• vom 13.11.2015, 19:31 Uhr

Schule

Update: 13.11.2015, 19:38 Uhr

Bildungsreform

Schwere Brocken im Bildungsbergwerk




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Bettina Figl

  • Bei Autonomie und Gesamtschule herrscht Einigkeit. Nun geht es darum, den Kompetenzstreit zu klären.



Wien. Was genau beim Bildungsgipfel am Dienstag präsentiert werden wird, ist noch nicht im Detail klar. Zuvor stehen in der Regierung am Sonntag und Montag noch harte Verhandlungen an, es spießt sich vor allem an der Frage, ob die Lehrer künftig Sache der Länder oder des Bundes sein sollen. Abgesehen vom Knackpunkt Verwaltungsrecht sei die Reform zu 90 Prozent ausverhandelt, heißt es aus Ministeriumskreisen.

Gesamtschulen
in jedem Bundesland

Im Mittelpunkt der Reform stehen die Aufwertung der Elementarpädagogik, die Verwaltung und die Schulautonomie. Zusätzlich sollen die Übergänge zwischen Kindergarten, Volksschule und Sekundarstufe erleichtert und professioneller gestaltet werden. Jedes Bundesland soll eine Modellregion für die Gesamtschule einführen können - das hatten sich zuletzt auch einige ÖVP-Landeshauptleute gewünscht. Die Vorstöße kommen aus dem Westen: Vorarlberg hat sich bereits entschlossen, die Voraussetzungen für die Gesamtschule zu schaffen, in Tirol soll das Zillertal zur Gesamtschul-Modellregion werden. Von der Stadt Wien heißt es, man werde die gemeinsame Schule für 10- bis 14-Jährige in allen Bezirken einführen, sobald es die Möglichkeit dazu gibt. Für dieses Projekt braucht es aber Gesetzesänderungen auf Bundesebene. Dass die Gesamtschule flächendeckend eingeführt wird, ist dem Vernehmen nach jedoch nicht vorstellbar.

Werbung

Als fix gilt, dass es mehr Schulautonomie geben wird. Das soll den Schulen mehr Freiheiten bei finanziellen, personellen und pädagogischen Entscheidungen geben. Wenn sich Direktoren ihre Lehrer aussuchen, soll die Qualifikation der Lehrerschaft steigen. Angeblich sollen die Schulleiter aber nicht viel mehr als ein Mitspracherecht bekommen.

Bund und Länder
wollen Verwaltungshoheit

Völlig offen scheint der Ausgang im Kompetenzstreit, mit einer Ausnahme: Dem Vernehmen nach sollen die Kindergärten künftig nicht mehr den Ländern, sondern dem Bund unterstellt sein. Derzeit verwaltet der Bund die Lehrer an höheren Schulen, die Länder sind für die Pflichtschullehrer und Elementarpädagogen zuständig. Bezahlt werden alle Lehrer durch den Bund - und das, obwohl es nur Schätzungen darüber gibt, wieviele Lehrer in dem jeweiligen Bundesland unterrichten und wieviele eine andere Tätigkeit ausüben. Hier halten sich die Länder bedeckt.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-11-13 18:02:04
Letzte ─nderung am 2015-11-13 19:38:22



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Verhandlungen über Numerus Clausus für Medizinstudium
  2. Angewandte gründet Peter-Weibel-Forschungsinstitut
  3. Raimund Ribitsch neuer Präsident der Fachhochschulkonferenz

Werbung




Werbung


Werbung