• vom 01.10.2014, 17:21 Uhr

Schule


Bildungsreform

Sechs grüne Bildungsschritte




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  • Grüne stellen Gegenpapier zur Bildungsreform vor. Bildungsgipfel in St.Pölten ohne Ergebnisse.

Die Grünen fordern in ihrem Bildungspapier abermals die Gesamtschule und eine jahrgangsübergreifende Schuleingangsphase. - © apa/Jenis

Die Grünen fordern in ihrem Bildungspapier abermals die Gesamtschule und eine jahrgangsübergreifende Schuleingangsphase. © apa/Jenis

Wien/St. Pölten. (del/apa) Es scheint ein Herbst der Bildungsreformen zu werden. Nach der Regierungsklausur in Schladming haben die Grünen nun ihr "Alternatives 6-Punkte-Programm zur Bildungspolitik" vorgestellt, welches sich direkt auf die vorgestellten sechs Bildungsschritte der Regierung bezieht. Vergangenen Samstag hatte ja Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek ein 6-Punkte-Programm für eine Bildungsreform vorgestellt; der Fokus liegt vor allem auf den Bereichen Kindergarten und Volksschule. Zur Erinnerung: Das Regierungspapier sieht etwa mehr Autonomie für die Schulen vor, den Ausbau der Ganztagsschule, mehr Lese- und Sprachförderung, die tägliche Turnstunde in Ganztagsschulen und eine integrierte "Schuleingangsphase".


"Die sechs Punkte waren in Wahrheit schon im Regierungsprogramm drin", sagt Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, im Rahmen einer Pressekonferenz. So seien etwa die von der Regierung versprochenen 45 Millionen für die Sprachförderung ohnehin schon budgetiert. Er bekrittelt, dass im Regierungspapier nichts zur Gesamtschule steht. Die Grünen sind seit Langem für die Einführung der gemeinsamen Unterstufe für 10- bis 14-Jährige.

Vorarlberg soll Modellregion für Gesamtschule werden
Er fordert mehr Modellregionen, in denen eine gemeinsame Schule getestet werden soll. Derzeit gibt es so einen Versuch im Zillertal in Tirol. Das Problem an solchen Modellregionen ist allerdings, dass die Erkenntnisse aus dem Schulversuch nicht unbedingt aussagekräftig sind, weil das Gymnasium weiterhin besteht und Kinder, die fit für das Gymnasium sind, auch seltener auf eine Gesamtschule kommen. Walser ist allerdings zuversichtlich, dass zumindest in den Bundesländern Bewegung in die Debatte kommt und sich immer mehr Landeshauptleute solche Schulversuche vorstellen können. In Vorarlberg etwa läuft gerade eine groß angelegte Studie in Kooperation mit der Uni Innsbruck, die untersuchen soll, ob und in welchen Bereichen eine gemeinsame Schule eine bessere Lösung als die klassische Teilung in Hauptschule und Gymnasium ist. "Wenn es nach mir geht, wird ganz Vorarlberg eine Modellregion", sagt Walser.

Weiters schlagen die Grünen im Bildungspapier eine flexible Schuleingangsphase vor. Schüler der ersten, zweiten und der Vorschulstufe sollen gemeinsam unterrichtet werden. Jene, die sich leichter beim Lernen tun, sollen schneller aufsteigen und jene, die mehr Zeit brauchen, kommen erst nach drei Jahren in die nächste Schulstufe. Unter dem Punkt Sprachförderung fordert Walser die Inklusion von Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache. Die Bundesregierung hatte sich darauf verständigt, für Quereinsteiger und Schüler mit Deutschproblemen eigene Förderklassen einzurichten, in denen sie maximal ein Jahr lang intensiv Deutsch lernen sollen. Das hält Walser für wenig sinnvoll, weil die Schüler dadurch isoliert würden. Weitere Forderungen der Grünen: für jedes Kind einen Platz an einer Ganztagsschule, flexible Lehrpläne und eine flexible Leistungsbeurteilung, die tägliche Turnstunde in allen Schulen und eine bedarfsorientierte Mittelzuteilung. Das bedeutet zum Beispiel, dass Schulen mit einem sehr hohen Anteil an nicht-deutschsprachigen Schülern oder Schülern aus sozial schwachen Familien auch mehr Mittel für die individuelle Betreuung bekommen sollen.

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Dokument erstellt am 2014-10-01 17:26:07



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