregierung holte sie aber nicht ihr Förderer Alfred Gusenbauer, sondern Werner Faymann. Sie ist mit Walter Heinisch verheiratet, der Amtsleiter in ihrem Geburts- und Wohnort Guntramsdorf ist.

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Dokument erstellt am 2013-12-20 18:23:04
Letzte ─nderung am 2013-12-21 14:20:08



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