• vom 27.05.2015, 17:27 Uhr

Schule

Update: 27.05.2015, 18:09 Uhr

Zentralmatura

Der Gender-Effekt




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Von Bettina Figl

  • Die Überraschung ist groß: Nicht nur in Mathematik, auch in Englisch bekamen Mädchen bei Zentralmatura öfter Fünfer.

Der Lernstress ist noch nicht vorbei. Wer einen "Fleck" kassiert hat, muss kommende Woche zur Nachprüfung antreten

Der Lernstress ist noch nicht vorbei. Wer einen "Fleck" kassiert hat, muss kommende Woche zur Nachprüfung antreten© apa/Techt Der Lernstress ist noch nicht vorbei. Wer einen "Fleck" kassiert hat, muss kommende Woche zur Nachprüfung antreten© apa/Techt

Wien. Einigen Menschen bereitet das Grand Finale der Schulzeit, die Matura, noch viele Jahre danach Alpträume. Traumatisierungsgefahr bestand auch bei der heuer erstmals durchgeführten Zentralmatura. Vor allem im Vorfeld war die Unsicherheit in den Maturaklassen groß.

"Gegenläufig aller Trends"
90 Prozent der Maturanten konnten aufatmen: Sie haben trotz aller Startschwierigkeiten die standardisierte Reifeprüfung bestanden. Insgesamt schnitten Burschen etwas besser ab - und das nicht nur in Mathematik.


Zur Verwunderung aller Beteiligten sind mehr Mädchen als Burschen in Englisch durchgefallen: "Das ist gegenläufig aller Trends, dass Mädchen in Sprachen besser abschneiden", so die frühere AHS-Direktorin Heidi Schrodt. "Dass der Abstand zwischen Mädchen und Burschen bei standardisierten Mathematiktests größer ausfällt, ist bekannt. Aber ich bin erstaunt, dass das auch Englisch betrifft", sagt auch Stefan Hopman vom Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Wien. Woran das liegt, kann derzeit nur gemutmaßt werden. Insgesamt sind im Problemfach Mathematik 10,5 Prozent der Schüler durchgerasselt, in Englisch sechs, in Deutsch drei Prozent. In Oberösterreich gab es anteilsmäßig die wenigsten Fünfer.

Diese Resultate sind nicht wirklich überraschend: Oberösterreich schnitt bei den Bildungsstandards in den vergangenen Jahren immer am besten ab. Und auch die Zahl der Fünfer hat sich kaum verschoben, wobei exakte Vergleiche mangels Daten nicht möglich sind: In früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Es wird aber davon ausgegangen, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathematikmatura zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten.

Die zur Zentralmatura vorliegenden Daten stammen aus einer Zwischenauswertung des Bildungsministeriums von rund 96 Prozent, die restlichen Resultate wurden noch nicht gemeldet. Auch die genaue Notenverteilung - also ob Einser, Zweier, Dreier oder Vierer - wird erst später vorliegen.

Nicht nur zwischen den Geschlechtern, auch zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Am stärksten zeigt sich das in Mathematik: Hier schnitt Oberösterreich am besten, Vorarlberg am schlechtesten ab, gefolgt von Salzburg und Wien.



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Dokument erstellt am 2015-05-27 17:32:06
Letzte ─nderung am 2015-05-27 18:09:19



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